Kurz bevor die letzte Plage über Ägypten kommt, lässt Gott durch Mose dem Pharao unter anderem Folgendes sagen:
„Und es wird ein großes Geschrei sein im ganzen Land Ägypten, wie nie gewesen ist und wie nicht mehr sein wird. Aber gegen alle Kinder Israel wird nicht ein Hund seine Zunge spitzen, weder gegen Menschen noch gegen Vieh; damit ihr wisst, dass der Herr einen Unterschied macht zwischen den Ägyptern und den Israeliten“ (2. Mose 11,6.7).
Gott spricht hier davon, dass er einen Unterschied macht zwischen den Ägyptern und den Israeliten. Was war das für ein Unterschied? Und wieso war das so?
Nun, der Pharao hatte sich schon vorher als ein gottloser Mann gezeigt. Er hatte unter anderem sinngemäß gesagt: „Wer ist Gott, dass ich mich ihm unterwerfen sollte?“ Aber auch das Volk Israel hatte gezeigt, was für einen Charakter es hatte. Die Menschen des Volkes hatten sich gegen Mose und Aaron gewandt und gemurrt, weil die Erleichterung, die sie sich erhofft hatten, noch nicht eingetroffen war. Im Gegenteil, der Pharao hatte ja sogar das, was sie zu arbeiten hatten, erhöht. Und am Anfang des zweiten Buches Mose lesen wir zwar wohl davon, dass das Volk schreit, aber wir lesen nichts davon, dass es zu Gott geschrien hätte. Sie hatten wegen der Treiber geschrien, wegen der Last, aber sie hatten nicht ausdrücklich zu Gott geschrien.
Und jetzt, kurz bevor das Volk ausziehen soll, kommt diese Aussage Gottes. „Ich werde einen Unterschied machen zwischen den Ägyptern und den Israeliten.“ Nun, von Natur gab es also keinen Unterschied. Von Natur waren es alles sündige Menschen und schuldig vor Gott. Und so ist es heute nicht anders. Römer 3,22.23 sagt: „Es ist kein Unterschied, denn alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes.“
Wodurch wurde nun der Unterschied hergestellt? Gott würde den Unterschied herstellen durch das Blut des Lammes. Die Israeliten sollten von dem Blut des Lammes, das sie geschlachtet hatten, an die Türpfosten und an die Oberschwelle streichen. Und Gott würde sagen: „Und sehe ich das Blut, so werde ich an euch vorübergehen; und es wird keine Plage zum Verderben unter euch sein“ (2. Mose 12,13). Der Unterschied wurde also allein durch die Wirkung des Blutes des Lammes hervorgerufen, und es war der Glaube der Israeliten, die sie dieses Blut streichen ließ – Glaube und Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes.
So ist die sühnende Wirkung des Blutes Christi die Grundlage für die Annahme der Gläubigen bei Gott und für den Schutz vor dem Gericht Gottes, das uns gerechterweise auch getroffen hätte. Wir finden bereits hier im zweiten Buch Mose beim Auszug der Kinder Israels aus Ägypten ein schönes Vorbild auf die Wirkung des Blutes des Herrn Jesus. Wir sind befreit von dem Gericht Gottes durch das Blut des Lammes.
Römer 3 zeigt uns dann, dass Gott jetzt jeden Glaubenden rechtfertigt. Es ist ein Akt der Gerechtigkeit Gottes, denn das Gericht ist vollzogen worden an dem Herrn Jesus. Das Gericht für meine Schuld hat er bereits getragen. Und weil Gott gerecht ist, richtet er die Sünde nur ein einziges Mal. Und ich darf frei, ja gerechtfertigt ausgehen.
Was für einen wunderbaren Unterschied, den Gott macht. Nicht meinetwegen, nicht weil in mir oder dir etwas Besonderes wäre, sondern weil wir unter dem Schutz des Blutes des Lammes Gottes stehen. Dieses Blut, das unendlich kostbar ist in den Augen Gottes. Er, das Lamm ohne Fehl und ohne Flecken, hat es vergossen. Ihm sei ewig Dank dafür.
