Es gibt im Neuen Testament drei Bezeichnungen für den Sohn Gottes, die wir gut unterscheiden müssen:
- Er ist der „eingeborene Sohn“ (Joh 1,18; 3,16; 1. Joh 4,9).
- Er ist der „erstgeborene Sohn“ (Röm 8,29; Kol 1,15.18; Heb 1,6; Off 1,5).
- Er ist der „eigene Sohn“ (Röm 8,32; Apg 20,28).
Hier eine kurze Erklärung zu den drei Begriffen, die zu weiterem Nachdenken anregen sollen:
1. Der „eingeborene Sohn“
Das bedeutet, dass der Sohn einzigartig ist. Es gibt keinen zweiten dieser „Art“, der so ist wie Er. Dieser Titel zeigt besonders seine ewige Sohnschaft und seine Wesensbeziehung zu dem Vater und mit dem Vater. Deshalb ist Er der „eingeborene Sohn im Schoß des Vaters“ (Joh 1,18), wobei „Schoß“ die Nähe der Beziehung beschreibt. Der Begriff hat nichts mit „Geburt“ zu tun und bedeutet nicht, dass Er zu einem bestimmten Zeitpunkt angefangen hätte zu existieren. Er ist der ewige Sohn – einzigartig und unvergleichlich.
2. Der „erstgeborene Sohn“
Auch das hat im Blick auf unseren Herrn (abgesehen von Lk 2,7 und Mt 1,25) nichts mit Geburt zu tun, sondern mit Rang, Vorrang und Stellung. Es ist ein Titel der Würde, nicht der Entstehung. Christus ist „der Vorranghabende“, „der Erste im Rang“. Er ist der Erste und Höchste in jedem Bereich, in den Er eintritt und in dem Er mit anderen verbunden ist:
- Kolosser 1,15: der Erstgeborene im Bereich der Schöpfung, in die Er als Mensch eintrat
- Kolosser 1,18: der Erstgeborene aus den Toten, das heißt aller, die an der ersten Auferstehung teilhaben
- Römer 8,29: der Erstgeborene unter vielen Brüdern, wenn wir einmal in der Herrlichkeit sind
- Hebräer 1,6: der Erstgeborene im kommenden Reich im Blick auf königliche Würde und Anbetung
- Offenbarung 1,5: der Erstgeborene der Toten, weil Er selbst in den Bereich des Todes eingetreten ist
3. „Sein eigener Sohn“
Gott hat „seinen eigenen Sohn“ nicht verschont (Röm 8,32). Gemeint ist, dass der Sohn den höchsten Wert überhaupt für Gott hat. Er ist kein „erschaffener Sohn“ (wie die Engel) und kein „adoptierter Sohn“ (wie die Gläubigen), sondern Gottes eigener Sohn. Kein Engel und kein Gläubiger haben einen solchen Wert. Der Ausdruck unterstreicht, wie tief Gottes Liebe zu Ihm ist und wie kostbar (wertvoll) der Sohn deshalb für den Vater ist. „Sein eigener Sohn“ zeigt den höchstmöglichen Wert, den der Vater für uns hingibt.
Fazit
- Der eingeborene Sohn ist der einzigartige, unvergleichliche Sohn in ewiger Beziehung zum Vater.
- Der erstgeborene Sohn ist der Vorranghabende über alles und über jeden Bereich, in den Er eintritt.
- Der eigene Sohn ist der Gegenstand höchster und innigster göttlicher Liebe.
So ergänzen sich die Titel und sie zeigen einen wunderbaren Dreiklang von Beziehung, Würde und Liebe. Was sie wirklich in sich schließen, kann nur der Vater wertschätzen.
