Der Geist Gottes richtet sich an die Gläubigen mit einer unendlichen Liebe. Er vollendet die Heilige Schrift, indem Er uns zuruft: „Die Gnade des Herrn Jesus Christus sei mit allen Heiligen!“ (Off 22,21). Gott sei Dank: Die Kinder Gottes besitzen nun ein wunderbares Erbe. Dieses Erbe ist die Gnade unseres Herrn Jesus Christus. Geht von diesen Worten „die Gnade unseres Herrn Jesus Christus“ nicht eine ganz besondere Sanftheit aus?

Wo haben wir schon einmal diese Worte gehört oder gelesen? – Denken wir nur an diesen berührenden Vers in 2. Korinther 8,9: „Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, dass er, da er reich war, um euretwillen arm wurde, damit ihr durch seine Armut reich würdet.“ Welch ein starkes Wort: Unser Herr Jesus Christus wurde arm, damit wir reich werden konnten!

Er war reich. Wer könnte die Größe seines Reichtums ganz ermessen – wir haben es schließlich mit dem allmächtigen Schöpfer, dem ewigen Gott zu tun, dem „eingeborenen Sohn, der im Schoß des Vaters ist“ (Joh 1,18). Er befiehlt den himmlischen Heerscharen. Alle diese Titel geben einen Eindruck seiner Macht und seines Reichtums.

Und trotzdem wurde Er arm. Er war auf dieser Erde ein armer Mensch. Einst schuf Er die unzählbare Menge an Sternen, die seine Herrlichkeit und Allmacht widerstrahlen. Doch dann kam Er auf diese Erde, ging seinen heiligen Weg in den staubigen Straßen Israels, ohne Heim, ohne Bleibe. Unser Herr ging den Weg, der Ihn nach Golgatha führte, wo Er – verlassen von seinen Freunden – an das Kreuz geschlagen wurde wie ein Übeltäter. In den drei Stunden der Finsternis leuchtete kein Licht mehr über Ihm. Und niemand von dieser Erde konnte sein Leiden lindern. Er war allein.

Warum wurde der Herr der Herrlichkeit so arm? Warum musste Er alles dies leiden? – Weil es nötig war für dich, für mich, für uns alle. Er wurde arm, damit wir reich in Ihm werden konnten.

| Original: Le Seigneur est proche, 21.7.2024