Was ist ein Leben wert? Die spontane Antwort der meisten Menschen lautet: Das Leben eines Menschen ist unbezahlbar. Den Menschen auf einen bloßen Geldwert zu reduzieren, widerspricht seiner Würde und erscheint zutiefst unmoralisch. Und dennoch beschäftigen sich weltweit Tag für Tag unzählige Fachleute mit genau dieser Frage: Gesundheitsökonomen, Versicherungsmathematiker, Politiker und Ärzte. Personalabteilungen großer Konzerne oder Militärstrategen kommen kaum ohne entsprechende Berechnungen aus. Den Wert einer Sache bemessen wir gewöhnlich nach ihrem Nutzen, ihrer Seltenheit oder nach dem Preis, den jemand bereit ist, dafür zu bezahlen.
Der Wert eines Menschen
Der Wert einer Sache ist allerdings auch davon abhängig, wer sie beurteilt. Das ist im Hinblick auf das Leben eines Menschen nicht anders. Gott beurteilt das Leben eines Menschen ganz anders, als wir es tun. Aber auch die Ansichten der Menschen unterscheiden sich in diesem Punkt zum Teil erheblich.
In den Augen der Menschen
Am geringsten schätzt der Chemiker den Wert eines Menschen ein. Er berechnet den Gehalt eines Erwachsenen nach den Grundbestandteilen des menschlichen Körpers und kommt je nach Marktlage auf einen Betrag von 10 bis 15 Euro. Der Ökonom berechnet den durchschnittlichen Wert eines Menschenlebens in Deutschland mit 1,65 Millionen Euro (FAZ 2005). Und der betroffene Mensch, dessen Leben auf dem Spiel steht? Er sieht es wieder ganz anders: Für ihn gibt es nicht Wertvolleres als sein Leben, und er würde alles geben, um es zu erhalten.
Eins ist allerdings auch klar: Der Mensch muss bei seinem Tod alles zurücklassen, was er auf der Erde besitzt und erreicht hat. Er kann nichts in die Ewigkeit mitnehmen. Ganz egal, ob reich oder arm, hoch oder niedrig gestellt, groß oder klein – für alle Menschen gilt gleichermaßen: „Das letzte Hemd hat keine Taschen.“ Alles auf dieser Erde ist der Vergänglichkeit unterworfen – mit einer Ausnahme: Die Seele des Menschen ist unvergänglich. Und darauf kommt es an.
Was sagt Gottes Wort über dieses Thema? Die Schrift bezeugt ganz klar, dass der Wert einer Seele weit über jedem irdischen Besitz und jeder irdischen Stellung steht. In Markus 8 lesen wir: „Denn was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt und seine Seele einbüßt? Denn was könnte ein Mensch als Lösegeld geben für seine Seele?“ (Mk 8,36.37). Und in Psalm 49: „Keineswegs vermag jemand seinen Bruder zu erlösen, nicht kann er Gott sein Lösegeld geben (denn kostbar ist die Erlösung ihrer Seele, und er muss davon abstehen auf ewig)“ (Ps 49,8.9). Wir sehen also: Der Wert einer Seele kann durch nichts auf dieser Erde aufgewogen werden. Er ist unbezahlbar.
In den Augen Gottes
In den Augen Gottes hat der Mensch einen sehr hohen Wert. Dies zeigt sich allein schon darin, dass Gott den Menschen in seinem Bild erschaffen und ihn im Garten Eden in ein Umfeld gesetzt hat, in dem es ihm an nichts mangelte (1. Mo 1,27.29). Aber am deutlichsten wird der Wert, den der Mensch in den Augen Gottes hat, erkennbar, wenn wir an den Herrn Jesus denken: Gott hat seinen einzigen, geliebten Sohn gegeben, um den Menschen zu erlösen und wieder in Gemeinschaft mit sich selbst zu bringen. Christen sind „um einen Preis erkauft worden“ (1. Kor 6,20; 7,23) – das dokumentiert den Wert eines jeden erlösten Menschen für Gott auf beeindruckende Weise.
