„Bleibt in mir, und ich in euch. Wie die Rebe nicht von sich selbst aus Frucht bringen kann, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, dieser bringt viel Frucht, denn außer mir könnt ihr nichts tun“ (Johannes 15,4.5).
Zunächst hat der Herr gezeigt, was der Vater tun würde, jetzt spricht er von unserer Verantwortung. Und das Erste, was er betont, ist das Bleiben in ihm, die Gemeinschaft. Wenn wir das tun, dann wird er auch in uns bleiben, dann wird er sich uns in seiner Herrlichkeit offenbaren. Dass er in uns bleibt, wird die unweigerliche Folge sein, und dass wir in ihm bleiben; denn er ist treu.
Nur wenn wir in Gemeinschaft mit ihm bleiben, kann etwas zur Freude Gottes hervorgebracht werden. Wir sind in jeder Hinsicht von dem Herrn abhängig, denn alles besteht durch ihn (Kol 1,16.17), aber hier geht es darum, dass sich das neue Leben durch uns offenbart.
Man kann mit der Rebe alles Mögliche machen, man kann sie perfekt bewässern, sie in eine Goldvase stecken, in die Sonne stellen, ins Gewächshaus bringen – und doch wird nie Frucht hervorkommen, wenn sie nicht in Verbindung mit dem Weinstock steht. Die enge Verbindung ist unerlässlich. Die Abhängigkeit der Schafe von dem Hirten ist groß, aber die Verbindung der Rebe zum Weinstock ist noch enger!
Kurz danach machen die Jünger die praktische Erfahrung dessen, was sie hier theoretisch gelernt haben: Sie fangen nichts, als sie ohne seinen Auftrag Fischen gehen (Joh 21,1–3). Es ist so: Das Fleisch nützt nichts (Joh 6,63).
