„Und dies ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: dass Gott Licht ist und gar keine Finsternis in ihm ist.“
Wir sind also in die Gemeinschaft mit göttlichen Personen gebracht worden. Ein wunderbares Vorrecht, das jedoch auch mit Verantwortung verbunden ist. Wenn wir daran denken, mit wem wir Gemeinschaft haben, fällt es nicht schwer, zu erkennen, dass diese Gemeinschaft an Bedingungen geknüpft sein muss. In 1. Johannes 1,5 bis 10 geht es daher um die Natur (das Wesen) Gottes.
Wie der Inhalt der Botschaft, so auch ihre Quelle: Christus selbst. Johannes gibt hier keine Botschaft weiter, die er von anderen gehört hat. Sie ist keine Tradition, die über Generationen weitergegeben wurde. Sie beruht auch nicht auf menschlicher Logik, Schlussfolgerungen oder gar Phantasien. Nein, es war die Botschaft, „die wir von ihm gehört haben“. Wie wichtig ist es auch gerade heute, dass wir – vor allem wenn es um göttliche Dinge geht – darauf achten, aus welcher Quelle etwas kommt. Kommt es „von ihm“? Ist es auf Gottes Wort gegründet? Wenn nicht, müssen wir es als Lüge abweisen!
Wenn es darum geht, wer Gott in seinem Wesen ist, dann finden wir in unserem Brief eine zweifache Antwort: „Gott ist Licht“ (1. Joh 1,5) und „Gott ist Liebe“ (1. Joh 4,8.16). Beide Wesenszüge, aus denen sich dann noch weitere Eigenschaften ableiten lassen, gehören untrennbar zusammen.
Wir müssen aufpassen, dass wir nicht eine der beiden Wesenszüge überbetonen. Oft geschieht das mit der Liebe Gottes. Doch wir werden wohl kaum die Liebe Gottes richtig verstehen, wenn wir nicht auch richtig verstehen, was es bedeutet, dass Gott Licht ist. Es ist bemerkenswert, dass Johannes zuerst auf diesen Wesenszug Gottes zu sprechen kommt. Beide Wesenszüge stehen sich jedoch gleichwertig und untrennbar gegenüber.
Wenn wir darüber nachdenken, dass Gott Licht ist und gar keine Finsternis in ihm ist, dann mag das zunächst ein erschreckender Gedanke sein. Licht spricht von der absoluten Reinheit Gottes: Gott hat überhaupt nichts mit Sünde zu tun und ist vollkommen getrennt von ihr.
Zudem offenbart Licht unseren Zustand. Als der Herr Jesus hier auf der Erde war, stellte er die Menschen in das Licht Gottes, und ihre Sündhaftigkeit wurde offenbar. Das ist auch heute noch so: „Alles aber, was bloßgestellt wird, wird durch das Licht offenbar gemacht; denn das Licht ist es, das alles offenbar macht“ (Eph 5,13). Der Mensch, der Finsternis ist (Eph 5,8a), kann keine Gemeinschaft mit Gott haben, der Licht ist. Er steht in seiner Sündhaftigkeit dem Wesen Gottes diametral entgegen. Das ließ die Menschen damals den Herrn Jesus hassen, und auch heute treibt es sie von ihm weg.
Doch weder werden die Kinder Gottes von dem Gedanken, dass Gott Licht ist und gar keine Finsternis in ihm ist, erschreckt noch treibt er sie von ihm fort. Im Gegenteil! Johannes stellt das Wesen Gottes als die Grundlage unserer Gemeinschaft mit ihm vor. Wer mit Gott Gemeinschaft haben möchte, muss seinem Wesen entsprechen. Aber genau das ist für die Kinder Gottes der Fall. Sie haben bei der neuen Geburt das ewige Leben erhalten. Sie besitzen damit die Natur Gottes. Wenn Gott Licht ist, dann ist dies nun auch ein Wesenszug, der die Kinder Gottes charakterisiert. Sie sind Licht „in dem Herrn“ (Eph 5,8b). Natürlich stimmt es, dass wir einmal „Finsternis“ waren. Das, was Gott wesenseigen besitzt, musste uns also erst durch die Neugeburt verliehen werden. Wir mussten „aus Gott geboren“ werden (vgl. Joh 1,13).
Gott wollte Gemeinschaft mit Menschen haben, und Kinder Gottes dürfen wissen, dass Gott selbst sie dafür geeignet gemacht hat, indem er ihnen seine eigene Natur gegeben hat. Unermessliche Gnade!
In den folgenden Versen (1. Joh 1,6–10) findet wir drei Aussagen, die jedes Mal mit den Worten „Wenn wir sagen“ beginnen:
- „…, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben“ (1. Joh 1,6)
- „…, dass wir keine Sünde haben“ (1. Joh 1,8)
- „…, dass wir nicht gesündigt haben“ (1. Joh 1,10)
Ob nun jemand eine dieser Aussagen macht oder nicht, lässt Johannes offen. Aber wenn das der Fall ist (wenn diese Bedingung erfüllt ist), dann prüft er ein solches Bekenntnis. Etwas zu bekennen, ist dabei nicht unbedingt verkehrt oder falsch. Wir alle tun das in der einen oder anderen Weise. Aber was wäre, wenn das, was wir bekennen, mit unserem Leben nicht übereinstimmt? Was wäre, wenn das, was wir bekennen, im Gegensatz zu Gottes Wort stünde? Dann stellt sich ein Bekenntnis als unecht und falsch heraus. Bei den folgenden drei Aussagen können wir sogar einen Schritt weitergehen: Anhand dieser Aussagen (Bekenntnisse) lässt sich prüfen, ob jemand tatsächlich ein Kind Gottes ist.
Johannes hat nun alle, die bekennen, Christen zu sein (die Christenheit), im Blick, schließt sich dabei sogar selbst ein und prüft das Bekenntnis: Ist es echt, handelt es sich tatsächlich um ein Kind Gottes? Oder handelt es sich um einen bloßen Bekenner, der etwas behauptet, was gar nicht der Wahrheit entspricht?
Völlige Freude (1. Johannes 1,4)Wandel in der Finsternis (1. Johannes 1,6)
