Der Vater wartet

Online seit dem 05.06.2009, Bibelstellen: Lukas 15,11-24

Der „verlorene Sohn“ ließ sich von seinem guten Vater das Erbe auszahlen und verprasste alles durch einen liederlichen Lebensstil. Als er völlig am Ende war, kam er zu sich selbst und ging zu seinem Vater zurück.

Der Vater hätte guten Grund gehabt, auf seinen Sohn zornig zu sein. Doch was wir von dem Vater lesen, ist immer wieder neu beeindruckend: „Als er noch fern war, sah ihn sein Vater und wurde innerlich bewegt und lief hin und fiel ihn um den Hals und küsste ihn sehr“ (Lk 15,20).

Wir lesen hier fünf Dinge von dem Vater (die wir mit Körperteilen verbinden können):

Seine Augen: Der Vater sah ihn von fern. Das deutet daraufhin, dass der Vater auf seinen Sohn gewartet hat. Er hatte die Sache mit seinem Sohn noch nicht abgehakt.

Sein Herz: Der Vater wurde innerlich bewegt, als er seinen heruntergekommenen Sohn sah. Er auch jetzt noch Empfindungen der Liebe für seinen Sohn.

Seine Füße: Der Vater wartete nicht, bis der Sohn die Haustür erreicht hat, sondern er lief ihm entgegen. Die Liebe trieb ihn, die Initiative zu übernehmen, um Versöhnung zu bewirken.

Seine Hände: Der Vater fiel seinem Sohn um den Hals. Er schlang seine Arme um ihn und bereite ihm eine herzliche Aufnahme.

Sein Mund: Der Vater scheute sich nicht, seinen zerlumpten Sohn mehrmals zu küssen. Mit diesen Küssen krönte er die zahlreichen Beweise seiner Liebe.

Der Sohn muss überwältigt gewesen sein! Und als er in den Armen des Vaters lag, sprach er das Sündenbekenntnis anders aus, als er es sich vorgenommen hatte (Lk 15,18–19). Er ließ folgende Aussage weg: „… mache mich wie einen deiner Tagelöhner“ (vgl. mit Lk 15,21). Der Sohn empfand angesichts der Liebe des Vaters die Schande seiner Sünde mehr denn je. Ihm war klar, dass er nicht mal um den Platz eines Tagelöhners zu bitten hatte. Er sprach nur von seiner Unwürdigkeit und überließ alles andere der Gnade und Liebe des Vaters – und wurde nicht enttäuscht.

Gott, der himmlische Vater, wartet auf die Verlorenen. Er ist bereit, zu vergeben. Seine Liebe ist unendlich groß. Wenn sich doch gerade heute einer aufmachen würde, um in die ausgebreiteten Arme der Liebe Gottes zu laufen!

Gerrid Setzer