Verse 26 – 27: In Ihm bleiben und von Ihm zeugen
„Wenn aber der Sachwalter gekommen ist, den ich euch von dem Vater senden werde, der
Geist der Wahrheit, der von dem Vater ausgeht, so wird er von mir zeugen“ (V.°26)
Dieser kurze Abschnitt von zwei Versen ist bewundernswert! Wir haben gesehen, dass die Welt die Offenbarung Gottes in dem Herrn Jesus vollkommen ablehnte. Es scheint so, als wäre alles gescheitert. Wenn das Beste mit Hass beantwortet wird, was soll dann noch kommen? Das Zeugnis des Herrn Jesus war abgelehnt worden, das Zeugnis der Jünger würde von der Welt abgelehnt werden – und doch ist das nicht das Ende von allem! Gott beantwortet die Kardinalsünde des Menschen mit dem Beginn einer neuen Haushaltung, die dadurch charakterisiert ist, dass ein Mensch im Himmel ist und eine göttliche Person auf der Erde ist – der Strom der Gnade Gottes lässt sich durch diese Sünde des Menschen nicht aufhalten.
In Johannes 14 hatte der Herr Jesus die Seite betont, dass der Vater den Heiligen Geist senden würde (Vers 16 und 26). Hier wird zuerst die Seite betont, dass der Herr Jesus selbst den Heiligen Geist senden würde – das ist übrigens ein klarer Beweis der Gottheit des Herrn Jesus –, und dann sagt Er von dem Heiligen Geist, dass dieser von sich selbst aus von dem Vater ausgehen würde. Wir sehen darin eine vollkommene Harmonie zwischen dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist in dieser ganz gewaltigen Tatsache, dass in dieser neuen Haushaltung wieder eine Person der Gottheit auf dieser Erde sein wird.
Der Herr Jesus selbst also wird den Sachwalter von dem Vater senden, und der wird ein neues Zeugnis ablegen, und diesen Sachwalter und Zeugen kann die Welt nicht loswerden. Den Herrn Jesus hat die Welt gekreuzigt und hinausgestoßen; aber jetzt sendet Er einen neuen Zeugen, und den kann die Welt nicht hinauswerfen. Das Zeugnis des Heiligen Geistes geht noch weit über das hinaus, was der Herr Jesus als Mensch auf der Erde abgelegt hatte. Es ist das Zeugnis einer göttlichen Person über einen Menschen im Himmel! In Johannes 7,39 hatten wir gesehen, dass der Heilige Geist erst kommen konnte, nachdem der Herr Jesus als Mensch zurückgekehrt war zu dem Vater. Von diesem verherrlichten Menschen im Himmel gibt der Heilige Geist auf der Erde Zeugnis.
Der Heilige Geist ist der „Geist der Wahrheit“, so hatte der Herr Jesus Ihn schon in Johannes 14,17 genannt. Mit diesem Titel wird auf den Inhalt und Maßstab seines Dienstes hingedeutet. Er stellt die göttliche Wahrheit objektiv dar und versetzt uns in die Lage, diese offenbarte Wahrheit auch subjektiv zu erfassen. Durch den Geist der Wahrheit wird Wahrheit Gottes in unseren Herzen lebendig und fassbar. Ohne diesen Geist der Wahrheit könnten wir von der offenbarten Wahrheit Gottes überhaupt nichts erfassen.
Der Heilige Geist zeugt auch dadurch von dem verherrlichten Christus, dass Er den Aposteln des Neuen Testaments durch Inspiration eingab, darüber zu reden und zu schreiben (2. Pet 1,21; 1. Kor 2,10). Auch Stephanus ist ein Beispiel dafür, der voll Heiligen Geistes von der Herrlichkeit des Herrn Jesus zur Rechten Gottes Zeugnis ablegt (Apg 7,55.56).
Der Heilige Geist zeugt davon, dass der, der einst hier abgelehnt und verworfen worden ist, im Himmel anerkannt ist. Er zeugt davon, dass der wahre Weinstock, mit dem die Jünger hier auf der Erde verbunden sind, im Himmel verherrlicht ist. Und das gibt Überzeugungskraft für die Jünger, von Ihm zu zeugen und Frucht zu bringen, indem sie Ihn auf der Erde darstellen.
„Aber auch ihr zeugt, weil ihr von Anfang an bei mir seid.“ (V.°27)
In erster Linie bezieht sich dieser Vers nur auf die elf Jünger in ihrer Aufgabe als Apostel, denn nur die Apostel waren von Anfang an mit dem Herrn Jesus gegangen. Nur sie hatten sein Leben, sein Sterben, seine Auferstehung und seine Himmelfahrt gesehen und konnten davon zeugen. Johannes, der Schreiber dieses Evangeliums, hat in seinem ersten Brief genau das getan, wenn er da von dem Leben dieses vollkommenen Menschen auf der Erde zeugt (1. Joh 1,1.3).
Dieses Zeugnis der Apostel scheint sich also mehr auf die moralischen Herrlichkeiten des Herrn Jesus als Mensch auf der Erde zu beziehen, während sich das Zeugnis des Heiligen Geistes in Vers 26 mehr auf die Herrlichkeiten des erhöhten Menschen im Himmel bezieht. Gott sorgt dafür, dass die Herrlichkeiten seines von der Welt verworfenen Sohnes in dieser Zeit durch einander ergänzende Zeugnisse verkündigt werden. Auch in Apostelgeschichte 5,32 finden wir eine Bestätigung dieser ergänzenden und miteinander verknüpften Zeugnisse der Apostel und des Heiligen Geistes.
Die Jünger schienen mit dem Weggehen des Herrn Jesus zu dem Vater alles verloren zu haben. Aber das Ende dieses Kapitels macht noch einmal deutlich, was für ein gewaltiger Gewinn für sie damit verbunden war. Dieser Gewinn geht weit über das hinaus, was sie hier auf der Erde mit ihrem Herrn erlebt hatten. Was für ein unermessliches Vorrecht, dass auch wir heute in dieser neuen Haushaltung der Gnade leben dürfen, die Gott als Antwort auf die Kardinalsünde des Menschen, seinen Sohn zu verwerfen, begonnen hat. Unermessliche geistliche Reichtümer sind damit verbunden, die kein
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Gläubiger der vorhergehenden oder nachfolgenden Haushaltungen kennt. Und auch immer neue Herrlichkeiten seines von der Welt verworfenen Sohnes werden vor unseren Augen enthüllt.
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