Nasiräer unter dem Volk Gottes

Online seit dem 19.05.2017, Bibelstellen: Richter 15,9-19

Wenn ein Gottgeweihter – so wie Simson im Volk Israel – seinen Dienst versieht, dann führt das zu Unruhe im Volk Gottes (Ri 15,9-19). Denn der Feind des Volkes Gottes wird aktiv. Und das bringt Probleme mit sich, die nicht jedem schmecken.  

Selbst wahre Christen werden dann dazu verleitet, einen entschiedenen Christen mundtot machen: „Man muss doch nicht so frontal predigen.“ – „Diese Wahrheit kann man heute so nicht mehr bringen.“ So oder so ähnlich ist dann zu hören. Und so werden entschiedene Christen, die gegen falsche Lehren und Praktiken Stellung nehmen, gebunden, das heißt in ihrer Wirksamkeit eingeschränkt. Denn man will seine Ruhe haben und nicht von der religiösen Welt (= Philistern) ihretwegen angegangen werden. Die Nasiräer, die von Absonderung reden und die wahre Freiheit der Kinder Gottes propagieren, machen doch nur Probleme, sagt man. Deshalb werden sie gebunden; oder man versucht, ihre Weihe durch Weltlichkeit zu zerstören (vgl. Amos 2,11.12), was denselben Effekt hat. Doch das ist ganz verkehrt. Wir sollen Nasiräer freudig begrüßen und mit ihnen gemeinsame Sache gegen den Feind machen!

Wie leicht lassen sich Nasiräer von diesem Widerstand aus eigenen Reihen beeindrucken – und lassen sich binden. Bis Gottes Geist über sie kommt! Dann werden die menschlichen Fesseln zerrissen und der gute Kampf des Glaubens wird wieder aufgenommen.

Wichtig ist dabei aber, dass der, der Gott geweiht sein will, auch in Überstimmung mit der Weihe seinen Dienst ausübt. Bei Simsons sehen wir leider, dass er mit einer Waffe kämpft, die nicht zu einem Nasiräer passt – Knochen von einem toten Esel. Kein Wunder, dass der Kampf mit seiner völligen Erschöpfung endet, die nur durch ein Wunder Gottes beseitigt werden kann.

Wir sollen als solche, die zum Volk Gottes gehören, die Nasiräer nicht binden, sondern sie vielmehr unterstützen. Und wir sollen unseren Dienst als Gottgeweihte ohne Menschenfurcht ausüben, in der Kraft des Geistes Gottes und mit den Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken.

Gerrid Setzer