Überlegungen zu politischen Systemen

Online seit dem 08.08.2010, Bibelstellen: Daniel 2,20

In der gegenwärtigen Zeit beherrschen zwei große Ideen die Welt, von denen sowohl das nationale und politische als auch das soziale Leben berührt wird. Sie sind ganz und gar unterschiedlich, und – oberflächlich betrachtet – miteinander gänzlich unvereinbar; und doch lässt uns die gegenwärtige Strömung annehmen, dass doch ein Weg gefunden werden mag, auf dem beide in einer Art Verschmelzung zusammengebracht werden können; und die Stimme der prophetischen Schriften bestärkt uns in dieser Vermutung.

Die beiden großen Ideen sind die demokratische bzw. die imperialistische Idee. Beide sind ziemlich gleichzeitig auf der Bühne der Geschichte angekommen.

Die Demokratie präsentiert sich uns als das Endprodukt der Weisheit vergangener Zeiten. Die Geschichte zeigt uns – so kann man sagen – das lange und düstere Protokoll menschlicher Experimente der Regierungsformen, und Nutzen ziehend aus vergangenen Erfahrungen entwickelte sich die demokratische Idee und besetzt jetzt das Feld unter aufgeklärten Nationen. Es ist – um den berühmten Ausspruch Abraham Lincolns zu benutzen – „Regierung des Volkes, durch das Volk, für das Volk.“ In der Praxis kommt es aber dazu, dass die Menschen von einer Mehrheit des Volkes regiert werden – denn niemals sind sie einmütig, weshalb die Minderheit nachgeben muss; und diese Mehrheit sollte durch ihre gewählten Repräsentanten zum Wohle aller, und nicht nur für die Interessen der Mehrheit regieren. Ob sie es dann wirklich tut, ist eine ganz andere Frage.

Die imperialistische Idee hat als ihr Schlagwort: „Einigkeit macht stark“. Im Leben der Völker führt das zu Zusammenschlüssen von Nationen und machtvollen Allianzen und Bünden. In der Politik drückt sich das in Parteikoalitionen aus, um gemeinsam zu erreichen, was man allein nicht hofft erreichen zu können. Sozial erzeugt diese Idee gigantische Trusts, industrielle Verbände, Vereinigungen. Und diese Idee droht in Form von „kirchlichen Verbänden“ auch in die religiöse Welt einzudringen. Es handelt sich dabei wirklich um die Rückkehr zu der alten Idee, die die Menschen vor der Sintflut bei ihren Plänen zum Turmbau zu Babel beseelte (siehe 1. Mo 11,1–9).

Wir wollen uns jetzt gar nicht mit den politischen Vorteilen oder Nachteilen der Demokratie beschäftigen; vielmehr möchten wir zu dem Licht kommen, das Gottes Wort darauf wirft, um ihren wahren Charakter zu erkennen und eine Voraussage über das sichere Ende zu machen, zu dem die Zeit diese Idee bringen wird.

Zuerst müssen wir in der Schrift untersuchen, was wohl der Weg Gottes für die Regierung dieser Erde sein mag. Natürlich hat Er eine Meinung zu diesem Thema, und je mehr wir diese verstehen, desto mehr werden wir in die Lage versetzt, über jedwede Theorie, die der Mensch vorschlägt, ein Urteil abzugeben.

Am Anfang, als Adam noch nicht gefallen war, wurde er in die Position alleiniger Autorität eingesetzt. Er war das Ebenbild Gottes bzw. Sein Repräsentant und besaß die Herrschaft über die niedrigeren Ränge der geschaffenen Wesen (1. Mo 1,26). Hier kommt keinerlei Gedanke an Herrschaft über andere Menschen auf. Diese Frage gab es vor dem Sündenfall nicht. Seine Autorität als solche war absolut, und seine Verantwortung bestand nur Gott gegenüber.

Nachdem die Sünde in die Schöpfung eingedrungen war, gab es eine lange Periode, während der dem Menschen von Gott keine weitere Autorität anvertraut war, und deshalb besaß niemand Autorität über seine Mitmenschen. Dieses Zeitalter endete mit der Sintflut.

Das erste nachsintflutliche Zeitalter begann jedoch mit einer erneuten Übertragung von Autorität. Noah und seine Söhne nach ihm waren dafür verantwortlich, Gottes Rechte am Menschen aufrecht zu erhalten, besonders in Bezug auf die Heiligkeit des menschlichen Lebens (siehe 1. Mo 9,5–6). Gott übertrug damit gewissen Menschen Autorität über andere Menschen, sogar bis hin zur Todesstrafe. Damit war die Herrschaft des Patriarchats begründet.

