Aufzeichnungen aus der Betrachtung über Johannes 14,8–31

Dillenburg 7.–9.10.2025

Einleitende Gedanken

In den Kapiteln 13 bis 17 befinden wir uns in dem Teil des Johannesevangeliums, in dem der Schwerpunkt auf dem Thema Liebe liegt, nachdem wir in den Kapiteln 3 bis 7 das Schwerpunktthema Leben und in den Kapiteln 8 bis 12 das Schwerpunktthema Licht vor uns hatten. Abgesehen von Johannes 17 führt uns dieses Kapitel 14 wohl auf die höchsten Höhen dieses Evangeliums. Wir werden hier vertraut gemacht mit den Beziehungen zwischen den ewigen Personen der Gottheit, und es wird uns gezeigt, wie sich der Herr Jesus mit uns in diesen Beziehungen einsmacht. Alle drei Personen der Gottheit werden in diesem Kapitel vorgestellt – der Sohn, der Vater und der Heilige Geist.

Der Herr Jesus verbindet also in diesem Kapitel die Herzen der Jünger mit dem Himmel und will sie dadurch von dem Weg lösen, den sie noch über diese Erde zu gehen haben, bis Er wiederkommt, um sie zu sich zu holen. Sie sollen jetzt schon bewusst in den Beziehungen leben, die sie dann ungestört genießen werden. Es sind ganz neue und typisch christliche Beziehungen zu den Personen der Gottheit, die Er in diesem Kapitel vorstellt:

  • In den Versen 1 bis 3 werden sie in eine neue Beziehung zu dem Sohn als einem Gegenstand des Glaubens eingeführt,
  • in den Versen 4 bis 14 ist es die neue Beziehung zu dem Vater und
  • in den Versen 15 bis 26 ist es die neue Beziehung zu dem Heiligen Geist.

Wir wollen dabei immer vor unserem Herzen haben, dass es keine Zeit vor unserer christlichen Haushaltung gab und es auch danach keine Zeit geben wird, in der Gläubige in Verbindung mit dieser vollen Offenbarung Gottes stehen. Aber der Genuss dieser Beziehung mit den drei Personen der Gottheit im Himmel ist nur möglich mit einem reinen Herzen. Deshalb wird die Fußwaschung in Johannes 13 dieser Beschreibung der drei Personen der Gottheit vorangestellt. Es ist wichtig, diese Reihenfolge in dem Handeln Gottes mit uns zu sehen.

Dieses Kapitel 14 zeigt uns daher auch zwei große Tatsachen, die kennzeichnend sind für die christliche Zeit, in der auch wir uns befinden: Die erste Tatsache ist, dass es einen Menschen im Himmel gibt. Der Herr Jesus sagt hier, dass Er hingehen wird in das Haus seines Vaters; und dadurch, dass Er als Mensch dorthin gegangen ist, hat Er die Stätte bereitet, so dass auch einmal Menschen in Ewigkeit dort sein können. In Verbindung mit dieser ersten großen Tatsache der christlichen Zeit steht die wunderbare Beziehung, in die wir glaubenden Menschen zu göttlichen Personen gebracht worden sind. Wir werden nicht nur einmal in dem Haus des Vaters sein, sondern wir sind jetzt schon in die Beziehung zu dem Vater gebracht.

Die zweite große Tatsache, die der Herr Jesus in diesem Kapitel vorstellt, finden wir in dem Abschnitt ab Vers 15: Es gibt in dieser christlichen Zeit eine göttliche Person auf der Erde: die Person des Heiligen Geistes. Er wohnt in jedem Gläubigen persönlich und in allen Gläubigen gemeinschaftlich, und Er wird bei uns sein in Ewigkeit. Beide Tatsachen, die der Herr Jesus vorstellt, sind vollkommen geeignet, um bestürzte Herzen ruhig zu machen. Mit diesem Zuspruch beginnt dieses Kapitel in Vers 1.

