„Wenn die Welt euch hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat. Wenn ihr von der Welt wäret, würde die Welt das Ihre lieb haben; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt auserwählt habe, darum hasst euch die Welt“ (Joh 15,18.19). 

Die Welt wird hier als ein böses, von Gott entfremdetes System gesehen, das Ihm entgegensteht. Das Wesen der Welt ist, dass sie hasst. Sie hasst Gott und alle, die Gott gehören. Als Christus auf der Erde war, hasste die Welt Ihn. Wenn die Welt Ihn vor uns gehasst hat, dann wird sie auch uns hassen. Alle, die nicht zu dieser Welt gehören, sind Gegenstand des Hasses der Welt. Aber sie liebt alle, die zu ihr gehören und ihrem Wesen entsprechen. Der Herr hat uns aus Gnaden aus der Welt auserwählt, darum gehören wir nicht mehr zu ihr. Wir sind zwar noch in der Welt, aber nicht mehr von der Welt (Joh 17,14.16).

Warum werden wir heutzutage so wenig von der Welt gehasst? Zum einen liegt ein Grund sicher darin, dass wir so wenig von Christus zeugen und zu viele Kompromisse mit der Welt eingehen. Wir passen uns zu sehr der Welt an, obwohl uns Römer 12,2 ausdrücklich dazu auffordert, nicht der Welt gleichförmig zu sein. Es ist wahr, dass wir umso mehr von der Welt gehasst werden, wie wir ein Licht in dieser Welt sind. Und je weniger wir ein Licht sind, desto weniger werden wir gehasst werden. Zum anderen werden wir aber auch deshalb so wenig von der Welt gehasst, weil wir uns zu wenig in der anderen Welt – der Welt des Vaters – aufhalten und zu wenig mit den geistlichen und himmlischen Dingen beschäftigt sind.

Es ist in gewisser Weise normal, wenn die Welt uns hasst, weil wir nicht zu ihr gehören. Paulus schreibt in 2. Timotheus 3,12: „Alle aber auch, die gottselig leben wollen in Christus Jesus, werden verfolgt werden.“ Wir müssen also uns nicht wundern, wenn die Welt uns hasst (1. Joh 3,13). Wir sind oft überrascht, wenn die Welt uns hasst, weil wir oft nicht mit ihrem Hass rechnen. Doch die Ablehnung und der Hass der Welt sollte uns nicht verwundern, denn die Welt versteht uns Gläubige nicht. Sie kann mit uns Gläubigen nichts anfangen. Wir sind für sie wie Fremdkörper. Wenn die Welt uns hasst, dann ist das zwar schmerzlich, aber es macht uns auch deutlich, dass wir nicht zu ihr gehören. Es ist vielmehr ein Beweis dafür, dass wir zu einer anderen – himmlischen – Welt gehören und nicht mehr zu dem bösen Weltsystem, das Christus hasst.

Die Welt liebt das Ihre – das, was ihr zu eigen ist. Und der Herr liebt die Seinen, die sein Eigentum sind. So gibt es grundsätzlich nur zwei Gruppen von Menschen: solche, die die Welt die Ihren nennt, und solche, die der Herr die Seinen nennt. Wie glücklich dürfen wir uns schätzen, dass wir zu denen gehören, die der Herr die Seinen nennt!