„Und das ganze Volk nahm die Donner und die Flammen und den Posaunenschall und den rauchenden Berg wahr. Und als das Volk es wahrnahm, zitterten sie und standen von fern; … Und das Volk stand von fern; und Mose nahte dem Dunkel, wo Gott war“ (2. Mo 20,18.21).
„Jetzt aber, in Christus Jesus, seid ihr, die ihr einst fern wart, durch das Blut des Christus nahe geworden“ (Eph 2,13).
„Da wir nun, Brüder, Freimütigkeit haben zum Eintritt in das Heiligtum durch das Blut Jesu, auf dem neuen und lebendigen Weg, den er uns eingeweiht hat durch den Vorhang hin, das ist sein Fleisch, und einen großen Priester haben über das Haus Gottes, so lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen, in voller Gewissheit des Glaubens, die Herzen besprengt und so gereinigt vom bösen Gewissen und den Leib gewaschen mit reinem Wasser“ (Heb 10,19–22).
Als der HERR damals auf den Berg Sinai hinabstieg, um Mose die zehn Gebote zu geben, rauchte und bebte der ganze Berg. Das Volk Israel stand von fern und nahm die Donner, die Flammen, den Posaunenschall und den Rauch wahr. Die Szene war so furchteinflößend, dass das ganze Volk zitterte. Obwohl Israel damals das einzige Volk war, das eine Beziehung zu Gott hatte und Ihm – im Vergleich zu den heidnischen Völkern – äußerlich näherstand, war es doch eine Beziehung, die durch Furcht und Zittern geprägt war (Heb 12,18–21).
Wie ganz anders ist es heute für uns Gläubigen der Gnadenzeit! Gott ist nicht mehr im Verborgenen und im Dunkeln, sondern hat sich in seinem Sohn völlig offenbart (Heb 1,1.2). Durch sein Leiden und Sterben am Kreuz von Golgatha hat der Herr Jesus Sühnung getan und damit eine Grundlage gelegt, auf der wir Gott nahen können. Durch sein vergossenes Blut steht uns nun der neue und lebendige Weg in das himmlische Heiligtum offen und wir können Gott jederzeit nahen (Heb 10,19–22; 12,24).
Einst waren auch wir fern von Gott – sowohl äußerlich als auch innerlich. Wir waren tot in unseren Vergehungen und Sünden, ohne Christus, entfremdet dem Bürgerrecht Israels und Fremdlinge betreffs der Bündnisse der Verheißung (Eph 2,1.12). Aber jetzt, in Christus Jesus, sind wir, die wir einst fern waren, durch sein Blut nahe geworden. Durch Ihn haben wir durch den Geist unmittelbaren Zugang zu dem Vater (Eph 2,18). Wir sind seine geliebten Kinder und dürfen in dem Licht wandeln, wie Er in dem Licht ist (1. Joh 1,7; 3,1). Während das Volk Israel damals von fern um den Berg Sinai stand und zitterte, haben wir volle Freimütigkeit zum Eintritt in das Heiligtum, um Gott Opfer des Lobes und Dankes darzubringen (Heb 13,15). Machen wir regen Gebrauch davon?