Der Herr Jesus stellt in diesem Kapitel auch mehrere Tröstungen vor, die den Jüngern deutlich machen sollten, dass es für sie wirklich besser sei, wenn Er von ihnen weggehen und zu dem Vater hingehen würde. Einige dieser Tröstungen haben wir schon in dem ersten Abschnitt dieses Kapitels betrachtet: Wir können uns jederzeit im Glauben an den Herrn Jesus wenden; uns ist eine Wohnung im Haus des Vaters verheißen; der Herr selbst wird wiederkommen, um uns dort einzuführen (Verse 1–3).

Es fiel den Jüngern schwer, diesen Gedanken des Herrn zu folgen. Das lag natürlich zum einen daran, dass sie den Heiligen Geist noch nicht in sich wohnend besaßen; aber es lag auch daran, dass sie in ihren Gedanken, Hoffnungen und Erwartungen noch sehr mit der Erde verbunden waren. Sie waren noch in ihren messianischen Hoffnungen gefangen, die es ihnen schwer machten, ihre Gedanken nach oben zu dem Herrn zu erheben, der in das Haus seines Vaters gehen würde.

Nicht nur die Geduld, die Liebe und die Barmherzigkeit des Herrn zu seinen Jüngern werden in diesem Abschnitt deutlich, sondern auch die Herrlichkeiten seiner Person. Wenn Er sagt: „Ich gehe hin“, dann steht Er als der wahre, vollkommene Mensch vor uns, der in das Haus seines Vaters geht, wo Er als Mensch vorher nicht gewesen war. Aber wenn Er dann sagt, dass auch wir einmal dort sein werden, „wo ich bin“, dann steht Er vor uns als der ewige Sohn, Gott selbst, der schon immer in diesem Haus des Vaters war, ist und sein wird. Er ist wahrer Gott und wahrer Mensch in einer Person.

Thomas hatte gesagt, dass die Jünger nicht wüssten, wohin der Herr zu gehen im Begriff stand, und sie deshalb auch den Weg nicht wüssten. Den Herrn schmerzte das, aber Er antwortete doch in großer Geduld, ohne darin einen Vorwurf auszusprechen. Er selbst ist „der Weg und die Wahrheit und das Leben“. Er ist der Weg zum Vater, Er ist die Wahrheit über den Vater, und Er ist das Leben von dem Vater. Wir brauchen auf unserer Reise zu diesem Ziel einen Weg, und dieser Weg ist eine Person, die uns jetzt schon die Beziehung zum Vater genießen lässt und uns einmal dorthin bringen wird. Auf diesem Weg brauchen wir auch göttliches Licht, und das haben wir in seiner Person; Er ist die Wahrheit über den Vater, aber auch über die Beziehung aller Dinge zu Gott, wie sie wirklich sind. Und Er ist auch die Quelle des Lebens, die Quelle aller Segnungen, die wir auf dem Weg zum Ziel jetzt schon genießen dürfen.

Dann sagt der Herr ihnen noch, dass Er die volle Offenbarung des Vaters ist. Hätten sie Ihn erkannt, dann hätten sie auch den Vater erkannt. Durch das Senden des Heiligen Geistes würden sie Ihn dann auch voll erkennen. Das meint Er mit den Worten: „Von jetzt an erkennt ihr ihn und habt ihn gesehen“ (Vers 7).

„Philippus spricht zu ihm: Herr, zeige uns den Vater, und es genügt uns“ (V. 8).

Um diese Offenbarung des Vaters geht es jetzt auch in der Frage von Philippus. In seiner Antwort zeigt der Herr dann, dass Er sowohl in seiner Person (Vers 9) als auch in seinen Worten (Vers 10a) und in seinen Werken (Vers 10b) die volle Offenbarung des Vaters ist. Wie reich gesegnet sind wir, dass wir in dem Herrn Jesus die volle Offenbarung des Vaters haben dürfen!

In seinen Worten in Vers 7 hatte der Herr Jesus schon das vorweggenommen, was hier durch die Bemerkung von Philippus deutlich wird: Die Jünger hatten den Herrn Jesus als die Offenbarung des Vaters nicht erkannt. Es scheint so, als würde Philippus jetzt erwarten, dass der Herr neben sich selbst auf eine andere Person hinweisen würde, welche der Vater wäre. Er hatte nicht erfasst, dass in dem vor ihm stehenden Jesus der Vater nicht nur teilweise oder zeitweise, sondern immer in vollem Maß zu sehen war.

