Noomi hat ein Interesse daran, dass Ruth bei Boas Ruhe findet und es ihr wohlgeht (vgl. 3. Joh 2). So sollen ältere Gläubige besorgt um das geistliche Wohl der jüngeren Gläubigen sein. Und die Jüngeren sollen den Rat in einer biblischen Unterordnung annehmen (1. Pet 5,5), so wie Ruth es sagte und auch tat (Rt 3,5.6).

Noomi spricht von dem, was Boas ist und was Boas tut und dass Boas ein Blutsverwandter ist (Rt 3,2). Boas weist auf Christus hin: Christus ist unser Verwandter, indem er Fleisch und Blut angenommen hat (Heb 2,14). Christus ist auch derjenige, der worfelt, also derjenige, der uns ganz für sich haben und uns getrennt vom Unnützen sehen will.[1] Sind wir dazu bereit, dass das in unserem Leben geschieht?

Christus vorzustellen, ist wichtig, wenn Ältere die Jüngeren motivieren wollen, die Gemeinschaft mit Christus zu suchen. Auch anerkennt Noomi das Gute bei Ruth (Rt 3,2). Dann aber gibt Noomi konkrete Punkte, die sie der Ruth zu tun empfiehlt und die wir entsprechend auf unser Verhältnis zu Christus anwenden können:

„So bade dich und salbe dich und lege deine Kleider an und geh zur Tenne hinab; lass dich nicht von dem Mann bemerken, bis er fertig ist mit Essen und Trinken. Und es geschehe, wenn er sich niederlegt, so merke dir den Ort, wo er sich hinlegt, und geh und decke zu seinen Füßen auf und lege dich hin; er aber wird dir mitteilen, was du tun sollst“ (Rt 3,3.4).

1. Baden

Ruth badet sich: Das große Hindernis für die Gemeinschaft mit dem Herrn ist Schmutz, ist Sünde. Es ist nötig, dass wir uns an das Bad der Wiedergeburt erinnern und uns auch praktisch durch das Wort Gottes reinigen lassen und dass wir unsere Schuld bekennen (Joh 13,1–10; Eph 5; Heb 10).

2. Salben

Ruth salbt sich: Der Geist Gottes, mit dem wir gesalbt worden sind, soll uns erfüllen, und er will uns alles lehren und Einsicht geben. Nicht der üble Geruch von Moab soll uns anhaften (Jer 48,11), sondern wir dürfen ein Wohlgeruch für Christus sein (vgl. Hld 4,10).

3. Anziehen

Ruth soll passende Kleider anziehen: Das bedeutet, dass wir den neuen Menschen angezogen haben sollten (Kol 3,10; Eph 4,24). Das beste Kleid ist gerade gut genug für eine Begegnung mit dem Herrn.

4. Zur Tenne hinabgehen

Ruth verlässt das Haus mit einem klaren Ziel: Wir sollen in unserem Herzen dahin gehen, wo der Herr das Werk vollbracht hat, was zu einer gewaltigen Ernte führt, zum Kreuz von Golgatha.

5. Still sein

Ruth soll sich nicht bemerken lassen, bis Boas mit Essen und Trinken fertig wäre: In Ruhe betrachten wir den, dessen Speise es war, den Willen des Vaters zu tun und sein Werk zu vollbringen (Joh 4,34).

6. Ort merken

Ruth soll ihn beobachten und sehen, wo er sich hinlegt. Der Herr wurde nach vollbrachtem Erlösungswerk herabgenommen, einbalsamiert und in eine Gruft gelegt. Die Frau sahen den Ort, wo man ihn hingelegt hatte (Mk 15,47). Denke daran, dass er gestorben, aber auch für dich auferweckt worden ist!

7. Hinlegen zu seinen Füßen

Ruth sollte sich nicht keck an seine Seite legen, sondern demütig zu seinen Füßen: Wir anerkennen die Autorität dessen an, der in den Himmel erhoben wurde, und stellen uns ihm zur Verfügung. Zu den Füßen niederlegen, bedeutet: Es ganz zur Verfügung zu stellen. Siehe Apostelgeschichte 4,34.35.37.

8. Auf ihn hören

Ruth soll das hören und das tun, was Boas ihr sagen wird: Wir sollen uns nicht nur demütig unterordnen, sondern auch konkret auf unseren Herrn hören. Maria, die Mutter Jesu, brachte es auf den Punkt: „Alles, was er euch sagen mag, tut“ (Joh 2,5).

Wenn wir geistliche Fortschritte machen wollen, wenn unsere Gemeinschaft vertieft werden soll, dann müssen auch wir diese Schritte gehen, die Ruth ging.


Fußnoten:

  1. Zunächst wurde das Getreide geschnitten, danach gedroschen, wobei die Körner vom Stroh getrennt werden. Aber dann wurde das Gedroschene mit der Worfschaufel nach oben in der Kühle des Abendwindes geworfen, damit nur noch das Korn übrig blieb. Es ist das gründliche Reinigen der Tenne, siehe Matthäus 3,12. Die Spreu, der Spelt, ist völlig nutzlos und wird verbrannt, Psalm 1,5.