Daniel war ein Mann, der gekennzeichnet war durch Treue gegenüber Gott und Hingabe an Ihn in einer Welt, die Gott feindlich entgegengesetzt war. Er ging dort einen Weg, auf dem er bestrebt war, nach den Gedanken Gottes zu handeln, auch wenn die Umstände oft dagegensprachen. Und insofern ist er ein schönes Vorbild für uns, denn wir leben in einer ähnlichen Zeit. In dieser Zeit werden die Gedanken Gottes um uns herum in dieser Welt völlig auf den Kopf gestellt.

Und da ist die Frage, wie wir uns in dieser Welt verhalten. Insbesondere dann, wenn wir Einflussmöglichkeit haben auf das, was wir tun oder lassen. Mit manchen Dingen werden wir und unsere Kinder konfrontiert, denen wir uns bei der Arbeit oder in der Schule nicht entziehen können. Wir müssen uns mit bestimmten Themen auseinandersetzen, sie lernen oder bearbeiten, auch wenn sie uns nicht immer gefallen. So war es bei Daniel und seinen Freunden auch.

Aber in Daniel 5, bei der Begebenheit mit König Belsazar, der seinen tausend Gewaltigen ein großes Fest machte, sieht die Situation dann anders aus. Wir wissen nicht genau, welche Position Daniel in dieser Zeit einnahm. Wir wissen aus Daniel 8 nur, dass er im dritten Jahr des Königs Belsazars die Geschäfte des Königs verrichtete. Er war also im Haus des Königs in Babel tätig. Und diese Begebenheit hier ist nun einige Jahre später. Aber es ist doch bemerkenswert, dass Daniel in dieser Zeit bei diesem Fest sehr offensichtlich nicht mit dabei war. Später in der Nacht, als es darum ging, die Schrift zu deuten, die Gott an die Wand geschrieben hatte, musste Daniel gerufen werden. Weit weg schien er also nicht zu sein. Aber er war nicht auf diesem Fest.

In diesem Fall hatte er wohl, wenn wir das praktisch auf uns übertragen, die Möglichkeit, zu entscheiden: Gehe ich dorthin oder nicht? Und die Beschreibung dieses Kapitels gibt uns einen Eindruck davon, in was für eine Gesellschaft er geraten wäre. Dort wurde Gott herausgefordert, der Wein floss in Strömen und es waren sicher auch andere Formen moralischer Unreinheit dort zu finden. Doch wie schön ist es, dass wir sehen, dass Daniel sich davon entfernt hielt.

Und die Frage an uns ist: Wie verhalten wir uns in dieser Welt? Wir haben auch manche Kontakte mit Ungläubigen. Wir werden vielleicht auch hier oder da eingeladen. Und dann ist es gut, eine klare Grenze zu ziehen. Wir können sicher keinen abschließenden und eindeutigen Katalog machen, aber hier wird doch deutlich, dass Daniel klar war, dass er an diesem Platz, wo so gefeiert wurde, nichts zu suchen hatte.

Und das ist bei uns nicht anders. Dass wir Einladungen von Ungläubigen prinzipiell annehmen können, wird uns im Neuen Testament an einem Beispiel deutlich gemacht, wenn es dort heißt: „Wenn jemand von den Ungläubigen euch einlädt und ihr wollt hingehen“ (1. Kor 10,27). Aber gleichzeitig scheint doch in dieser Formulierung auch eine Mahnung zur Vorsicht zu liegen: „Und ihr wollt hingehen.“ – Also, wir sollten es uns gut überlegen. Gibt es Gelegenheit, vielleicht dort ein Zeugnis für den Herrn Jesus zu sein, von ihm zu reden? Dann ist es sicherlich eine gute Sache und dazu brauchen wir Kontakte mit ungläubigen Menschen. Es geht nicht darum, sich abzuschotten, denn wir sollen die Botschaft in diese Welt tragen. Aber es gibt auch Orte und Gelegenheiten – und das ist uns oft nur zu gut bewusst, wenn wir ehrlich sind –, wo wir nicht hingehen, um ein Zeugnis für den Herrn zu sein, und wo es auch sehr unwahrscheinlich wäre, dass sich dort Gelegenheiten ergeben. Und dann sollten wir uns von dort fernhalten und einen klaren Weg der Absonderung von allem Bösen und der Hingabe an den Herrn Jesus gehen.

Wenn wir fragen: „Herr, was ist dein Wille, was ist dir wohlgefällig? Wie kann ich dich ehren?“, dann werden die Entscheidungen in unserem Leben recht klar. Wenn wir dann deutlich machen, dass wir bei bestimmten Dingen nicht mitmachen, einfach weil wir dem Herrn Jesus treu nachfolgen wollen, dann erleichtert das die Sache auch insofern, dass wir – das ist eine praktische Erfahrung – nicht ein zweites oder drittes Mal angesprochen werden.

Lasst uns also klar sein, für den Herrn Jesus zu leben, ein Zeugnis für ihn zu sein. Denn als Daniel dann gerufen wird, kann Gott ihn in dieser gottlosen Umgebung gebrauchen. Und das wäre sicherlich nicht möglich gewesen, wenn er vorher mit auf diesem Fest gewesen wäre.