„Jesus, den von Nazareth, wie Gott ihn mit Heiligem Geist und mit Kraft gesalbt hat, der umherging, wohltuend und alle heilend, die von dem Teufel überwältigt waren; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles dessen, was er sowohl im Land der Juden als auch in Jerusalem getan hat; den sie auch umgebracht haben, indem sie ihn an ein Holz hängten. Diesen hat Gott am dritten Tag auferweckt und ihn sichtbar werden lassen, nicht dem ganzen Volk, sondern den von Gott zuvor erwählten Zeugen, uns, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er aus den Toten auferstanden war. Und er hat uns befohlen, dem Volk zu predigen und ernstlich zu bezeugen, dass dieser der von Gott bestimmte Richter der Lebenden und der Toten ist. Diesem geben alle Propheten Zeugnis, dass jeder, der an ihn glaubt, Vergebung der Sünden empfängt durch seinen Namen“ (Apg 10,38–43). 

In seiner Rede im Haus des römischen Hauptmanns Kornelius gibt Petrus einen kurzen, aber zu Herzen gehenden Überblick über das Leben und Sterben des Herrn Jesus. In prägnanten Worten skizziert er seinen Dienst, seinen Tod, seine Auferweckung und seine zukünftige Herrlichkeit. Dabei erwähnt er einige bedeutsame Aspekte im Leben des Herrn Jesus.

Sein Name

Petrus beginnt seine Ansprache – wie er es auch in seinen vorangegangene Reden in der Apostelgeschichte getan hat – mit dem Namen Jesus (Apg 2,22; 3,13; 4,10; 5,30). Ja, über diese Person will Petrus reden, um diesen niedrigen und verachteten Menschen Jesus soll es jetzt gehen. Schon vor seiner Geburt wurde sowohl zu Joseph als auch zu Maria gesagt: „Du sollst seinen Namen Jesus nennen“ (Mt 1,21; Lk 1,31).

Seine Herkunft

„Jesus, den von Nazareth“ – Er kam nicht aus der wohlangesehenen Stadt Jerusalem, sondern aus dem verachteten Ort Nazareth im verachteten Land Galiläa (Joh 1,46; Mt 4,15). Aber nicht nur von der Stadt und dem Land, aus denen Er kam, hielt man nichts. Auch Er selbst war von den Menschen verachtet (Jes 53,3).

Die Kraft für seinen Dienst

Er diente Gott nicht in eigener Kraft, sondern in der Kraft des Geistes. Gott salbte Ihn nach seiner Taufe am Jordan mit Heiligem Geist und Kraft. Der Heilige Geist kam wie eine Taube auf Ihn herab und blieb auf Ihm (Mt 3,16; Mk 1,10; Lk 3,22). Diese Kraft von oben befähigte Ihn auf vollkommene Weise zu dem Dienst, den Gott für Ihn vorgesehen hatte.

Die Art seines Dienstes

Der Herr ließ sich nicht an einem bestimmten Ort nieder und wartete, bis die Menschen zu Ihm kamen, sondern Er ging umher, wohltuend und heilend. In seiner wohltätigen Liebe begab Er sich dorthin, wo die Menschen waren, die seine Hilfe benötigten. Er zog unter den Menschen im Land umher und war immer für alle zugänglich.

Die Gnade in seinem Dienst

Sein Dienst war durch Gnade und Macht gekennzeichnet. Die Gnade kam darin zum Ausdruck, dass Er wohltuend und heilend umherging. Von morgens bis abends tat Er den Menschen nur Gutes und verbreitete Segen. Jedem, der zu Ihm kam, begegnete Er in Güte, und keinen, der Hilfe bei Ihm suchte, wies Er ab.

Die Macht in seinem Dienst

Der Herr wollte nicht nur helfen, Er konnte es auch. Er hatte alle Macht dazu. So zog Er umher und heilte alle, die vom Teufel überwältigt waren. Er drang in das Haus des Starken ein und raubte dessen Hausrat, indem Er die betroffenen Menschen aus der Macht Satans befreite (Mt 12,29; Mk 3,27). Viele von Dämonen besessene Menschen wurden geheilt.

Die Bestätigung für seinen Dienst

Die wunderbaren Ergebnisse seines Dienstes machten deutlich, dass Gott mit Ihm war. Selbst Nikodemus musste dies anerkennen, als er nachts zu Ihm kam: „Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, von Gott gekommen, denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, wenn Gott nicht mit ihm ist“ (Joh 3,2).

Der Bereich seines Dienstes

Petrus bezeichnet den Bereich, in dem unser Herr gedient hat, als das „Land der Juden“ und „Jerusalem“. Das Land der Juden umfasst hier wohl Galiläa und Judäa. Gerade in Galiläa tat Jesus viele Wunderwerke. Aber auch in Jerusalem – in der Stadt, in der Er schließlich zum Tod verurteilt und gekreuzigt wurde – diente Er Gott und den Menschen.

Sein Tod

Die Juden brachten Jesus um, indem sie Ihn an ein Holz hängten. Damit ist sein Tod am Kreuz von Golgatha gemeint. „Hingegeben nach dem bestimmten Ratschluss und nach Vorkenntnis Gottes“, wurde Er „durch die Hand von Gesetzlosen an das Kreuz geschlagen und umgebracht“ (Apg 2,23). Die Kreuzigung war eine der schmachvollsten und schrecklichsten Hinrichtungsarten, die es damals gab. Aber gerade sein Tod am Kreuz ist die Grundlage unserer Errettung.

Seine Auferweckung

Das, was Gott getan hat, steht hier in krassem Gegensatz zu dem, was die Juden getan haben: Die Juden haben den Herrn umgebracht, aber Gott hat Ihn auferweckt.[1]

Die Juden haben geurteilt, dass Er durch das, was Er getan hat, den Tod verdient hat. Aber Gott hat durch die Auferweckung des Herrn Jesus sein ganzes Wohlgefallen an Ihm ausgedrückt. Nach seiner Auferweckung erschien Er den Aposteln, die zusammen mit Ihm gegessen und getrunken haben.

Der Richter der Lebenden und Toten

Der Mensch, den Gott auferweckt hat, wird einmal der von Gott bestimmte Richter der Lebenden und der Toten sein (Apg 17,31). Der Vater richtet niemand, sondern hat das ganze Gericht dem Sohn gegeben (Joh 5,22). Er hat Ihm die Vollmacht gegeben, Gericht zu halten, weil Er des Menschen Sohn ist (Joh 5,27). Jeder Mensch, der Ihn heute nicht als Retter annimmt, wird Ihm einmal als Richter begegnen müssen.

Der Heiland

Jesus Christus ist nicht nur der Richter, sondern auch der Heiland. Jeder, der an Ihn glaubt, empfängt die Vergebung der Sünden durch seinen Namen. Das, was die Gläubigen des Alten Testaments noch nicht wissen konnten, dürfen wir kennen, die wir nach dem vollbrachten Erlösungswerk des Herrn Jesus leben: Jedem, der an Ihn glaubt, werden die Sünden vergeben. Auf diese wunderbare Wahrheit wiesen bereits alle Propheten des Alten Testaments hin, obwohl sie die Tragweite der Errettung in der christlichen Zeit nicht erkannten (1. Pet 1,10).

(Aus der Monatszeitschrift Halte fest)


Fußnoten:

  1. Bei der Auferweckung steht Er als Mensch vor uns, bei der Auferstehung als Sohn Gottes (Apg 10,41; Röm 1,4).