Wenn man die Art und Weise vergleicht, wie Abraham, Isaak und Jakob jeweils vorgehen, um ihren Söhnen einen Ehepartner zu finden, stellt man große Unterschiede fest. Außerdem fällt ein deutlicher Niedergang ins Auge.
Abraham
„Und Abraham sprach zu seinem Knecht, dem ältesten seines Hauses, der alles verwaltete, was er hatte: Lege doch deine Hand unter meine Hüfte, und ich werde dich schwören lassen bei dem HERRN, dem Gott des Himmels und dem Gott der Erde, dass du meinem Sohn nicht eine Frau nehmen wirst von den Töchtern der Kanaaniter, in deren Mitte ich wohne; sondern in mein Land und zu meiner Verwandtschaft sollst du gehen und meinem Sohn Isaak eine Frau nehmen“ (1. Mo 24,2–4).
Bei Abraham sieht man, dass er von sich aus die Initiative ergreift, seinem Sohn eine Frau zu finden. Er hat sehr klare Vorstellungen, aus welchem Land und welcher Familie die Frau seines Sohnes kommen soll: Auf keinen Fall sollte es eine Frau von den Töchtern der Kanaaniter sein, sondern eine Frau aus seinem Land und aus seiner Verwandtschaft. Außerdem fällt auf, dass er nicht seinen Sohn losschickt, um sich eine Frau zu holen, sondern seinen Knecht damit beauftragt. Bevor er diesen jedoch aussendet, gibt er ihm genaue Anweisungen darüber, wie er sich zu verhalten hat.
Isaak
„Und Isaak rief Jakob und segnete ihn; und er gebot ihm und sprach zu ihm: Du sollst nicht eine Frau nehmen von den Töchtern Kanaans. Mach dich auf, geh nach Paddan-Aram, zum Haus Bethuels, des Vaters deiner Mutter; und nimm dir von dort eine Frau von den Töchtern Labans, des Bruders deiner Mutter“ (1. Mo 28,1.2).
Bei Isaak und seinem Sohn Jakob sieht die Sache schon anders aus. Isaak ergreift nicht mehr selbst die Initiative, seinem Sohn eine Frau zu suchen, sondern reagiert auf die Tatsache, dass Jakob von zu Hause fliehen muss. Bevor Jakob in die Fremde aufbricht, gibt Isaak ihm die Anweisung, sich keine Frau von den Töchtern Kanaans zu nehmen, sondern zu seiner Verwandtschaft nach Paddan-Aram zu gehen und sich von dort eine Frau zu nehmen. Hier finden wir auch keinen Knecht, der gesandt wird, um für Jakob eine Frau zu suchen, sondern Jakob geht selbst. Im Gegensatz dazu sehen wir bei seinem Bruder Esau von Anfang an Unglauben: Er nimmt sich Machalat zur Frau, eine Tochter Ismaels (1. Mo 28,9), nachdem er sich zuvor bereits zwei Frauen von den Töchtern Kanaans genommen hatte (1. Mo 26,34.35).
Jakob
„Und es geschah, als Israel in jenem Land wohnte, da ging Ruben hin und lag bei Bilha, der Nebenfrau seines Vaters. Und Israel hörte es“ (1. Mo 35,22).
Den größten Niedergang sehen wir bei Jakob und seinen Söhnen. Jakob scheint das wichtige Thema der Partnerwahl überhaupt nicht mit seinen Kindern besprochen zu haben – jedenfalls wird uns in der Bibel nichts davon berichtet. Und das Verhalten seiner Kinder lässt vermuten, dass sie die Grundsätze, von denen Abraham und Isaak noch geleitet waren, überhaupt nicht mehr kannten. Selbst als Ruben mit Bilha, der Nebenfrau seines Vaters, Ehebruch begeht, scheint Jakob nur geschwiegen zu haben. Offensichtlich hat er zeitlebens versäumt, seinen Kindern die wichtigen Grundsätze der Partnerwahl nahezubringen.
Wie sieht es damit in unseren Familien aus?
