„Und die Apostel sprachen zu dem Herrn: Mehre uns den Glauben! Der Herr aber sprach: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so würdet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: Werde entwurzelt und ins Meer gepflanzt!, und er würde euch gehorchen“ (Lk 17,5.6). 

Die Jünger baten darum, dass ihr Glauben gemehrt werde. Offenbar gingen sie schon davon aus, dass sie einiges an Glauben besaßen. Doch wenn sie nur Glauben wie ein Senfkorn (der kleinste damals bekannte Same) hätten, sagt der Herr, würden sie schon Gewaltiges bewirken können. Das war aber so bei den Jüngern nicht zu sehen, offenbar gab es im Bereich Glauben noch Luft nach oben. 
 
Aber das war ihnen auch in gewisser Hinsicht bewusst, deswegen wollten sie ja mehr Glauben haben. Was der Herr ihnen deshalb zuallererst klar machen will, ist: Der Glaube ist keine theoretische Größe, die wir jeden Tag mit dem Zollstock nachmessen sollten.
 
Wir sollen einfach Gott beim Wort nehmen und ihm vertrauen und nicht mit unserem Glauben beschäftigt sein. Wir sollen nicht über den Glauben brüten und reden, sondern im Glauben handeln. Dann werden wir sehen, dass Großes geschehen kann – denn wir haben einen großen Gott. In einem kleinen Senfkorn steckt eine große Kraft, und das gilt auch im Blick auf den Glauben. 
 
Wir brauchen also nicht vorrangig um größeren Glauben zu beten (obwohl das natürlich nicht verkehrt ist) und darauf zu warten, dass der Glaube stärker wird und endlich das Maß erreicht hat, das wir für notwendig erachten. Nein, wir sollen den Glauben einfach benutzen und im Gottvertrauen reden und handeln.