„Ein Lamm ohne Fehl sollt ihr haben …, von den Schafen oder von den Ziegen sollt ihr es nehmen“ (2. Mo 12,5).
In 2. Mose 12 wird das Passahopfer auf eine bemerkenswerte Weise vorgestellt. Obwohl in jener denkwürdigen Nacht viele Tiere starben, ist doch immer von „einem Lamm“ die Rede. Für Gott handelt es sich nicht um verschiedene Opfer, sondern um ein einziges Opfer. Er hat dieses Opfer angeordnet, und es spricht von Christus, der für uns sein Leben gab: „Denn auch unser Passah, Christus, ist geschlachtet worden“ (1. Kor 5,7).
In den Vorschriften des Passahs werden drei verschiedene Tiernamen genannt: das Lamm (als Oberbegriff), das Schaf und die Ziege. Diese drei Tiere sind bewusst von Gott ausgewählt worden. Die Begriffe sind nicht einfach austauschbar, denn jeder Begriff weist auf einen ganz besonderen Aspekt der Person und des Werkes unseres Herrn hin. Im Neuen Testament finden wir übrigens nur noch den Oberbegriff „Lamm“ wieder – dort ist weder vom Schaf noch von der Ziege die Rede. (Apostelgeschichte 8,32 ist eine Ausnahme, weil dort aus dem AT zitiert wird.)
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Das Lamm: Wenn die Bibel von dem Lamm spricht, steht der Opfercharakter des Herrn Jesus im Vordergrund. Das Lamm spricht von Unschuld, Reinheit und Sanftmut. Ein solches Opfer war nötig. Es weist unmittelbar auf Christus als das stellvertretende Opfer hin, dessen Blut uns vor dem gerechten Gericht Gottes schützt. Hier steht also vor allem das Werk im Fokus, das für Gott vollbracht wurde.
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Das Schaf: Das Schaf lenkt unseren Blick hingegen besonders auf Geduld und Unterordnung des Herrn Jesus. Das Schaf ist ein wehrloses und relativ fügsames Herdentier. Dieses Bild spricht von Christus in seinen Leiden, von dem, der „seinen Mund nicht auftat“ (Jes 53,7). Er wehrte sich nicht, als wir Menschen Ihn misshandelten. Er ordnete sich freiwillig dem Willen seines Vaters unter und ging in den Tod – ohne inneren Widerstand und ohne Bitterkeit. Er wollte den Willen seines Vaters tun.
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Die Ziege: Die Ziege schließlich hebt einen weiteren Charakterzug hervor, nämlich die Einsamkeit und die Absonderung. Im Unterschied zum Schaf ist die Ziege kein typisches Herdentier. (Es ist deutlich schwieriger, eine Gruppe Ziegen zusammenzuhalten als eine Gruppe Schafe.) Die Ziege weist auf die moralische Einsamkeit des Herrn Jesus hin. Er war unter den Menschen, aber nicht von ihnen. Er war der wahre „Abgesonderte unter seinen Brüdern“ (5. Mo 33,16). Er ging seinen Weg allein, unverstanden, vom Bösen getrennt und ganz für Gott.
So zeigen uns diese drei Begriffe nicht mehrere voneinander losgelöste Bilder, sondern Christus als das eine Opfer in der ganzen Fülle seiner Person. Er ist das unschuldige Opfer, Er ist der leidende Gehorsame. Er ist der abgesonderte Sohn, der dennoch immer in Gemeinschaft mit dem Vater war. Wir betrachten Ihn dankbar, lobend und anbetend.
