Elia wurde dreimal auf wunderbare Weise von Gott versorgt. Das zeigt auch uns, dass wir in jeder Situation darauf vertrauen dürfen, dass Gott uns das gibt, was wir nach Geist und Seele und Leib wirklich benötigen.

Versorgt von Raben

Nachdem Elia eine Trockenheit angekündigt hatte, wurde wahrscheinlich schnell klar, dass sein Wort vor König Ahab kein leeres Wort war. Das aber brachte den Propheten Gottes in große Gefahr. Die böse Königin Isebel richtete in dieser Zeit ihr Schwert gegen die Diener Gottes, und Ahab selbst würde später Elia suchen (1. Kön 18). Deshalb wies Gott ihn an, sich am Bach Krith zu verstecken (1. Kön 17,1–10). Dort konnte er aus dem Bach trinken. Gleichzeitig hatte Gott einigen Raben geboten, ihn dort zu versorgen.

Ausgerechnet Raben! Raben sind wegen ihrer Gefräßigkeit und der Gefräßigkeit ihres Nachwuchses bekannt, so dass sie als Beispiele für Vögel erwähnt werden, die besonders auf die Fürsorge Gottes angewiesen sind (Hiob 38; Lk 12). Außerdem wenden Raben bekanntlich List bei der Nahrungssuche an, so dass man im Volksmund davon spricht, dass jemand „klaut“ wie die Raben. Und diese Tiere sollen nicht nur einmal etwas aus dem Schnabel fallen lassen, sondern ihn täglich versorgen. Ein Wunder Gottes! Dieses Wunder bewegt sich zwar noch in den Grenzen der Naturgesetze, aber es demonstriert doch eindrucksvoll, wie Gott solche vermeintlichen „Unglücksraben“, die nach dem Gesetz unrein waren, benutzen kann, um seine Diener zu versorgen.

Es kann sein, dass auch wir eine schwierige Zeit durchleben. Eine Zeit, in der wir die Feindschaft der Menschen spüren. Eine Zeit, in der die Einsamkeit uns drückt. Eine Zeit, in der wir Ablehnung erfahren, weil wir uns für Gott eingesetzt haben. Eine Zeit, in der das Volk Gottes in Schwierigkeiten geraten ist und wir mitten drinstecken. Eine Zeit, in der Nahrung für den Körper oder für die Seele fehlt. Da will und wird uns Gott das geben, was wir benötigen. Unsere Verantwortung ist nur, dass wir das, was er uns sendet, auch aufnehmen. Es flogen dem Elia keine gebratenen Tauben in den Mund, sondern er musste das Brot und das Fleisch aufsammeln (und das Fleisch dann wohl auch noch zubereiten). Das Brot und das Fleisch erinnern uns an Christus, der sein Leben gegeben hat für das Leben der Welt (Joh 6).

Versorgt von einer armen Witwe

Der Bach vertrocknete und Elia konnte nicht mehr dortbleiben. Er wartete aber darauf, dass Gott ihm einen Auftrag gab. Der Auftrag bestand darin, in die Gegend zu gehen, wo Isebel herkommt, wo er von einer Witwe versorgt werden sollte. Und diese gottesfürchtige Witwe hatte zwar genug zu trinken, aber nur noch Mehl und Öl für eine einzige Mahlzeit. Doch Gott wirkt ein tägliches Wunder, wobei die Naturgesetze ausgehebelt werden. Nach dem Backen des Kuchens waren immer wieder Mehl und Öl für offenbar eine Mahlzeit vorhanden. So ging das Tag für Tag. Wie am Bach Krith lebte Elia in völliger Abhängigkeit von Gott, dem er vertraute (es wurde kein Vorrat an Öl angelegt wie in 2. Kön 4). Und er wurde nicht enttäuscht. Er, die Witwe und ihr Sohn hatten immer genug. Gott hatte wieder eine Verheißung gegeben, und er hielt diese Verheißung ein. Es ging so lange, bis die Entscheidung auf dem Karmel fiel und erst Feuer und dann Regen vom Himmel fiel.

Versorgt vom Engel des HERRN

Doch trotz des wunderbaren Eingreifens Gottes schien alles beim Alten zu bleiben. Isebel sprach eine Morddrohung aus. In der Gefahr, in der Elia dreieinhalb Jahre geschwebt hatte, schwebte er immer noch. Und das, obwohl Gott seine Macht kundgetan, das Volk das anerkannt und die Baalspriester beseitigt hatte. Elia flieht also wieder. Gott sendet ihn allerdings nicht weg, er wählt eine eigene Reiseroute und landet ganz im Süden des Landes, wo er sich, mittlerweile ganz allein, völlig entmutigt unter einen Ginsterstrauch setzt. Dort betet er nicht mehr mutig, sondern er bittet um das Ende seines Lebens. Er merkt, dass er nicht mehr ausgerichtet hat als seine Glaubensväter, und er meint, dass keiner mehr auf seiner Seite stehen würde und er nur von Feinden umgeben ist. Entmutigt schläft er ein.

Doch dann kommt der Engel des HERRN, der Herr Jesus vor seiner Menschwerdung, und bringt direkt zu ihm einen Krug Wasser und einen Kuchen, den er auf heißen Steinen gebacken hat. Die Beschaffung dieser Materialien wird übernatürlich gewesen sein, auch wenn die Mahlzeit eine gewöhnliche war. Aber die Wirkung dieser Mahlzeit war jedenfalls ungewöhnlich. Er bekam die Kraft, 40 Tage und 40 Nächte durchzumarschieren.

Alle drei Wunder

So sehen wir eine Steigerung: Bei der ersten Begebenheit war Elia in Gemeinschaft mit Raben und wurde zweimal am Tag versorgt. Dann wurde er, denn die Last wurde immer schwerer, in Gemeinschaft mit einer Witwe und deren Sohn (einmal am Tag) versorgt. Schließlich, als es noch schwieriger geworden war und ihn der Mut völlig verlassen hatte, war er in Gemeinschaft mit Gott selbst. Wie die entmutigten Emmaus-Jünger es erlebten, dass Jesus selbst nahte, so erging es auch ihm (vgl. mit Lk 24).

Wir lernen, dass der Herr uns immer versorgt. Er tut es aber auf eine Art und Weise, die unserem Zustand angemessen ist.