„Meine Seele schmachtet nach deiner Rettung, ich harre auf dein Wort. Meine Augen schmachten nach deiner Zusage, indem ich spreche: Wann wirst du mich trösten?“ (Ps 119,82.83).
Wenn man lange auf göttliche Rettung warten muss, dann wühlt das die Seele auf und das Verlangen nach Hilfe von oben wird immer stärker. Das erfuhr auch der Psalmdichter: Seine Seele schmachtete nach Rettung.
In schwierigen Situationen halten wir außerdem Ausschau nach einer Zusage von Gott. Wir wünschen, dass ein Bibelwort in unsere Situation hineinredet und uns zum Trost wird. Fieberhaft gleiten unsere Augen über den Bibeltext, um etwas zu finden, was uns tröstet. Wir gehen mit hohen Erwartungen in die christlichen Zusammenkünfte und erhoffen ein spezielles Wort für uns. Doch die ersehnte Tröstung kommt manchmal einfach nicht. Dadurch „verschmachten unsere Augen“, und wir fragen uns enttäuscht: „Wann wirst du mich trösten?“
Was sollen wir in solch einer Lage tun? Was tat denn der Psalmdichter? Er sprach seine Empfindungen ehrlich vor Gott aus und ließ sich zweitens nicht beirren: Er blieb bei Gottes Wort. Er vergaß und verließ das Wort Gottes nicht, wie es die folgenden Verse zeigen. Und auf diese Weise wird auch unser innerer Mensch, vielleicht mehr allmählich, gestärkt werden. Überdies bleiben wir so bei der einzigen Quelle, aus der wir wirklich Trost schöpfen können. Gib nicht auf! Bleib bei Gottes Wort! Der Trost wird kommen!
