„Es seien eure Lenden umgürtet und die Lampen brennend; und ihr, seid Menschen gleich, die auf ihren Herrn warten, wann irgend er aufbrechen mag von der Hochzeit, damit, wenn er kommt und anklopft, sie ihm sogleich aufmachen. Glückselig jene Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend finden wird! Wahrlich, ich sage euch: Er wird sich umgürten und sie sich zu Tische legen lassen und wird hinzutreten und sie bedienen. Und wenn er in der zweiten und wenn er in der dritten Wache kommt und sie so findet – glückselig sind sie!“ (Lukas 12,35–39). 

Der Herr des Hauses geht zur Hochzeit. Das kann schon mal etwas später werden. Machen es sich die Knechte jetzt bequem und legen sie sich schlafen? Nein, das tun sie nicht. Das Licht bleibt an und die Lenden bleiben umgürtet. Man kann sagen: Der Dienst geht weiter. Das ist richtig, aber das ist nicht der Hauptpunkt.

Der Hauptpunkt ist, dass die treuen Knechte auf ihren Herrn warten wollen. Sie wissen: Ihr Dienst ist erst zu Ende, wenn er es sagt. So bleiben sie wach und bereit, seinen Bedürfnissen zu entsprechen, wenn er zurückkommt. Das ist schon eine sehr beachtliche Haltung, denn wer von der Hochzeit kommt, der will eigentlich nur noch schlafen.

Doch die Knechte sind für ihren Herrn da – auch als der Herr zur zweiten Nachtwache (die bei den Juden bis 2 Uhr ging) abwesend ist. Schließlich graut der Morgen – und die Knechte warten weiter. Endlich klopft es an der Tür. Und so schnell, wie die Knechte dann die Tür öffnen, wird klar: Sie haben gewartet.

Der Hausherr ist von der Treue und Liebe dieser Knechte bewegt. Er sieht ihre umgebundenen Schürzen – und bindet sich selbst eine um. Obwohl er müde sein muss, macht dieser großzügige Herr seinen Knechten ein fulminantes Frühstück. Sie haben ihn glücklich gemacht, und jetzt will er sie glücklich machen.

Was haben diese Knechte eigentlich Großartiges getan? Sie haben nur gewartet. Aber gerade das zeigte ihre Hingabe!

Und wenn wir täglich auf unseren Herrn warten, und nichts in unserem Leben ist, was einer Begegnung mit ihm im Weg steht – glückselig sind wir! Er wird uns eine besondere Freude in der Herrlichkeit schenken.