Offenbar genügte das, was Philippus in der Person des Herrn Jesus sah, ihm nicht. Er hätte in der Person des Herrn Jesus den Vater sehen können, aber er sah Ihn nicht. Er meinte, das, was er sehen konnte, sei nicht genug. Aber wenn er jetzt den Vater sehen würde, dann wäre es ihm genügend, dann wäre seine Erwartung ausreichend befriedigt und er würde auf dieses Thema nicht mehr zurückkommen. Doch der Herr wollte mehr als das. Er wollte den Vater nicht nur sichtbar machen, sondern uns sogar in eine Beziehung zu diesem Vater bringen, so wie Er selbst in einer Beziehung zu dem Vater stand. Das macht Er dann in seiner Antwort in den nächsten Versen deutlich. Noch deutlicher wird das in seinen Worten in Joh 20,17, wo Er zu Maria Magdalene sagt: „Geh aber hin zu meinen Brüdern und sprich zu ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater und meinem Gott und eurem Gott“. Wie groß ist die Gnade Gottes, dass wir nicht nur eine Offenbarung des Vaters haben, sondern sogar in eine Beziehung zu diesem Vater gebracht worden sind! Es war noch mehr in dem Herzen Gottes für die Jünger und für uns als das, was sie bisher schon an Wunderbarem hatten sehen dürfen.

In keinem anderen Evangelium wird uns fast von Beginn an so deutlich gezeigt, dass der Herr Jesus die Offenbarung des Vaters ist. Er, der im Schoß des Vaters ist, hat Ihn als Gott, aber auch in seiner Beziehung als Vater kundgemacht (Joh 1,18). Alles, was der Herr Jesus hier auf dieser Erde gesagt hat, was Er getan hat und was Er ist, war die Offenbarung des Vaters. Es gab kein Werk, das Er getan hat, um darin nicht den Vater zu zeigen. Es gab kein Wort, das Er gesprochen hat, welches Er nicht vorher bei dem Vater gehört hatte. Er selbst, als die vor ihnen stehende Person, war die Offenbarung des Vaters.

Wir müssen bei diesen Fragen der Jünger aber auch bedenken, dass sie als Menschen auf dieser Erde noch nicht in der Zeit gelebt haben, in der wir jetzt leben. Die Antworten des Herrn Jesus gehen ja auch immer über die damalige Zeit hinaus und setzen seine Rückkehr in den Himmel und das Herabkommen des Heiligen Geistes als in uns wohnend voraus. Auch haben wir den Herrn Jesus nie anders als im Glauben mit den Augen unseres Herzens gesehen (1. Pet 1,8). Für die Jünger bedeutete das, was der Herr ihnen hier offenbarte, eine riesige Veränderung, deshalb wollen wir sie aufgrund ihrer Fragen nicht verurteilen.

„Jesus spricht zu ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen, und wie sagst du: Zeige uns den Vater?“ (V. 9).

Bei allen drei Unterbrechungen durch die Jünger in diesem Kapitel (Thomas in Vers 5, Philippus in Vers 8 und Judas in Vers 22) können wir sehr dankbar sein für die Erwiderungen, die der Herr Jesus darauf gibt, denn seine Worte gehen jedes Mal weit über das hinaus, was Er den Jüngern gesagt hatte, bevor Er von ihnen unterbrochen worden war. Sie geben uns noch tiefere Einblicke in das, wer der Herr Jesus ist und wer der Vater ist.

Anders als bei der Erwiderung auf den Einwand von Thomas erfährt Philippus hier durch die Antwort des Herrn doch einen gewissen Tadel. Thomas hatte wegen des Weges zu dem Haus des Vaters nachgehakt, und darüber hatte der Herr bislang nur sehr wenig zu den Jüngern gesprochen. Aber über den Vater selbst hatte Er seinen Jüngern bereits sehr viel gesagt, deshalb wohl dieser leichte Verweis. Und kaum ein Jünger war länger bei dem Herrn gewesen als Philippus: Nach Joh 1,43 ff. war er einer der ersten Jünger, die zu dem Herrn gekommen und bei Ihm geblieben waren. Hätte er nicht – auch ohne den Geist in sich wohnend zu besitzen – schon mehr erfasst haben können von dem, was der Herr immer wieder von dem Vater gesagt und gezeigt hatte?

