Christus hat Sühnung für Sünden getan. Die Sühnung hat eine Seite, die sich auf Gott bezieht, und eine Seite, die sich auf Menschen bezieht. Weil Christus Sühnung vor Gott getan hat, kann Gott allen Menschen Vergebung der Sünden anbieten. Weil Christus Sühnung getan hat für diejenigen, die an ihn glauben, sind ihnen die Sünden für immer vergeben. Er ist am Kreuz ihr Stellvertreter geworden.[1]

Vielleicht kann folgendes Beispiel etwas helfen:

Ein König hat viele Untertanen, die sich um seine gerechten Ansprüche nicht scheren. Sie verschulden sich alle maßlos. Alle bekommen den Eindruck, dass der König schwach ist und dass man es mit ihm „machen kann“. Er wird öffentlich lächerlich gemacht.

Doch der König hat längst seine Soldaten zusammengezogen und wird bald das Gericht bringen. Da kommt ein vermögender Bürger, der Sohn des Königs. Vor den Augen aller gibt er alle die Gaben, die die Untertanen bringen müssten. Jeder weiß und sieht: Der König hat Ansprüche und man muss ihn ernst nehmen. Er wird geehrt. So bleibt der König zunächst ruhig. Sein Zorn legt sich. Er bietet sogar allen Bewohnern Schuldenerlass an. Der Sohn hat im Blick auf alle bezahlt (Sühnung getan).

Aber die Leute, die Schulden haben, müssen zu dem König kommen und um Vergebung bitten. Dann werden sie aus dem Schuldregister genommen, und ihr Konto wird durch das Geld, das der Sohn eingezahlt hat, auf 0 Euro gestellt. Der Sohn hat stellvertretend für die bezahlt, die ihm vertrauen.

Doch einige lehnen das Angebot ab und werden am Ende doch gerichtet. Durch ihre Halsstarrigkeit machen sie die Tat des Sohnes und die Gnade des Königs für sich selbst unwirksam.


Fußnoten:

  1. Diese beiden Aspekte werden durch die beiden Böcke in 3. Mose 16 vorgeschattet.