„Acht Jahre war Josia alt, als er König wurde, und er regierte einunddreißig Jahre in Jerusalem. Und er tat, was recht war in den Augen des HERRN; und er wandelte auf den Wegen seines Vaters David und wich weder zur Rechten noch zur Linken ab“ (2. Chr 34,1.2).
Gott hat das Leben Josias mit drei bemerkenswerten Auszeichnungen überschrieben:
- „Er tat, was recht war in den Augen des Herrn.“ Josia ist der letzte König, von dem dies gesagt wird.
- „Er wandelte auf den Wegen seines Vaters David.“ Ohne David jemals gesehen zu haben, folgte er dessen Beispiel.
- „Er wich weder zur Rechten noch zur Linken ab.“ Das wird in der ganzen Bibel nur von Josia gesagt.
Josia wuchs in einem äußerst gottlosen Umfeld auf. Sowohl sein Vater Amon als auch sein Großvater Manasse taten, was in den Augen des Herrn böse war. Da sein Vater nur zwei Jahre regierte, wurde Josia bereits im Alter von acht Jahren zum König gekrönt – eine enorme Verantwortung für ein Kind. Ob er die späte Umkehr seines Großvaters Manasse bewusst miterlebte, ist fraglich, da er zu diesem Zeitpunkt höchstens sechs Jahre alt war (2. Chr 33,12.13). Erwähnung findet jedoch seine Mutter Jedida, was darauf hindeutet, dass sie einen prägenden, positiven Einfluss auf ihn hatte (2. Kön 22,1).
Hier zeigt sich ein wichtiges Prinzip: Gottlose Eltern können gottesfürchtige Kinder haben – und umgekehrt. Die Hinwendung zum Herrn bleibt letztlich immer ein Werk der Gnade Gottes. Dennoch entbindet dies Eltern nicht von ihrer Verantwortung; beide Prinzipien, Gnade und Verantwortung, bestehen nebeneinander.
Nach seinem frühen Regierungsantritt hören wir acht Jahre lang nichts über Josias geistliche Entwicklung. Doch mit sechizehn Jahren begann er, „den Gott seines Vaters David zu suchen“ (2. Chr 34,3). Gott zu suchen, bedeutet mehr als nur ein einmaliges Bekehrungserlebnis; es ist eine lebenslange Ausrichtung. Obwohl Gott stets derjenige ist, der die Initiative ergreift und das Werk im Menschen beginnt, reagierte Josia auf diesen Ruf und wandte sich Gott im Glauben zu (Röm 3,11). Er suchte Gott – und Gott ließ sich von ihm finden. So wurde der Gott Davids zu seinem ganz persönlichen Gott (2. Chr 8).
David diente Josia schon in jungen Jahren als Vorbild. Das unterstreicht, wie wichtig geistliche Vorbilder für Kinder und Jugendliche sind – zuerst die Eltern, aber auch andere Gläubige. Doch Vorbilder allein genügen nicht; entscheidend ist die eigene, lebendige Beziehung zum Herrn.
Josias Weg war von Entschlossenheit geprägt: Im Alter von sechzehn Jahren suchte er Gott, mit zwanzig Jahren begann er, das Land von Götzendienst zu reinigen. Beide Tätigkeiten kennzeichneten sein weiteres Leben. Beide Tätigkeiten verfolgte er auch mit großer Entschlossenheit. Die Bekehrung war für ihn nur der Startschuss. Dabei blieb er nicht stehen, sondern er begann, das ganze Land konsequent zu reinigen. Diese Reinigung begann er direkt in seinem persönlichen Umfeld, in seiner Stadt und seinem Landstrich (2. Chr 5). Das ist eine Mahnung an uns: Beginnen auch wir die Reinigung bei uns selbst (2. Kor 7,1)?
Damals wie heute nehmen Götzen Gott den Platz weg, der Ihm allein gebührt. Dabei muss es sich nicht immer um offensichtlich Böses handeln; auch harmlose Dinge können zu Götzen werden, wenn sie uns wichtiger werden als der Herr Jesus. Wahre Reinigung geschieht, indem wir uns von diesen Dingen absondern und uns neu dem Herrn zuwenden. Die entscheidende Frage bleibt: Ist unser Herz wirklich auf Ihn allein ausgerichtet?
