„Nach all diesem, als Josia das Haus eingerichtet hatte, zog Neko, der König von Ägypten, hinauf, um gegen Karchemis am Euphrat zu kämpfen; und Josia zog aus, ihm entgegen. Da sandte er Boten zu ihm und ließ ihm sagen: Was haben wir miteinander zu schaffen, König von Juda? Nicht gegen dich komme ich heute, sondern gegen das Haus, mit dem ich Krieg führe; und Gott hat gesagt, dass ich eilen solle. Steh ab von Gott, der mit mir ist, dass er dich nicht verderbe! Aber Josia wandte sein Angesicht nicht von ihm ab, sondern verkleidete sich, um gegen ihn zu kämpfen; und er hörte nicht auf die Worte Nekos, die aus dem Mund Gottes kamen. Und er kam in die Talebene Megiddo, um zu kämpfen. Und die Schützen schossen auf den König Josia. Da sprach der König zu seinen Knechten: Bringt mich weg, denn ich bin schwer verwundet! Und seine Knechte brachten ihn vom Wagen weg und setzten ihn auf den zweiten Wagen, den er hatte, und fuhren ihn nach Jerusalem. Und er starb und wurde in den Gräbern seiner Väter begraben; und ganz Juda und Jerusalem trauerten um Josia“ (2. Chr 35,20–24). 

Die Geschichte Josias zeigt eindrücklich, dass der Herr und sein Wort in seinem Leben uneingeschränkten Vorrang hatten. Die Ansprüche des Herrn standen für ihn stets an oberster Stelle. Josia zeichnete sich besonders durch seinen bedingungslosen Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes aus – er wich weder zur Rechten noch zur Linken von seinen Geboten ab.

Was für ein Segen wäre es für ihn und das gesamte Volk gewesen, wenn er diesen Weg des Gehorsams bis zu seinem Lebensende entschlossen weiterverfolgt hätte! Doch am Ende seines Lebens zeigt sich das genaue Gegenteil: Er verlässt den geraden Weg und wird ungehorsam.

  • Der HERR rückt in den Hintergrund: Im letzten Abschnitt seines Lebens wird der Herr nicht einmal mehr erwähnt. Es ist nur noch von Gott die Rede.
  • Kein Fragen nach dem Willen des Herrn: Josia sucht nicht mehr das Angesicht des Herrn, um nach seinem Willen zu fragen.
  • Verleugnung der Identität: Er verkleidet sich und verleugnet dadurch seine Würde und Identität als König (2. Chr 35,22).
  • Bewusster Ungehorsam: Er widersetzt sich den Worten des Herrn, die durch Neko zu ihm gesprochen wurden (2. Chr 35,22).
  • Abkehr vom rechten Weg: Er weicht vom geraden Weg hinter dem Herrn her ab (Jes 30,21).

Vielleicht erscheint uns das Gericht, das Josia traf, im ersten Moment hart. Doch die Schrift macht unmissverständlich deutlich: „Jedem aber, dem viel gegeben ist – viel wird von ihm verlangt werden; und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man desto mehr fordern“ (Lk 12,48). Das ist eine ernste Warnung auch an uns.