Viele Personen des Alten Testaments sind Vorausbilder auf Christus. Wir denken an Joseph, Mose, David und andere bekannte Personen. Auch der Prophet Daniel gehört dazu. Das zeigt besonders das sechste Kapitel seines Buches. Sehen wir uns einige Parallelen zwischen Daniel und dem Herrn Jesus an:
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In Daniel war ein außergewöhnlicher Geist. Er übertraf die anderen Vorsteher und Satrapen des medo-persischen Reiches (Dan 6,4). – Auf Christus war mehr Freudenöl als auf seinen Genossen, da sein Leben vollkommen war (Ps 45,8). Seine Feinde bezeugten, dass niemals ein Mensch so geredet hat wie dieser Mensch (Joh 7,46). Er übertraf alle.
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Der Herrscher Darius wollte den fähigen Daniel über das ganze Reich setzen (Dan 6,4). – Christus, auf dem die Kraft des Geistes siebenfach ruht, soll nach dem Ratschluss Gottes über die Erde in Gerechtigkeit regieren (Jes 11,1.2.4.5).
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Die Führungsriege war neidisch auf Daniel und bangte um ihren Einfluss. Darum wollten sie Daniel ans Leder gehen (Dan 6,5). – Die religiösen Anführer in Israel waren neidisch auf Jesus und arbeiteten gegen Ihn, weil Er das Volk mehr als sie beeinflusste. Als Jesus von den Ältesten der Juden an Pilatus überliefert wurde, erkannte der römische Statthalter, dass sie aus Neid gehandelt hatten (Mt 27,18; Mk 15,10).
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Weil Daniel treu war, konnten seine Feinde keinen Anklagegrund, keine schlechte Handlung und keinen Fehler bei ihm entdecken (Dan 6,5). – Die Menschen vermochten bei dem, der „Treu und Wahrhaftig“ heißt, keine einzige Sünde zu finden, obwohl sie darauf lauerten, etwas aus seinem Mund zu erjagen (Off 19,11; Joh 8,46; Lk 11,54).
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Die Feinde handelten listig und wollten Daniel, dessen unbedingte Treue zum Gesetz Gottes sie kannten, in Konflikt mit den Geboten des Machthabers bringen (Dan 6,6–11). – Die religiösen Führer versuchten, Gründe zu finden, um Christus bei der römischen Besatzungsmacht anklagen zu können. Deshalb fragten sie Ihn, ob es erlaubt sei, dem Kaiser Steuern zu zahlen. Sie dachten, seine Treue zum Gesetz Moses würde Ihn verleiten, diese hinterhältige Frage zu verneinen und sich so angreifbar zu machen (Lk 20,20–26; Lk 23,2).
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Daniel war ein Mann des Gebets: Er kniete dreimal am Tag in seinem Obergemach und betete am offenen Fenster. Er tat das auch, nachdem das mit Todesstrafe belegte Edikt erlassen worden war, dass man dreißig Tage lang nur etwas von Darius erbitten dürfe. Die Feinde ertappten ihn beim Gebet und zeigten ihn am selben Tag an (Dan 6,11–13). – Das ganze Leben des Herrn Jesus war durch Gebet geprägt. Besonders eindrücklich wird in den Evangelien geschildert, wie Jesus im Garten Gethsemane angesichts seines Todes dreimal zu seinem Vater flehte. Kurz danach wurde Er verhaftet und am selben Tag vor Gericht gebracht und zum Tod verurteilt (Mt 26,37–46).
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Die Feinde Daniels hatten es sehr eilig, als es um ihre mörderischen Intrigen ging, die gegen den Propheten Gottes gerichtet waren (Dan 6,7.12.16). – Den jüdischen Führern konnte es nicht schnell genug gehen, dass Jesus der Prozess gemacht wurde: Bereits in der Nacht seiner Gefangennahme wurde die erste Gerichtssitzung anberaumt. Der Gang durch die Instanzen geschah in Windeseile, und schon um neun Uhr morgens verkündete der römische Statthalter das Urteil: Hinrichtung am Kreuz (Mk 15,15.25).
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Die Feinde Daniels verfügten über keine Autorität, um ihn zum Tod zu verurteilen. Deshalb kamen sie mit ihren finsteren Absichten zu Darius, der nur Kores über sich hatte (Dan 6,13.29). – Die Juden durften die Todesstrafe nicht ausführen und suchten deshalb den römischen Statthalter Pilatus auf, der dem römischen Kaiser unterstellt war (Joh 18,31).
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Die Vorsteher und Satrapen sagten Darius, dass Daniel nach dem Gesetz getötet werden müsse, und stellten ihn als jemand dar, der sich gegen den König empören wollte (Dan 6,13.14). – Die Juden erklärten Pilatus, dass Jesus nach dem Gesetz Moses als Gotteslästerer sterben müsse (Joh 19,7) und erweckten den Eindruck, Jesus würde wie ein Revoluzzer agieren: „Diesen haben wir befunden als einen, der unsere Nation verführt und wehrt, dem Kaiser Steuer zu geben, und sagt, dass er selbst Christus, ein König, sei“ (Lk 23,3).
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Der schwache König Darius wollte Daniel retten und bemühte sich intensiv darum (Dan 6,15). – Pilatus versuchte mehrfach, Jesus freizulassen (Joh 18,39.40; 19,12).
