Die Verehrung und Anbetung von Engeln war zu allen Zeiten eine Gefahr für gläubige Menschen. Paulus warnt die Kolosser ausdrücklich davor (Kol 2,18). Die Juden, die „das Gesetz durch Anordnung von Engeln empfangen“ hatten, standen in besonderer Gefahr (Apg 7,53; Heb 2,2). Deshalb zeigt der Geist Gottes im Hebräerbrief, wie viel besser als Engel Christus ist – auch als Mensch. Die Engel sind „dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die die Errettung erben sollen“ (Heb 1,14). Engel anzubeten, geziemt sich nicht und wird auch von ihnen nicht akzeptiert (Off 19,10).
Es gibt allerdings etwas, was man unbedingt von Engeln lernen kann, und das ist ihr aufmerksames Interesse an allen Taten und Wegen Gottes.
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Als die Erde erschaffen wurde, sahen die Engel die Macht Gottes und jubelten (Hiob 38,7).
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Jede Bekehrung eines Sünders bewirkt Freude im Himmel, an der die Engel mit Interesse beteiligt sind (Lk 15,10).
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In die Dinge, die uns im Evangelium verkündigt worden sind, begehren die Engel hineinzuschauen, obwohl sie weder Empfänger noch Verkündiger des Evangeliums sind (1. Pet 1,12; siehe auch Heb 2,16; Apg 11,13.14).
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Die Wege, die Gott mit den Gläubigen hier auf der Erde geht, und die oft mit Leiden und Verachtung verbunden sind, verfolgen die Engel mit Interesse (1. Kor 4,9).
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Engel interessieren sich für die Schöpfungsordnung Gottes genauso wie für die mannigfaltige Weisheit Gottes, die in der Versammlung zu sehen sein soll. Sie beobachten mit Interesse die Kopfbedeckung der Frauen und wie das große Geheimnis des Herzens Gottes von Christus und der Versammlung hier auf der Erde praktisch verwaltet, das heißt verwirklicht wird (1. Kor 11,10; Eph 3,9.10).
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Und mit welcher Freude und Aufmerksamkeit schauten die Engel zu, als Gott, der Sohn, der auch sie erschaffen hatte, als Mensch auf die Erde kam, „gesehen von den Engeln“ (1. Tim 3,16). Sie füllten die Fluren Bethlehems und lobten Gott, dessen Wohlgefallen an den Menschen sie in der Geburt Jesu bestaunten. Wir sehen Engel nach den Versuchungen in der Wüste und in Gethsemane. Sie wussten um seinen Tod und bezeugten am Grab seine Auferstehung und auf dem Berg bei Bethanien seine Himmelfahrt und sein Wiederkommen auf die Erde.
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Sie sind nicht erlöst, sie haben nicht die Beziehung zu dem Herrn Jesus, die wir Gläubige haben, sie bilden den äußeren Kreis, wenn sie den Thron Gottes umgeben, wir den inneren. Aber sie wissen darum, dass Er als das Lamm Gottes geschlachtet worden ist und sich die Würde der Herrschaft über das ganze Universum im Tausendjährigen Reich erworben hat – und beten Ihn an (Off 5,11.12).
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Und auch wenn der Herr Jesus diese Herrschaft dann tatsächlich antreten wird, werden die Engel wieder anwesend sein, um Ihm zu dienen und Ihn anzubeten (Heb 1,6; Ps 97,7).
Welche Hochachtung vor Gott zeigt sich bei diesen „Tätern seines Wortes“, die aufmerksam und gehorsam der „Stimme seines Wortes“ zuhören (Ps 103,20). Mit Interesse verfolgen sie das Handeln und die Wege Gottes, freuen sich darüber und beten an. Wir singen:
Die Engel sind erhoben
zum Dienen und zum Loben,
doch Söhne sind sie nicht.
Kein Tod hat sie gekettet,
kein hoher Preis gerettet,
kein Arm geführt aus Nacht zum Licht.
Aber wie steht es mit unserem Interesse und unserer Freude an den Dingen Gottes? Stehen wir da nicht manchmal in unserer Gleichgültigkeit und Freudlosigkeit hinter den Engeln zurück?
David fordert in Psalm 103 die Engel auf, den Herrn zu preisen. Doch dieser Psalm, der die vielfältigen Taten der Güte Gottes zugunsten von uns Menschen (nicht der Engel) beschreibt, endet mit den Worten: „Preise den HERRN, meine Seele!“
