Während [in der Passahnacht] draußen am Haus das Sühnungsblut zu Gott sprach, hatte Er im Inneren für etwas gesorgt, was sie sättigen und sie für den Weg befähigen würde, den sie nun gemeinsam mit Ihm beschreiten sollten.
Das Lamm steht ihnen als Nahrung zur Verfügung, und Gott ist darauf bedacht, dass sie diese Gabe seiner Liebe genießen. Sie sollen nicht nur Schutz finden, sondern auch versorgt werden. Das Lamm soll vollständig verzehrt werden. Wenn der Haushalt zu klein für das Lamm wäre (wir lesen nichts davon, dass das Lamm zu klein für den Haushalt wäre), „so nehme er es und sein Nachbar, der Nächste an seinem Haus, entsprechend der Zahl der Seelen; jeden sollt ihr nach dem Maß seines Essens rechnen auf das Lamm“ (2. Mo 12,4).
So möchte Gott, dass wir Christus erfassen. Er möchte, dass unsere Seelen gestärkt werden; Er möchte, dass Christus geehrt wird. Wir sollen essen, um uns das, was Christus ist, zu eigen zu machen. Essen ist Aneignung für unseren Bedarf; und das, was wir uns aneignen, wird Teil von uns selbst; so möchte Gott, dass Christus sozusagen Teil von uns selbst wird – dass wir durch das geprägt werden, was Er ist. Wie Er selbst sagte: „Wer mich isst, der wird leben meinetwegen“ (Joh 6,57). Und wenn wir Christus für unsere Seele so erfassen, wird Er in uns widergespiegelt. In dem Maße, in dem wir uns geistlich von Christus nähren, wird unser Leben seinen Charakter tragen.
Ach, dass wir das doch gründlicher verstehen würden! Wie würden sich die biblischen Wahrheiten in uns verwandeln – von harten, dogmatischen, unschönen Formen zu jenen sanften und schönen Zügen des Lebens selbst! Christus selbst ist es, den wir brauchen, inmitten eines Pragmatismus, für den jede Salbölflasche auf sein Haupt „Verschwendung“ ist (vgl. Mk 14,4).
