Der Schein trügt

Online seit dem 05.02.2008, Bibelstellen: Markus 14,45-47

„Und als er kam, trat er sogleich zu ihm und spricht: Rabbi!, und küsste ihn sehr. Sie aber legten die Hände an ihn und griffen ihn. Ein gewisser von den Dabeistehenden aber zog das Schwert, schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das Ohr ab“ (Markus 14,45–47).

Was für eine Szene! Da ist einer, der Jesus sehr küsst, und da ist ein anderer, der mit dem Schwert ein Ohr absäbelt. Judas Iskariot – Simon Petrus. Rein äußerlich betrachtet tut Judas etwas sehr Rührendes und Petrus etwas sehr Schäbiges. Aber: Im Herzen der beiden Männer sieht es ganz anders aus. Judas verachtet den Herrn und überliefert ihn. Petrus aber liebt seinen Herrn (obgleich sein fleischliches Handeln damit nicht entschuldigt werden kann). Ein gewaltiger Unterschied.  

Wie schnell können wir uns täuschen, wenn wir nur nach dem Schein urteilen! Deshalb sollten wir immer vorsichtig sein, wenn wir andere beurteilen, und auch milde sein, wenn andere uns missverstehen und uns einmal in einem falschen Licht sehen sollten.

Gerrid Setzer