„Und dies schreiben wir euch, damit eure Freude völlig sei.“

Man könnte sagen, dass Kinder Gottes – und solche sind hier angesprochen – bereits jetzt auf der Erde etwas „Himmelsluft“ atmen dürfen: Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn. Das kann in nichts anderem als in völliger Freude resultieren. Natürlich stimmt es, dass sich das ewige Leben erst in der Herrlichkeit des Vaterhauses ungehindert entfalten wird.

Aber wir besitzen es jetzt schon und sind daher jetzt schon dazu befähigt, mit dem Vater und dem Sohn Gemeinschaft zu haben, denn Johannes schreibt: „… und zwar ist unsere Gemeinschaft“ (1. Joh 1,3). Nun schreibt er, göttlich inspiriert, über das ewige Leben, damit auch wir dieselbe Gemeinschaft haben. Mit welchem Ziel? „Damit eure Freude völlig sei.“ Das ewige Leben ist ein gegenwärtiger Besitz (vgl. 1. Joh 5,13). Schon jetzt dürfen wir Gemeinschaft mit göttlichen Personen haben und die Freude daraus genießen.

Und was für eine Freude ist das? Das Wort „völlig“ kann man auch übersetzen mit „erfüllt“ oder mit „zur Vollendung gebracht“. Alle Ausdrücke machen deutlich, dass es eine Freude ist, die nicht mehr gesteigert werden kann. Hier mangelt nichts; mehr Freude geht nicht. Es ist eine göttliche, reine Freude. Diese Welt hat viel zu bieten. Aber nicht für das ewige Leben. Das ewige Leben „sehnt“ sich nach Gott. Wenn wir tatsächlich Gemeinschaft mit Gott haben, dann sind wir in Übereinstimmung (Harmonie) mit ihm. Dann ist das ewige Leben gleichsam zu Hause. Das kann nur in dieser völligen Freude resultieren!

Kennen wir etwas von dieser Freude? Verlangt uns nach der Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn?

Alles, was in dieser Welt ist, ist nicht von dem Vater (vgl. 1. Joh 2,16). Wir können die Dinge dieser Welt nicht konsumieren und gleichzeitig Gemeinschaft mit dem Vater haben. Die Welt mag uns Freude und Erfüllung vorgaukeln, aber die „völlige Freude“, die aus der Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn resultiert, kennt sie nicht. Wie auch – verwirft sie doch den einen, durch den allein sie ewiges Leben, das zur Gemeinschaft mit göttlichen Personen nötig ist, erhalten würden. Sie mag ihre „Freuden“ haben; sie kennt den „zeitlichen Genuss der Sünde“, aber die echte, tiefe und bleibende Freude aus der Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn kennt sie nicht.

Diese Freude ist grundsätzlich den Kindern Gottes allein vorbehalten. Aber dazu müssen wir praktisch in Absonderung von der Welt leben. Man kann nicht erwarten, die Dinge dieser Welt zu konsumieren und gleichzeitig Gemeinschaft mit göttlichen Personen zu haben und die Freude daraus zu genießen. Ein Kind Gottes, das sich nach den Dingen dieser Welt ausstreckt, hört deswegen nicht auf, ein Kind Gottes zu sein, denn das ewige Leben ist unverlierbar. Aber es lebt in einem ganz elenden Zustand: Weil es ein Kind Gottes ist, kann es die Dinge der Welt nicht wirklich genießen. Aber weil es die Dinge der Welt genießen will und die Dinge der Welt einen Platz in seinem Herzen gefunden haben, kann es die Dinge, die aus der Gemeinschaft mit Gott entspringen, auch nicht genießen.