Man könnte von Philippus sagen, dass er ein Mann des Sehens war. In Joh 1,46 sagt er zu Nathanael: „Komm und sieh!“; dort hatte er erkannt, dass der Herr Jesus der Messias, der König Israels war. In Joh 6 hatte er einen klaren Blick dafür, was notwendig wäre, um diese große Volksmenge mit Nahrung versorgen zu können (Vers 5–7). In Joh 12 waren Griechen zu ihm gekommen, die Jesus sehen wollten, und Philippus hatte sie zusammen mit Andreas mit dem Herrn in Verbindung gebracht (Vers 20–22). Bei jener Szene ging es um die Herrlichkeit des Herrn als „Sohn des Menschen“, und davon hatte Philippus wohl etwas erfasst. Aber hier, wo es darum ging, dass der Sohn Mensch geworden ist und den Vater offenbart hat, zeigte Philippus mit seinem Einwand, dass er das nicht verstanden hatte. Der Herr hatte ihn mit hineingenommen in die Situation der Speisung der Fünftausend und ihm gezeigt, dass das, was jetzt vor ihnen stand, menschlich völlig unmöglich war. Anschließend handelte Er so, dass man sehen konnte: Das war göttlich und nicht menschlich. Und deshalb auch hier diese Reaktion des Herrn, dass gerade dieser Philippus, der Ihn doch in dieser Göttlichkeit hätte erkennen können, mehr sogar als die anderen Jünger, Ihm jetzt diese Frage stellt. Philippus war nicht so gewachsen, wie er hätte wachsen können und sollen. Es klingt eine gewisse Traurigkeit aus diesen Worten des Herrn, ähnlich wie Joseph in 1. Mo 50,17 über die furchtsamen Worte seiner Brüder weinte, die damit zeigten, wie wenig sie von Joseph erkannt hatten.

Wir wollen in dieser Erwiderung des Herrn drei bemerkenswerte Punkte herausstellen:

  • „So lange Zeit bin ich bei euch“: Es waren vielleicht etwas mehr als drei Jahre. Ist das eine lange Zeit? Ja, weil der Herr Jesus in der Vollkommenheit seiner Person nicht lange Zeit braucht, um zu zeigen, wer Er ist und wer Er in Beziehung zu dem Vater ist. Wenn wir einen Menschen kennenlernen, den wir vorher nie gesehen haben, dann brauchen wir etwas Zeit, um zu erfassen, wer diese Person ist, um sie kennenzulernen. Wir sind unvollkommene Menschen und nicht immer klar in unserem Wesen und unserem Verhalten, so dass es eine Zeit braucht, bis völlig deutlich wird, wie der Charakter ist. Aber der Herr Jesus ist so vollkommen, dass es keine Zeit braucht, um sichtbar zu machen, wer Er ist. Wo Er ist, ist automatisch klar, wer Er ist, weil Er immer eindeutig transparent ist und in völliger Perfektion hier auf der Erde aufgetreten ist.
  • „Du hast mich nicht erkannt“: Philippus hatte tatsächlich schon etwas über den Herrn Jesus erkannt. Er hatte „den gefunden, von dem Mose in dem Gesetz geschrieben hat“ (Joh 1,45). Aber hier geht es jetzt um eine höhere Beziehung – eine geistliche, eine himmlische Beziehung. Das, was die irdische Beziehung des Herrn Jesus zu seinem Volk betraf, das hatte Philippus sehr wohl erkannt. Aber hier werden wir auf eine völlig andere Ebene geführt, und das hatte Philippus nicht erkannt. Erkennen hat auch weit mehr mit dem Herzen zu tun als mit dem Verstand, es beinhaltet tatsächlich auch das Wahrnehmen von Beziehungen.
  • „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“: Es geht nicht um einen visuellen Eindruck, sondern das Sehen mit dem Herzen bedeutet, das Wesen einer Sache, den Kern, den Charakter einer Sache wertzuschätzen, wahrzunehmen und darüber dann auch anbeten zu können. Der Vater sucht Menschen, die Ihn aus dem Bewusstsein ihrer Beziehung zu Ihm als Kinder anbeten. Was konnte man denn in dem Reden und in dem Wirken des Herrn Jesus sehen? Man konnte sehen, dass Gnade und Wahrheit gekommen waren. Man konnte sowohl die Heiligkeit als auch die Liebe Gottes des Vaters erkennen. Wir dürfen deshalb nicht übersehen, dass diese Offenbarung des Vaters in dem Herrn Jesus auch mit einschließt, dass der Vater sich gegen eine solche Person stellen und richterlich mit ihr handeln wird, die den Sohn nicht ehrt (Joh 5,23).

