„Und er sprach: Komm herein, Gesegneter des HERRN! Warum stehst du draußen? Denn ich habe das Haus aufgeräumt, und für die Kamele ist Platz. Und der Mann kam in das Haus; und man sattelte die Kamele ab und gab den Kamelen Stroh und Futter – auch Wasser, um seine Füße zu waschen und die Füße der Männer, die bei ihm waren. Und es wurde ihm zu essen vorgesetzt; aber er sprach: Ich will nicht essen, bis ich meine Worte geredet habe. Und er sprach: Rede! Da sprach er: Ich bin Abrahams Knecht; und der HERR hat meinen Herrn sehr gesegnet, so dass er groß geworden ist; und er hat ihm Kleinvieh gegeben und Rinder und Silber und Gold und Knechte und Mägde und Kamele und Esel“ (1. Mo 24,31–35).   

Abrahams Knecht, der nach Mesopotamien reist, um für Isaak eine Braut zu gewinnen, ist ein treffendes Bild des Heiligen Geistes. So wie der Knecht damals ausgesandt wurde, so ist der Heilige Geist auf die Erde gekommen, um dem Herrn Jesus eine „Braut“ – die Versammlung – zuzuführen.

Nach seiner Ankunft in der Stadt Nahors begegnet er am Brunnen Rebekka, der Tochter Bethuels. Sie gibt ihm zu trinken und versorgt bereitwillig auch seine zehn Kamele mit Wasser. An diesem Zeichen erkennt er, dass sie die Frau ist, die Gott für seinen Herrn Isaak bestimmt hat (1. Mo 24,14). Nachdem er ihr einen goldenen Ring und zwei goldene Armspangen geschenkt hat, erkundigt er sich nach ihrem Namen und fragt, ob im Haus ihres Vaters noch Raum zum Übernachten ist. Dabei drängt er sich nicht auf, sondern wartet geduldig an der Quelle, bis er eine Antwort erhält und ins Haus gebeten wird (1. Mo 24,30.31).

Ähnlich handelt der Herr Jesus, als Er mit den zwei Jüngern das Dorf Emmaus erreicht. Er stellt sich zunächst so, als wolle Er weitergehen, und tritt erst in ihr Haus ein, als sie Ihn inständig bitten: „Bleibe bei uns!“ (Lk 24,28.29). Der Herr drängt sich uns niemals auf. Er möchte, dass wir Ihn von uns aus einladen, in unser Leben zu kommen, und Ihm die Führung überlassen. Geben wir Ihm diesen „Raum“ in unserem Leben und in unseren Häusern, damit Er wirken und seine Autorität entfalten kann?

Auch der Heilige Geist handelt auf diese Weise. Er kann uns nur dann erfüllen, wenn wir Ihm Platz einräumen und innerlich „leer“ werden von uns selbst und von anderen Dingen (Eph 5,18). Das gilt gleichermaßen für unsere Zusammenkünfte: Der Heilige Geist kann uns nur leiten, wenn wir Ihm den nötigen Freiraum lassen. Bevor Laban den Knecht empfing, hatte er das Haus aufgeräumt und Vorbereitungen getroffen. Ist auch unser „Haus“ aufgeräumt? Passen alle Bereiche unseres Lebens zu seiner heiligen Gegenwart – oder ist es an der Zeit, einmal gründlich „auszusortieren“ und „aufzuräumen“?

Nachdem der Knecht schließlich ins Haus gekommen ist, wird ihm Essen vorgesetzt. Doch er weigert sich zu essen, bevor er seinen Auftrag ausgerichtet hat. Zuerst möchte er seine Botschaft verkünden, die vom Reichtum und der Größe seines Herrn handelt (1. Mo 24,33.35). Für ihn hat das Geistliche Vorrang vor dem Natürlichen. Ganz anders verhielt sich später Esau: Er verkaufte sein kostbares Erstgeburtsrecht für ein einfaches Linsengericht (1. Mo 25,34). Das ist eine Mahnung an uns: Was hat in unserem Alltag oberste Priorität? Sind es unsere eigenen Bedürfnisse oder die Belange des Herrn? Beachten wir, was der Herr gesagt hat: „Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, und dies alles wird euch hinzugefügt werden“ (Mt 6,33).

Auffallend ist zudem, dass der Knecht keine Zeit mit Nebensächlichkeiten verschwendet. Unvermittelt kommt er auf seinen Herrn Isaak zu sprechen. Davon können wir lernen: Oft reden wir lange und ausführlich über Belangloses und verpassen dabei den Kern – das Evangelium von Jesus Christus. Konzentrieren wir uns in unseren Gesprächen weniger auf Belangloses und rücken wir stattdessen das ins Zentrum, was wirklich zählt. Das große Thema des Heiligen Geistes ist die Größe und Herrlichkeit des Herrn Jesus. Das sollte auch unser wichtigstes Thema sein.