„Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte.“ Dieser Vers ist vielen Bibellesern gut bekannt. Er wird oft zitiert und manchmal als „Magna Charta“ des Zusammenkommens bezeichnet.
Der Herr Jesus verspricht hier seine persönliche Gegenwart dort, wo Gläubige in seinem Namen (oder: zu seinem Namen hin) versammelt sind. Sein Name spricht von seiner Person und seiner Autorität. Zusammenkünfte als Versammlung sollen deshalb nicht durch menschliche Traditionen, kirchliche Systeme oder persönliche Vorlieben bestimmt werden, sondern durch den Willen des Herrn. Er selbst ist der Mittelpunkt der Versammlung, der Gastgeber und die höchste Autorität. Wir sind aufgerufen, die Zusammenkünfte (zum Brotbrechen, zum Gebet, zur Wortverkündigung) nach seinen Gedanken und nicht nach unseren Vorstellungen zu verwirklichen.
Vielen wird auch bekannt sein, dass geschätzte Ausleger hier sieben Punkte nennen, die man als eine Art „Gerüst“ über diesen Vers legen kann – vor allem im Licht der Erklärungen aus den Briefen. Ich nenne diese sieben Punkte und verbinde sie mit einer kurzen Erklärung:
1. Die göttliche Grundlage – „Denn“
Der Vers beginnt mit dem Wort „denn“. Damit begründet der Herr die vorhergehenden Aussagen über das Handeln der Versammlung. Die Autorität der Versammlung beruht nicht auf menschlichen Überlegungen, sondern auf der Zusage des Herrn selbst. Es ist abgeleitete Autorität.
2. Der göttliche Ort – „Wo“
Im Alten Testament gab es einen geografischen Ort (Jerusalem), den Gott erwählt hatte. Im Neuen Testament ist nicht ein bestimmter geografischer Ort oder ein Gebäude entscheidend, sondern die geistliche Grundlage des Zusammenkommens. Überall dort, wo Gläubige nach den Gedanken Gottes auf der Grundlage der biblischen Lehre über die Versammlung zusammenkommen, verwirklicht sich dieser „geistliche Ort“.
3. Die göttliche Zahl – „Zwei oder drei“
Der Herr nennt bewusst die kleinste mögliche Zahl für ein Zusammenkommen. Nicht Größe, Einfluss oder Anzahl sind entscheidend, sondern die Gegenwart des Herrn. Selbst die kleinste Zusammenkunft kann den vollen Segen seiner Zusage erleben.
4. Das göttliche Ziel – „Versammelt sind“
Die Gläubigen sollen nicht isoliert leben, sondern zusammenkommen. Das Ziel Gottes ist Gemeinschaft. Schon heute sammelt der Herr die Seinen um sich; einmal wird Er alle Erlösten für immer zu sich versammeln.
5. Der göttliche Gastgeber – „Zu meinem Namen hin“
Der Herr Jesus ist der Bezugspunkt des Zusammenkommens. Man versammelt sich nicht zu einer Lehre, einer Person, einer Gemeindeform oder einer Tradition, sondern zu Ihm. Sein Name spricht von seiner Person, seiner Autorität und seinen Rechten.
6. Die göttliche Gegenwart – „Da bin ich“
Der Herr verheißt seine persönliche Gegenwart. Sie ist für das Auge nicht sichtbar, aber dennoch real. Er ist nicht nur durch den Heiligen Geist in der Mitte der Seinen, sondern Er kommt selbst. Das ist das besondere Vorrecht christlicher Zusammenkünfte in seinem Namen.
7. Der göttliche Mittelpunkt – „In ihrer Mitte“
Der Herr ist nicht nur anwesend, sondern Er nimmt den zentralen Platz ein. Alles soll deshalb auf Ihn ausgerichtet sein. Er ist der Mittelpunkt der Anbetung, der Gemeinschaft, des Dienstes und aller Entscheidungen der Versammlung.
Zusammenfassend könnte man sagen: Matthäus 18,20 zeigt uns, dass der Herr Jesus selbst die Grundlage, der Sammelpunkt, die Autorität, die Gegenwart und der Mittelpunkt jeder Zusammenkunft der örtlichen Versammlung sein will.
