Es ist schon oft gesagt worden, dass wir in einer Prüfung nicht nach dem Warum, sondern nach dem Wozu fragen sollen. Doch wie so oft, greifen solche markigen Sätze etwas kurz, denn wir finden sehr wohl in der Schrift, dass Heilige ihren Gott nach dem Warum des Leids gefragt haben, ohne dafür getadelt worden zu sein.

Allerdings steckt in diesem Satz natürlich auch Wahrheit. Denn wenn wir in Schwierigkeiten geraten, sollten wir nicht zu viel oder zu lange darüber brüten, welche Fehler unsererseits uns diese Probleme beschert haben. Denn erstens offenbart uns das Gott oft nicht und zweitens muss es auch überhaupt keine Verbindung zu einem Fehlverhalten geben.

Als die Jünger einen Blindgeborenen sahen, fragten sie den Meister, ob er oder seine Eltern gesündigt hätten. Sie waren mit der Warum-Frage sehr beschäftigt und wühlten gedanklich in der Vergangenheit. Doch der Herr Jesus machte ihnen klar, dass diese Krankheit da war, damit Gott verherrlicht werde. Er richtete den Blick in die Zukunft und nicht in die Vergangenheit. Er sprach von dem Ziel der Erprobung und nicht von deren Ursache.

In deinem Leben ist etwas, was dir nicht gefällt, was schmerzt, was quält. Gott hat eine Absicht damit. Und vielleicht will er dich zur Kurskorrektur und Buße führen. Aber belaste dich nicht unnötig mit Schuldgefühlen, sondern bitte Gott um Kraft, ihn gerade jetzt zu verherrlichen, und lass dir zeigen, wie das geschehen kann.