Wenig Licht, großer Glaube

Im Matthäusevangelium werden uns vier Personen gezeigt, die wenig Licht und doch einen großen Glauben hatten. Wir können sie mit allen Himmelsrichtungen in Verbindung bringen.

  • Aus dem Osten kamen die Sternkundigen. Sie hatten nur einen Stern gesehen und machten sich schon allein deshalb auf eine weite und beschwerliche Reise, um zu Christus zu kommen (Mt 2,1.2).
  • In Matthäus 8,5–10 sehen wir einen Mann aus dem Westen: ein römischer Hauptmann, der nicht viel wissen konnte, der aber darauf vertraute, dass die Macht Christi jede Schwierigkeit und jede Distanz überwindet und seinen kranken Knecht heilen wird. Der Herr attestiert ihm großen Glauben.
  • Matthäus 12,42 zeigt die Königin von Seba, die aus dem Süden kommt. Sie geht einen weiten Weg, um Salomo zu sehen und zu hören. Sie hat nicht so viel gehört und weiß wenig, aber der Glaube ist da. In Christus ist mehr als Salomo in der Mitte des Volkes.
  • Matthäus 15,31–28 zeigt eine Kanaaniterin, die aus dem Norden kommt: aus der Gegend von Tyrus und Sidon. Sie ist eine Heidin, aber sie beruft sich vor Christus auf die Gnade für ihre besessene Tochter. Der Herr attestiert ihr einen großen Glauben.

Viel Licht, kleiner Glaube

Wir sehen aber auch vier Personen, die viel Licht (denn es geht um die Jünger des Herrn!), aber wenig Glauben hatten:

  • Es sind die Jünger Jesu, die sich Sorgen um Nahrung und Kleidung machen. Doch wenn Gott das Gras kleidet, wie viel mehr uns, die Kleingläubigen (Mt 6,24–36)? Es geht um Angst vor der Zukunft.
  • In Matthäus 8,23–27 sind die Jünger mit dem Schiff unterwegs und der Herr schläft. Die Jünger geraten in Seenot und meinen, unterzugehen. Sie sind kleingläubig und vertrauen nicht seiner Rettung. Sie haben Angst in der Gegenwart.
  • Matthäus 14,22–33 ist eine Steigerung: Die Jünger geraten wieder in Seenot. Doch der Herr ist dieses Mal nicht dabei. Petrus geht aus dem Schiff, sinkt ein und wird als Kleingläubiger bezeichnet. Es geht um Angst vor dem Tod.
  • In Matthäus 16,5–12 vergessen die Jünger, Brote mitzunehmen. Der Herr warnt sie vor dem Sauerteig. Die Jünger denken an die Sache mit den Broten, als wäre das ein Problem für den Herrn. Der Herr tadelt sie als Kleingläubige. Sie haben Angst vor dem Leben.

Wie viel Licht über göttliche Dinge haben wir und wie viel Vertrauen zeigen wir?

[In Anlehnung an: The Rock and the Sand von Geoffrey Bull]