„Ihr aber seid Christi Leib, und Glieder im Einzelnen“ (1. Kor 12,27). 

Die Gläubigen in Korinth, an die Paulus seinen ersten Brief schrieb, waren nicht der Leib Christi, sondern nur ein Teil des Leibes Christi, denn der Leib Christi besteht aus allen zu einem gewissen Zeitpunkt lebenden Gläubigen auf der Erde (1. Kor 12,13). Die örtliche Versammlung in Korinth hatte keine eigenständige Identität, sondern war nur eine örtliche Darstellung der weltweiten Versammlung (vgl. Apg 20,28). Wenn die Gläubigen als Versammlung in Korinth zusammenkamen (Mt 18,20), repräsentierten sie die weltweite Versammlung in der Stadt Korinth. Sie versammelten sich auf der Grundlage, dass es nur einen Leib auf der Erde gibt. Diese Einheit des Leibes bezeugten sie regelmäßig beim Brechen des Brotes (1. Kor 10,17). Dabei sollten sie sich von allem Bösen trennen (1. Kor 5,6.13; 10,18–22; 1. Thes 5,22).

Aus diesem Sachverhalt lassen sich folgende Schlussfolgerungen für die örtliche Versammlung ableiten:

  • Sie ist ein Teil der weltweiten Versammlung.
  • Sie ist ein Ausdruck der weltweiten Versammlung.
  • Sie trägt den Charakter der weltweiten Versammlung (Heiligkeit und Absonderung vom Bösen; Ps 93,5).
  • Sie handelt in Übereinstimmung mit der weltweiten Versammlung.
  • Sie trifft Entscheidungen im Blick auf die weltweite Versammlung.
  • Sie ist gebunden an Entscheidungen anderer örtlicher Versammlungen.

Daraus folgt für die Beziehung zwischen örtlichen Versammlungen:

  • Sie gehören alle zur weltweiten Versammlung (vgl. 1. Kor 12,14).
  • Sie sind untereinander verbunden (vgl. 1. Kor 12,20).
  • Sie handeln in Übereinstimmung miteinander (1. Kor 12,21).
  • Sie sind in ihren Entscheidungen voneinander abhängig (Mt 18,18).
  • Sie sind alle gleichermaßen gebunden an die Aussagen der Heiligen Schrift (1. Kor 1,2; 7,17).
  • Sie sind alle gleichermaßen abhängig von der Leitung des Geistes (1. Kor 3,16) und des himmlischen Hauptes (Kol 2,19).