Nadab und Abihu brachten Räucherwerk dar, das nicht durch das Feuer auf dem Brandopferaltar angezündet worden war (3. Mose 10,1–11). Es war „fremdes Feuer“. Deshalb mussten sie sterben. Heute bringen viele Menschen, die sich Christen nennen, ihre Anbetung vor Gott und ignorieren dabei, was am Kreuz geschehen ist. Das kann Gott nicht annehmen. Stärker noch: Das ruft sein ganzes Missfallen hervor. Vielleicht haben wir uns dieser Sünde nicht schuldig gemacht und wir danken Gott bewusst auf der Grundlage des Opfers Christi am Kreuz.

Aber dieses Kapitel im dritten Buch Mose zeigt noch ein anderes Versagen von zwei Söhnen Aarons: von Ithamar und von Eleasar (3. Mose 10,12–20). Sie verbrannten ein Sündopfer, dessen Blut nicht ins Heiligtum gebracht worden war. Das war so nicht vorgesehen. Diese Art von Sündopfer sollten die Priester nicht verbrennen, sondern in der Gegenwart Gottes essen. Das taten die Söhne Aarons jedoch nicht, und deshalb wurde Mose zornig.[1] Wenn damals ein Israelit ein Sündopfer brachte, dann sollten sich die Priester mit dessen Sünde einsmachen. Gott war verunehrt worden! Die Priester waren traurig und dachten beim Essen des Fleisches des Sündopfers darüber nach. Und so trugen sie in ihrem Herzen die Sünde des Volkes. Wurde das Sündopfer hingegen verbrannt, so zeigte das Gleichgültigkeit gegenüber der Sünde eines Israeliten[2]

Und wenn wir heute von Sünden anderer hören – was ist dann die Folge? Empörung! Überheblichkeit! Verachtung! Kaum ein Empfinden dafür, dass der Name des Herrn befleckt wird; keine Trauer über das Böse und kein Beten für den, der gesündigt hat! „Wenn es um Fürbitte geht, sollen wir alle Ungerechtigkeit davon in unseren eigenen Herzen tragen. So wird die Sünde selbst zum Anlass für das Ausströmen von Liebe und nicht für das Ausströmen von Gericht“ (J. N. Darby).

Also: Wir wollen nicht nur den Fehler von Nadab und Abihu vermeiden, sondern auch den Fehler von Eleasar und Ithamar.


Fußnoten:

  1. Durch die Fürsprache von Aaron konnte Mose sich in dieser besonderen Situation mit dieser Vorgehensweise zufriedengeben, was aber nicht den Grundsatz ändert.
  2. Es wurden nur die Sündopfer  verbrannt, die für den gesalbten Priester und für die ganze Gemeinde dargebracht wurden. Es ging bei diesen Opfern um kollektive Schuld, und so gab es keine Einsmachung mit der Sünde eines Einzelnen.