In Römer 5,8 stehen die bezeichnenden Worte: „Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus, da wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist.“ Gott liebt die Menschen so sehr, dass Er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe“ (Joh 3,16). Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern Ihn für uns alle hingegeben (Röm 8,32). Gott hat mit der Gabe seines Sohnes deutlich gezeigt, dass Er keinen Gefallen am Tod des Gottlosen hat, sondern möchte, dass er umkehre und lebe (Hes 33,11).
Der Wert des Herrn Jesus
Auch der Herr Jesus wurde, als Er als Mensch auf der Erde lebte, von denen, die Ihn umgaben und jeden Tag sahen, beurteilt und eingeschätzt. Das waren in erster Linie seine Familie, seine Jünger, die Obersten des Volkes und die Volksmengen – aber auch Gott, der allezeit vom Himmel auf Ihn herabsah. Dabei wich das, was die Menschen im Allgemeinen von dem Herrn Jesus dachten, deutlich von dem ab, was Gott von Ihm dachte.
In den Augen der Menschen
Die Menschen im Allgemeinen dachten nicht hoch von dem Herrn Jesus. Im Gegenteil: Er wurde von ihnen von Anfang an verachtet. Jesaja schreibt: „Als wir ihn sahen, da hatte Er kein Aussehen, dass wir ihn begehrt hätten.“ Und: „Er war wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt; er war verachtet und wir haben ihn für nichts geachtet“ (Jes 53,2.3).
Judas Iskariot, der sich über drei Jahre lang in der unmittelbaren Nähe seines Herrn und Meisters aufgehalten hatte, überlieferte Ihn für dreißig Silberstücke an seine Feinde (Mt 26,15). Das war der Preis, der ihnen der Herr der Herrlichkeit wert war. Bereits Sacharja sprach prophetisch (und zugleich ironisch, denn es ist ja das Gegenteil gemeint) von diesem „herrlichen Preis“: „Und ich sprach zu ihnen: Wenn es gut ist in euren Augen, so gebt mir meinen Lohn, wenn aber nicht, so lasst es; und sie wogen meinen Lohn ab: dreißig Sekel Silber. Da sprach der Herr zu mir: Wirf ihn dem Töpfer hin, den herrlichen Preis, dessen ich von ihnen wertgeachtet bin! Und ich nahm die dreißig Sekel Silber und warf sie in das Haus des Herrn, dem Töpfer hin“ (Sach 11,12.13).
In den Augen Gottes
Das Urteil, das Gott über seinen Sohn hatte, fiel hingegen völlig anders aus. Sowohl am Anfang als auch am Ende seines öffentlichen Dienstes drückte Gott vom Himmel her sein Wohlgefallen aus, das Er an dem Herrn Jesus gefunden hatte: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe“ (Mt 3,17; 17,5). Und als Antwort auf sein vollbrachtes Erlösungswerk am Kreuz von Golgatha hat Gott Ihn aus den Toten auferweckt und Ihm als Mensch den höchsten Platz im Universum, den Platz zu seiner Rechten, gegeben. Dort sehen wir Ihn nun mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt (Heb 2,9). Das Herz des Vaters ist ganz erfüllt von seinem Sohn, der Ihn auf der Erde in seinem Leben und Sterben so hoch verherrlicht hat.
Persönlicher Impuls
Aus diesen Gedanken über den Wert eines Menschen und den Wert des Herrn Jesus leiten sich zwei Fragen ab:
- Was ist dir das (ewige) Leben deiner Mitmenschen wert? Nimm dir Zeit, um einmal in Ruhe über diese Fragen nachzudenken! Fang an, namentlich für Menschen in deiner Umgebung zu beten!
- Was ist dir dein Retter und Herr wert? Nimm dir Zeit, um über die so wertvolle, einzigartige Person des Herrn Jesus, sein Leiden und Sterben sowie über seine Verherrlichung nachzudenken!
(Aus der Monatszeitschrift Folge mir nach)
