Gott handelt mit den Seinen als mit Söhnen (vgl. Heb 12,7). Er übt größte Sorgfalt dabei, wenn Er uns erzieht. Er stellt uns in Umstände, die unsere Erziehung fördern, und Er verbindet uns mit Menschen und Orten, die dazu beitragen, dass geistliche Tugenden an uns sichtbar werden.
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So stellt Er einen Flinken zu einem Langsamen; einen Stillen zu einem Gesprächigen, damit der eine mit dem anderen lernt, Geduld zu üben. Er bringt eine organisierte und ordnungsliebende Person mit einer unstrukturierten und unordentlichen Person zusammen, damit beide lernen.
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Unsere Umstände und unsere Umgebung sind oft nur eine Antwort auf unsere Gebete. Wir bitten um Geduld und Ausharren, und der Herr sendet Menschen und Situationen, die uns außer Fassung bringen, denn „wir wissen, dass die Trübsal Ausharren bewirkt“ (Röm 5,3).
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Wir bitten um Selbstlosigkeit, und der Herr stellt uns Menschen zur Seite, die uns durch ihre Eigensucht und Selbstsucht herausfordern.
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Wir bitten um eine engere Verbindung des Herzens mit Jesus, und der Herr zerreißt die natürlichen Beziehungen oder lässt zu, dass unsere besten Freunde uns missverstehen und gleichgültig gegenüber uns werden.
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Wir wünschen uns mehr Liebe, und siehe da: Gott bringt auf einmal unverträgliche, unliebsame Personen auf unseren Weg und lässt sie Dinge sagen, die uns tief ins Herz schneiden. Und warum das Ganze? Damit wir auf diese Weise lernen, was die Worte des Apostels bedeuten, als er schrieb: „Die Liebe ist langmütig, ist gütig; die Liebe neidet nicht, die Liebe tut nicht groß, … sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, … sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles“ (1. Kor 13,4–7).
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Wir bitten um Unterordnung, und Gott schickt uns Leiden.
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Wir bitten um Demut und Kraft, und Gott erlaubt, dass irgendein Engel des Satans uns quält (vgl. 2. Kor 12,7), bis wir gewissermaßen im Staub liegen und mit dem Apostel sagen können: „Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark“ (2. Kor 12,10).
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Wir bitten darum, Jesus treuer nachzufolgen, und Er trennt uns von Heimat und Verwandtschaft.
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Wir möchten dem ähnlicher werden, der von Herzen sanftmütig und demütig war, und der Herr teilt uns einen ganz kleinen, unscheinbaren Wirkungskreis im Dienst für Ihn zu. Oder aber Er erlaubt, dass man uns reizt, beleidigt und uns Dinge vorwirft, die nicht wahr sind.
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Wir bitten um Stille des Gemüts, und dann kommen von links und rechts Unruhe und Lärm auf uns zu, damit wir lernen – wie Er –, unseren Mund nicht aufzutun (vgl. Jes 53,7), sondern zu erfahren, was es heißt: „Wenn er Ruhe schafft, wer will beunruhigen?“ (Hiob 34,29).
„… da ihr wisst, dass die Bewährung eures Glaubens Ausharren bewirkt“ (Jak 1,3).
| Aus: Botschafter des Heils (1913), sprachlich modernisiert
