„Sofort nun sandte ich zu dir, und du hast wohl getan, dass du gekommen bist. Jetzt sind wir nun alle vor Gott gegenwärtig, um alles zu hören, was dir von Gott befohlen ist“ (Apg 10,33). 

Dieser Vers zeigt ein schönes Vorbild für unsere Zusammenkünfte als Versammlung. Zur Vorgeschichte: Ein Engel wies den gottesfürchtigen römischen Hauptmann Kornelius an, den Apostel Petrus zu sich holen zu lassen. Durch dessen Botschaft sollte er Errettung erfahren (Apg 11,13.14). Während die Boten unterwegs waren, bereitete der Herr den Petrus auf diesen Dienst vor. Als Jude mied Petrus eigentlich jeden Kontakt zu Nichtjuden. Ein Gesicht machte ihm jedoch klar, dass diese Trennung im Reich der Himmel nicht mehr gilt. Nach dieser Lektion sandte ihn der Heilige Geist nach Cäsarea (Apg 10,19.20). Im Haus des Kornelius traf Petrus auf eine große, erwartungsvolle Gemeinschaft (Apg 10,27). Ihre bemerkenswerte innere Haltung ist ein Vorbild für uns, wenn Gott durch sein Wort zu uns spricht. Vier Aspekte stechen dabei besonders heraus.

Gehorsam

Damit das Evangelium im Haus des Kornelius verkündigt werden konnte, war der Gehorsam beider Männer entscheidend: Während Kornelius der Anweisung des Engels folgte und nach Petrus sandte, beugte sich dieser dem Auftrag des Heiligen Geistes und reiste nach Cäsarea. Dieses Zusammenspiel verdeutlicht, dass ihre Bereitschaft die notwendige Voraussetzung für das Wirken Gottes war. Dies lässt sich auf uns übertragen: Der Herr wird uns nur dann Aufträge geben können, wenn Er bei uns auch die aufrichtige Bereitschaft findet, sie auszuführen.

In der Gegenwart Gottes

Die Menschen, die im Haus des Kornelius versammelt waren, erwarteten fest, dass Gott durch Petrus zu ihnen sprechen würde. Im Bewusstsein seiner Gegenwart nahmen sie die Worte von Petrus nicht als Menschenworte auf, sondern als direkte Botschaft Gottes (1. Thes 2,13). Dieses Bewusstsein für die Gegenwart und Autorität des Herrn sollte auch unsere Zusammenkünfte prägen. Dann werden wir das Wort von Brüdern, die der Herr zur Verkündigung seines Wortes benutzt, nicht als Menschenwort, sondern als Wort Gottes aufnehmen.

Alles hören

In dem Bewusstsein, dass Gott selbst durch Petrus sprach, schenkten die Versammelten ihm ihre volle Aufmerksamkeit. Sie hörten mit offenem Herzen zu und nahmen seine Botschaft als Ganzes an, ohne einzelne Teile kritisch auszuklammern. Auch für uns besteht die Gefahr, nur das herauszufiltern, was uns gefällt, und den Rest der Botschaft zu ignorieren. Doch wer Gottes Wort nur selektiv hört, lehnt letztlich die ganze Botschaft ab. Darum wollen wir ohne Vorbehalte auf alles hören, was er uns durch sein Wort zu sagen hat.

Was von Gott befohlen ist

Im Haus des Kornelius verkündete Petrus genau das, was Gott ihm in diesem Moment aufs Herz legte. Ohne etwas wegzulassen oder hinzuzufügen, sprach er die Worte, die Gott ihm eingab (1. Pet 4,11). Das zeigt uns eindrucksvoll seinen Gehorsam und seine tiefe Abhängigkeit vom Herrn. Wenn Gott uns heute gebraucht, damit wir sein Wort verkünden oder weitergeben, wollen auch wir mutig das weitergeben, was Er uns aufträgt – ungeschönt und unverfälscht (Off 22,18.19). Das Ergebnis dürfen wir vertrauensvoll Ihm überlassen.