„Denn du bist meine Leuchte, HERR; und der HERR erhellt meine Finsternis. Denn mit dir werde ich gegen eine Schar anrennen, mit meinem Gott werde ich eine Mauer überspringen“ (2. Samuel 22,29.30).

Gott gibt uns Licht für einen Weg und wir wollen ihn gehen (2. Sam 22,29). Problem Nummer 1: Es sind Feinde, die den Weg versperren. Problem Nummer 2: Es ist eine Mauer da, die den Weg versperrt (2. Sam 22,30). Wie reagieren wir jetzt? Es gibt mehrere Möglichkeiten:

  • Man kann weglaufen und sich durch das Problem nicht mehr herausfordern lassen. David lief vor Saul weg und ging nach Gath; Elia lief vor Isabel weg und ging in die Wüste; Jona lief vor Gott weg und begab sich auf ein Schiff. Doch alle mussten wieder zurückkehren und ihr Versagen eingestehen. Wer wegläuft, rechnet nicht mit Gott.

  • Man kann sich hinsetzen und warten, bis sich das Problem von selbst löst (was aber bei der Mauer sehr unwahrscheinlich ist). Doch wenn wir nicht das angehen, was Gott will und wozu er uns Licht gegeben hat, machen wir uns schuldig (Jak 4). Wer abwartet, rechnet nicht mit Gott.

  • Man kann auch versuchen, den Kampf in eigener Kraft zu führen. Um sich Mut zu machen, redet man dann die Mauer klein und den Feind schwach und sich selbst größer und stärker, als man ist. Doch wer in eigener Kraft loslegt, muss mit einer Niederlage rechnen. Als David einmal sein Heer zählen ließ, nahm das ein ungutes Ende. Wer in eigener Kraft loslegt, rechnet nicht mit Gott.

  • Man kann die Sache auch vorsichtig, aber natürlich mit Gott angehen: den Feind langsam einzingeln, die Mauer mit Steigbügel überwinden. Das wäre Glauben. Aber nicht Glauben von dem Format eines Davids. Wir rechnen mit Gott, aber nicht genug.

  • Man kann auch mit Gott gegen die Schar anrennen und die Mauer überspringen. So ein Stürmen zeugt davon, dass man sich des Sieges gewiss ist – weil Gott größer ist als jeder Feind und jede Mauer. So hielt es David und so können auch wir mehr als Überwinder werden.

Vielleicht erwartest du Widerstand auf dem göttlich gewiesenen Weg, oder du musst eine Hürde nehmen, die du doch noch nie genommen hast. Vielleicht sind die schweren Gedanken und die Blockaden auch nur in deinem Inneren. Aber mit Gott kannst du allemal vorwärtsgehen.