„(Und das Leben ist offenbart worden, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das ewige Leben, das bei dem Vater war und uns offenbart worden ist.)“

Dieser Vers ist eine Einschaltung, in der Johannes das bereits Geschriebene tiefer erklärt. Immer noch geht es um Christus, hier als „das Leben“ und „das ewige Leben“ bezeichnet.

Es werden drei Tatsachen im Blick auf die Person Christi festgehalten:

  1. Das „ewige Leben“: Christus ist das „ewige Leben“. Dieses Leben ist „ewig“, nicht erschaffen und damit Gott selbst. „Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben“ (1. Joh 5,20).

  2. Das Leben „bei dem Vater“: Mit diesem Ausdruck wird die Beziehung des Lebens zu Gott, dem Vater, beschrieben. Christus ist wahrer Gott und wahrer Mensch in einer Person. Vor seiner Menschwerdung war er das ewige Leben bei dem Vater. Beide, Vater und Sohn, sind in gleicher Weise Gott und doch voneinander unterschieden. Dass das Leben „bei dem Vater“ war, drückt nicht nur ein Nebeneinander aus, sondern ist Ausdruck einer innigen Beziehung, von Gemeinschaft.

  3. Das Leben wurde „uns offenbart“: Das ewige Leben war bei dem Vater im Himmel. Dort ist die Heimat des ewigen Lebens. Doch dann ist es uns hier auf der Erde durch die Menschwerdung des Sohnes Gottes offenbart worden. Zweifelsohne existierte es bereits zuvor, aber nun ist es uns bekannt gemacht worden. Das konnte nicht anders geschehen, als dass der Sohn Gottes sich „einen Leib bereiten ließ“ und in unsere sündige Welt kam. Wie wir bereits gesehen haben, ist dieses Leben das Leben Gottes. Nur er hat Leben in sich selbst. Gott selbst hat sich uns in der Person Christi offenbart. Wir haben uns vielleicht an diesen Gedanken gewöhnt. Doch möge der Geist Gottes in uns bewirken, dass wir ein neues Bewusstsein dafür gewinnen, welche unergründliche Gnade darin liegt, dass Gott sich auf eine solche Art uns offenbart hat.

Aber was ist die Absicht Gottes hinter diesem Offenbarwerden des ewigen Lebens?

  1. Dass Menschen an diesem Leben teilhaben können. Johannes schreibt, dass „Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit“ – jetzt wird das Ziel, die Absicht, erklärt – „wir durch ihn leben möchten“ (1. Joh 4,9). Jeder, der an den Namen des Sohnes Gottes glaubt, darf wissen, dass er ewiges Leben hat (vgl. 1. Joh 5,13).

  2. Dass wir erkennen, was für eine Art von Leben dieses göttliche Leben ist. Obwohl wir als Kinder Gottes göttliches Leben haben (und die Quelle dieses Lebens Christus ist), wird es in uns nur schwach und bruchstückhaft sichtbar. Doch als der Sohn Gottes hier auf der Erde war, konnte das göttliche Leben – in welchem Lebensabschnitt oder in welcher Situation er sich auch befand – vollkommen gesehen werden.