Der Duden beschreibt „Gewohnheit“ als eine durch häufige und stete Wiederholung selbstverständlich gewordene Handlung, Haltung und Eigenheit. Jeder Mensch eignet sich im Lauf seines Lebens gewisse Gewohnheiten an. Auch der Herr Jesus hatte in seinem Leben als Mensch Gewohnheiten. Im Gegensatz zu uns waren es bei Ihm allerdings nur gute Gewohnheiten.

An drei Stellen im Lukasevangelium lesen wir davon, dass der Herr bzw. seine Eltern etwas aus Gewohnheit taten.

Das Passahfest in Jerusalem

„Und seine Eltern gingen alljährlich am Passahfest nach Jerusalem. Und als er zwölf Jahre alt war und sie nach der Gewohnheit des Festes hinaufgingen und die Tage vollendet hatten, blieb bei ihrer Rückkehr der Knabe Jesus in Jerusalem zurück; und seine Eltern wussten es nicht“ (Lk 2,41–43). 

Im Alter von zwölf Jahren ging der Herr Jesus entsprechend der Gewohnheit seiner Eltern nach Jerusalem, um das Passah gemäß dem Gebot Gottes zu feiern. Das Passah erinnerte an die Rettung der Erstgeborenen im Land Ägypten durch das Blut eines geschlachteten Lammes (2. Mo 12). Was muss der Herr auf dieser Reise empfunden haben! Er war ja in die Welt gekommen, um selbst als das wahre Passahlamm am Kreuz von Golgatha zu leiden und zu sterben.

Das Passahfest spricht von unserer Errettung durch das am Kreuz vergossene Blut des Herrn. Einmalig wurde das Passah in Ägypten gefeiert. Danach sollte es regelmäßig in Erinnerung an die Rettung aus Ägypten gefeiert werden. Das zeigt uns im übertragenen Sinn, wie wichtig es für Gott ist, dass wir regelmäßig an unsere Errettung durch Jesus Christus am Kreuz denken und Ihm dafür danken. Haben wir die gute Gewohnheit, dem Herrn täglich für unsere Errettung zu danken?

Die Synagoge

„Und er kam nach Nazareth, wo er auferzogen worden war; und er ging nach seiner Gewohnheit am Tag des Sabbats in die Synagoge und stand auf, um vorzulesen“ (Lk 4,16). 

Nachdem der Herr Jesus seinen öffentlichen Dienst begonnen hatte, kam Er nach Nazareth, wo Er aufgewachsen war. Auch jetzt ging Er seiner Gewohnheit nach am Tag des Sabbats in die Synagoge. Obwohl Er der Herr des Sabbats war, tat Er es den frommen Juden gleich und hatte die Gewohnheit, an diesem Tag in die Synagoge zu gehen und dort zu lehren (Lk 6,5; 13,10).

Wie sieht es bei uns aus? Haben wir die (gute) Gewohnheit, regelmäßig die Zusammenkünfte der Gläubigen zu besuchen oder gehören wir zu denen, die ihnen leichtfertig fernbleiben? Unter den gläubigen Hebräern gab es einige, bei denen es Sitte war, das Zusammenkommen zu versäumen (Heb 10,25). Wie viel Segen mag ihnen dadurch verloren gegangen sein! Darum: Lasst uns – wenn es uns irgend möglich ist – bestrebt sein, immer dort zu sein, wo der Herr verheißen hat, in der Mitte der Seinen zu sein (Mt 18,20)!

Der Ölberg

„Und er ging hinaus und begab sich der Gewohnheit nach an den Ölberg; es folgten ihm aber auch die Jünger“ (Lk 22,39). 

Der Herr Jesus hielt sich oft am Ölberg auf, um mit seinen Jüngern allein zu sein und abseits vom Trubel der Stadt Jerusalem beten zu können. Immer wieder suchte Er die Stille und Abgeschiedenheit, um im Gebet mit seinem Gott und Vater Gemeinschaft zu haben. Darin ist Er uns ein vollkommenes Vorbild.

Begeben wir uns auch der Gewohnheit nach in unsere „Kammer“, um zu Gott zu beten und mit Ihm Gemeinschaft zu haben (Mt 6,6)? Wenn Er schon als der vollkommene Mensch immer wieder die Stille und Abgeschiedenheit suchte, um mit seinem Gott und Vater im Gebet zu sprechen, wie viel mehr sollten wir es uns dann zur Gewohnheit machen, regelmäßig und ungestört das Angesicht unseres Gottes und Vaters zu suchen?

(Aus der Monatszeitschrift Bleibt in mir)