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Als die Feinde Daniels merkten, dass Darius seinen treuen Diener nicht verurteilen wollte, wiesen sie den König darauf hin, dass die Gesetze der Meder und Perser nicht verändert werden durften. Das konnte auch Darius nicht unbeschadet umschiffen (Dan 6,16). – Als die Juden sahen, dass Pilatus den Herrn Jesus nicht verurteilen wollte, schrien sie den Statthalter an und sagten: „Wenn du diesen freilässt, bist du kein Freund des Kaisers mehr“ (Joh 19,12).
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Dem Drängen der Obersten gab der König nach, weil er seinen Einfluss und seine Macht behalten wollte. Damit handelte er gegen sein Gewissen (Dan 6,17). – Pilatus wollte sich nicht mit dem römischen Kaiser überwerfen und sprach darum das Todesurteil über Jesus aus, obwohl er von dessen Unschuld überzeugt war (Joh 19,13.16).
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Daniel wurde nach seiner Verurteilung in eine schreckliche Grube geworfen (Dan 6,17). – Jesus Christus kam am Kreuz in eine „Grube des Verderbens“ (Ps 40,3; 69,16).
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In der Grube, in die Daniel hinabstürzte, lauerten hungrige Löwen. Das bedeutet eigentlich den sicheren Tod (Dan 6,17). – Christus begegnete am Kreuz auf Golgatha dem Teufel, der die Macht des Todes hat (Heb 2,14). Dort geriet Er in den Rachen des „brüllenden Löwen“ (vgl. Ps 22,14; 1. Pet 5,18).
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Darius rief dem Propheten hinterher, dass Gott ihn retten möge, dem er ohne Unterlass gedient hatte. Das muss wie zynischer Spott in Daniels Ohren gegellt haben, da der König den Befehl ja nicht ausführen lassen musste (Dan 6,17). – Der gekreuzigte Christus wurde mit den Worten verhöhnt: „Er vertraute auf Gott, er rette ihn jetzt, wenn er ihn begehrt“ (Mt 27,43).
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Ein Stein wurde auf die Öffnung der Löwengrube gewälzt und durch hoheitliche Autorität versiegelt (Dan 6,18). – Der große Stein vor der Gruft des Herrn wurde mit einem Siegel versehen, was Pilatus ausdrücklich gebilligt hatte (Mt 27,64–66).
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Der König Darius fand in der Nacht keinen Schlaf, er fastete traurig (Dan 6,19). – Nachdem der Herr gekreuzigt war, trauerten die Jünger, die ebenfalls – wie Pilatus – den Tod des Herrn am liebsten verhindert hätten (Joh 16,20). Die Gefährten des Bräutigams fasteten, weil der Bräutigam nicht mehr bei ihnen war (Mk 2,20).
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Eilig und traurig ging der König in der Morgenröte zur Grube. Er zweifelte daran, Daniel lebend anzutreffen (Dan 6,20.21). – Die Jüngerinnen und Jünger kamen früh am ersten Wochentag eilig zu der Gruft Jesu; sie waren traurig und glaubten nicht an die Auferstehung Jesu (Joh 20,1–15).
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Daniel wurde unversehrt aus der Löwengrube herausgebracht, weil er kein Unrecht begangen und seinem Gott vertraut hatte (Dan 6,23.24). – Die Beine des gestorbenen Heilands wurden nicht zerbrochen, weil Er vollkommene Wege gegangen war (2. Mo 12,46; Ps 34,21). Er, der fromm gelebt hatte, sah die Verwesung nicht und wurde nach drei Tagen aus den untersten Teilen der Erde heraufgeführt (Joh 19,33–37; Ps 16,10; Eph 4,9; Heb 5,7).
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An der Grube stehend, erkannte Darius, dass Daniel von den Löwen durch Gottes Macht gerettet worden war, und freute sich (Dan 6,22–24). – An der Gruft Jesu erfuhren die Jünger, dass Jesus aus dem Rachen des Löwen und von den Hörnern der Büffel erhört worden war (vgl. Ps 22,22). Wie freuten sie sich, als sie den auferstandenen Herrn sahen (Joh 20,20)!
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Diejenigen, die verantwortlich für den Tod Daniels waren, wurden mit ihren Familien durch genau die Macht zu Tode gebracht, die sie benutzt hatten, um Daniel in die Löwengrube werfen zu lassen (Dan 6,25). – Im Jahr 70 wurde Jerusalem durch die Römer zerstört und viele Juden wurden getötet. Das Blut Christi kam über sie und über ihre Kinder (Lk 21,20–24; 23,27–31).
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Danach wurde eine Friedensbotschaft an alle Völker gesandt. Gottes Herrschaft wurde proklamiert und die Befreiung Daniels gerühmt (Dan 6,26–28). – Nach der Verherrlichung Jesu wird Frieden den Nahen und den Fernen verkündigt, das Reich Gottes wird proklamiert und die Auferstehung Jesu bezeugt (Eph 2,17; Apg 4,33; 28,31 etc.).
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Anschließend wird berichtet, dass Daniel in seinen Regierungsgeschäften gutes Gelingen hatte (Dan 6,29). – In der Hand des verherrlichten Christus gedeiht das Wohlgefallen des Herrn (Jes 53,10).
Wenn wir diese erstaunlichen Parallelen auf uns einwirken lassen, spornt uns das an, noch stärker in den alttestamentlichen Vorbildern den Herrn Jesus zu suchen und uns von seinem Leben und Dienst beeindrucken zu lassen. Wir denken dabei an das große und motivierende Wort unseres Herrn: „Ihr erforscht die Schriften … und sie sind es, die von mir zeugen“ (Joh 5,39).
[Auszug aus dem Buch Christusliebe, Bestellung: Christusliebe]
