Eintrag ins Buch des Lebens

Online seit dem 15.09.2013, Bibelstellen: Psalm 69,29; Philipper 4,3; Offenbarung 13,8; 17,8

In der Schrift lesen wir mehrfach von einem „Buch des Lebens“. Wann wird man in dieses Buch eingetragen? Man denkt wahrscheinlich unwillkürlich: dann, wenn man sich bekehrt und neues Leben empfangen hat.

Doch in der Schrift finden wir die bemerkenswerte Ausdrucksweise, dass man von Grundlegung der Welt an in das Buch des Lebens eingetragen sein kann (Off 13,8; 17,8). Das allein macht schon deutlich, dass es nicht um den Zeitpunkt der Bekehrung geht – denn niemand hat sich bei der Erschaffung der Welt bekehrt.

Wenn man sich die genannten Stellen näher ansieht, dann erkennt man, dass es um die Zeit der Drangsal nach der Entrückung geht. Dann werden die Christen, dann wird die Gemeinde im Himmel sein. Die Gläubigen auf der Erde sind solche, die nicht zur Versammlung gehören – und deren Teil mehr irdisch ist. Es passt daher gut, dass sie bei Grundlegung der Welt in dieses Buch eingetragen wurden.

Wir Christen wurden vor Grundlegung der Welt auserwählt (Eph 1,4). Unsere Segnungen sind himmlisch und stehen nicht in Verbindung mit der geschaffenen Erde – darum geschah die Auswahl auch vor Grundlegung der Welt. Wenn es auch nicht direkt gesagt wird, so liegt doch nahe, dass auch der Eintrag ins Buch des Lebens vor Grundlegung der Welt stattfand.

Es gab also zwei große Gelegenheiten, wenn ich das so sagen darf, als der große Gott in das Buch des Lebens Namen hineinschrieb: Das war einmal vor Grundlegung der Welt und dann bei Grundlegung der Welt. Bei der ersten Gelegenheit ging es um die Versammlung und bei der zweiten um alle anderen (Gläubigen), die nicht zur Versammlung gehören.

Das Buch des Lebens spricht demnach von der Unumschränkheit Gottes. Gott hat sich vorgesetzt, bestimmte Menschen mit dem ewigen Leben zu segnen. Ihre Namen hat er „aufgeschrieben“.

Sofort taucht die alte Frage auf: Und was ist mit den anderen Menschen? Sind sie dazu bestimmt, verlorenzugehen? Nein, das ist nicht der Fall – auch wenn der menschliche Verstand das schnell behauptet. Es gibt kein „Buch des Todes“, das Gott führt. Er hat niemand zur Verdammnis bestimmt. Jeder Mensch ist verantwortlich, sich zu bekehren, und muss die Folgen tragen, wenn er es nicht tut.

Und noch etwas sollte vermerkt werden: In der Bibel werden zwei verschiedene Bücher des Lebens erwähnt. In den oben genannten Stellen geht es um das Buch des neuen Lebens, des Lebens aus Gott. Aber in Psalm 69,29 ist von dem Buch des natürlichen Lebens die Rede. In dieses Buch wird man bei der Zeugung eingetragen und im Tod wieder gelöscht. Bei dem Buch des neuen Lebens aber gibt es keine Löschung. Man könnte diese beiden Bücher auch nennen: „das Buch des Lebens der Erde“ und „dass Buch des Lebens des Himmels“.

Gerrid Setzer