„Werdet auch ihr selbst als lebendige Steine aufgebaut, ein geistliches Haus, zu einer heiligen Priesterschaft, um darzubringen geistliche Schlachtopfer, Gott wohlangenehm durch Jesus Christus“ (1. Pet 2,5). 

„Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, eine heilige Nation, ein Volk zum Besitztum, damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch berufen hat aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht“ (1. Pet 2,9). 

Jeder Gläubige ist ein Priester Gottes – egal, ob Schwester oder Bruder, ob Jung oder Alt, ob Reich oder Arm. Die Schrift unterscheidet zwischen einem heiligen und einem königlichen Priestertum. Als heilige Priester nahen wir uns Gott, um Ihm geistliche Schlachtopfer – Opfer des Lobes und des Preises – darzubringen. Als königliche Priester gehen wir von Gott zu den Menschen, um ihnen die Tugenden dessen zu verkünden, der uns aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat.

Hier in unserem Abschnitt steht der kooperative bzw. kollektive Aspekt des Priestertums im Vordergrund: Wir fungieren gemeinsam als heilige Priester, um Gott Opfer des Lobes und des Preises darzubringen. Wir fungieren auch gemeinsam als königliche Priester, um in dieser Welt Licht und Liebe zu verbreiten. Dabei sollten wir bedenken, dass sich das gemeinsame Zeugnis der Priester aus dem Zeugnis jedes einzelnen Priesters zusammensetzt. Darüber hinaus wollen wir im Auge behalten, dass wir nicht nur in den Zusammenkünften Priester Gottes sind, sondern immer – an jedem Tag der Woche. Darum sollen wir auch immer als Priester dienen – in jeder Situation unseres Lebens.

Der Herr ist es, der in unseren Herzen die Anbetung hervorruft (Eph 5,19). Damit die Gedanken der Anbetung allerdings zu einer „Frucht der Lippen“ werden, müssen sie verbalisiert und in Worten ausgedrückt werden (Heb 13,15). Dabei wollen wir jedoch nicht außer Acht lassen, dass die Schwestern in den Zusammenkünften schweigen und sich darum nicht hörbar äußern sollen (1. Kor 14,34).

Wenn die geistlichen Schlachtopfer, die wir Gott darbringen, Ihm wohlangenehm sein sollen, dann müssen sie seinem Willen entsprechen: Die Anbetung muss in Geist (auf eine geistliche Weise) und in Wahrheit (in Übereinstimmung mit seinem Wort) erfolgen (Joh 4,24). Außerdem ist zu bedenken, dass das heilige Priestertum dem königlichen Priestertum vorausgeht (Joh 10,9). Bevor wir die Tugenden dessen verkündigen können, zu dem wir berufen worden sind, müssen wir uns in seiner Gegenwart aufgehalten haben. Dann werden wir auch ein Leben führen können, das ein Zeugnis für Ihn darstellt. Nur wenn wir Ihn vor Augen haben, werden wir auch seine Vortrefflichkeiten in dem, was wir tun und sagen, darstellen können.

Dienen wir als heilige und königliche Priester?