Der erste dieser drei Punkte hat auch uns viel zu sagen! Was müsste der Herr zu mir sagen? Wie lange bin ich bekehrt? Wie lange kann ich lesen? Wie unfassbar viele Vorträge habe ich schon gehört! Wie viele Betrachtungen habe ich schon gelesen! So lange Zeit hören wir das Wort Gottes, sind Kinder Gottes. Wir sind verantwortlich für die Zeit, die wir schon gehabt haben, um Christus kennenzulernen. Und was habe ich mit dem Herzen verstanden? Hätte ich „über diesen viel zu sagen“ (Heb 5,11)? Wir haben so viel Klarheit, wir haben den Heiligen Geist, wir sind so viel gewohnt und haben so viele gute Dinge. Aber was haben wir wirklich von Ihm erfasst? Die letzten Worte von Petrus sind wie ein Resümee unter sein Leben: „Wachst aber in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus“ (2. Pet 3,18); denn wenn wir Ihn erkannt haben, haben wir den Vater gesehen. Was sehen wir, wenn wir den Herrn Jesus sehen? Sehen wir den Vater? Bedeutet es für unser Herz eine Herrlichkeit des Herrn, dass wir in Ihm den Vater sehen? So, wie der Herr Jesus zu uns gekommen ist, hat Er den Vater sichtbar gemacht. Haben wir mehr davon erfasst, als Philippus es hatte?

Unsere intellektuellen Fähigkeiten, so nützlich sie an ihrer Stelle sind, reichen nicht hin, um Christus zu erkennen; Fleisch und Blut können Ihn uns nicht offenbaren (s. Mt 16,17). Manchmal sind sie sogar ein Hindernis, um Christus wirklich in seiner Tiefe kennenzulernen. Paulus setzte all diese Vorzüge beiseite (vgl. Phil 3,8), denn er wusste, dass dieser Schatz, mit Christus in Beziehung zu stehen und Ihn mehr und mehr kennenzulernen, viel wichtiger war als seine Bildung, seine Herkunft, sein Intellekt. Möge der Herr uns helfen, dass wir auch diese an sich positiven Dinge richtig bewerten, dass wir uns von diesen Dingen sozusagen entleeren, sie beiseitelegen und dann mehr von Christus kennenlernen.

Der Herr Jesus gebraucht hier zwei verschiedene Ausdrücke: „erkennen“ und „sehen“. Das eine ist „den Vater sehen“ und das andere ist „den Herrn erkennen“, beides hängt eng miteinander zusammen. Es gibt nur einen Weg dazu, den Vater zu sehen, und dieser Weg heißt, den Herrn Jesus zu erkennen. Das meint eben nicht nur das bloße Sehen, welche Wunder Er gewirkt hat, das Beobachten, wie wunderbar Er belehren kann, wie Er heilen kann und so weiter, sondern wer Er ist – in der Herrlichkeit seiner Person.

Niemand sonst als nur eine göttliche Person konnte den Vater offenbaren. Der Herr Jesus wurde Mensch, damit Er hier auf dieser Erde uns Menschen den Vater offenbart. Und damit nicht genug: Er wollte uns auch in eine Beziehung zu diesem Vater bringen, und dafür gab Er sein Leben auf Golgatha.