„Dies aber sage ich zu eurem eigenen Nutzen, nicht um euch eine Schlinge überzuwerfen, sondern zur Wohlanständigkeit und zu ungeteiltem Anhangen an dem Herrn“ (1. Kor 7,35).
Das Leben eines Christen ist in erster Linie ein himmlisches Leben. Das können wir wohl kaum verstehen, wenn wir nicht die Gedanken Gottes über uns kennen. Wir werden das jedoch einmal vollkommen erkennen, wenn wir im Haus des Vaters sein werden; unsere Körper werden dann zur Gleichförmigkeit mit dem Erstgeborenen umgestaltet werden (s. Röm 8,29). Alles Sterbliche wird dann von dem Leben verschlungen sein (s. 2. Kor 5,4).
Schon heute ist das ewige Leben unser. Das Wort Gott macht uns das deutlich. Außerdem ist dieses Leben fremd in dieser Welt, es gehört nicht zu ihr. Darüber müssen wir uns bewusst sein, wenn wir die Segnungen, die Gott uns heute schon in seinem Sohn geschenkt hat, genießen möchten.
Die Worte des Apostels Paulus im genannten Vers haben mich schon oft beeindruckt: „zu ungeteiltem Anhangen an den Herrn“.{Im englischen Original heißt es für „ungeteilt“: without distraction, das heißt „ohne Ablenkung“.) Ist das für uns eine bekannte, tägliche Realität? Diese Worte sagen, dass die Seele durch den Glauben in den himmlischen Örtern wohnt, sich dort aufhält und sich dort bewegt. Es bedeutet, dass das Herz in der ständigen, ungeteilten Gemeinschaft mit dem Herrn lebt.
Das ist auch das Ziel des Heiligen Geistes für uns alle. Der Geist ist die göttliche Verbindung, die unser Herz auf der Erde mit Christus im Himmel ununterbrochen verbinden will. Sein Ziel ist es außerdem, uns schon heute die Dinge bewusst werden zu lassen, die erst dann vollkommen sein werden, wenn der Herr Jesus wiederkommt. Doch schon heute sollen wir uns an den himmlischen Dingen erfreuen.
In dem Maß, wie wir uns mit den unsichtbaren, himmlischen Dingen beschäftigen, werden wir Kraft erhalten für alle Umstände des Lebens, mit denen wir konfrontiert werden. Ein Herz, das schon im Glauben bei Christus „angekommen“ ist, erhebt sich über alles, was uns hier anziehend erscheinen könnte. Wir erheben uns dann über eine böse Welt und über den Verfall im Volk Gottes und schauen dem himmlischen Ziel entgegen.
„Wenn ihr nun mit dem Christus auferweckt worden seid, so sucht, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Sinnt auf das, was droben ist, nicht auf das, was auf der Erde ist; denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott“ (Kol 3,1–3).
| Aus: Le Seigneur est proche, 28.4.2025