Unter denen, die bald danach jegliche Gottesfurcht verwarfen, indem „sie es nicht für gut befanden, Gott in Erkenntnis zu haben“ (Rö 1,28), veränderte sich diese Autorität sichtlich zu anderer Gestalt. Sie war nicht länger von ihrem Charakter her patriarchalisch, sondern fiel in die Hände von tapferen und angesehenen Männern wie Nimrod (1. Mo 10,8–10); und nach der babylonischen Sprachverwirrung entstanden Nationen mit ihren „Königen“ (1. Mo 12,15; 1. Mo 14,1–2).

Aber solche, die weiter Gott fürchteten, hielten an der patriarchalischen Ordnung fest, bis Gott es in Seine Hand nahm, Israel aus Ägypten zu befreien und Moses erweckte. Das markierte einen neuen Anfang. Moses wurde von Gott in der Mitte Israels mit einer Autorität ausgestattet, die weit über das hinausging, was Noah empfangen hatte. Es ist wahr, dass am Anfang seine Autorität verworfen wurde. „Der aber dem Nächsten unrecht tat, stieß ihn weg und sprach: ´Wer hat dich zum Obersten und Richter über uns gesetzt?'“ (Apg 7,27). Aber wir lesen auch: „Diesen Mose, den sie verleugneten, indem sie sagten: ´Wer hat dich zum Obersten und Richter gesetzt?', diesen hat Gott sowohl zum Obersten als auch zum Befreier gesandt mit der Hand des Engels, der ihm in dem Dornbusch er-schienen war“ (Vers 35). Moses war in der Tat „König in Jeschurun“ (5. Mo 33,5), aber es war ein Königtum formloser Art. Genau gesagt wurde mit Moses als Sprecher und Mittler und damit in diesem Sinn als König die Theokratie in Israel eingeführt.

Jahrhunderte lang wurde Israel von dieser Art Autorität verwaltet, aber ihre Kraft verfiel; die sie ausübten, wurden schwächer und schwächer in ihrer Treue und in ihrer Kraft. „Und es stand in Israel kein Prophet mehr auf wie Mose, den der Herr gekannt hätte von Angesicht zu Angesicht“ (5. Mo 34,10).

Die daraus resultierende Schwäche führte zu einem Aufschrei nach einem König, wie ihn die Nationen hatten (1. Sam 8,5), und nach einer Episode mit einem eigenwilligen König (Saul) nach Wahl des Volkes erweckte Gott David und etablierte königliche Autorität auf einer ordentlichen Grundlage. Er sollte Herrscher über das Volk Gottes sein sowie Vollstrecker des Gerichts an seinen Feinden (2. Sam 7,8–9). Er sollte Israel in Seinem Erbteil „weiden“. Also weidete er sie nach der Redlichkeit seines Herzens und leitete sie mit der Geschicklichkeit seiner Hände (Ps 78,71–72). Davids Autorität war absolut, er sollte herrschen. Und er sollte, wo es nötig war, Gericht ausüben, jedoch gleichzeitig seine Untertanen weiden und lenken. Seine Herrschaft sollte absolut und zugleich ganz und gar wohltätig sein.        

Durch das Versagen von Davids Nachkommen verschwand diese Herrlichkeit, und zuletzt gab Gott die Herrschaft in die Hände von Heiden. Sie wurde zuerst Nebukadnezar anvertraut, wie Daniel 2,37–38 berichtet; und wenn auch der Traum dieses großen Königs – wie in dem Kapitel berichtet wird – die kommenden Veränderungen ankündigt, gleichgültig, welche Regierungsformen noch hinzukommen, so zeigt er doch als vollendete Tatsache auch, dass die Autorität jeder Regierung – welcher Regierungsform auch immer – bis zur Vollstreckung des Zornes Gottes über den Hochmut und über den Missbrauch der anvertrauten Macht in den Händen der Heiden bleiben würde. Dann wird ein Königtum erscheinen, das feststeht „für immer und ewig“ (Dan 2,20); und dieses Königtum wird dem Sohn des Menschen übertragen, der absolute Herrschaft zum Segen der Menschen ausüben wird (Dan 7,13; 9). Und Er wird sich freuen in Verbindung mit Seiner Herrschaft „die Heiligen der höchsten Örter“ (Dan 7,22) aufzunehmen, aber ebenso ein „Volk“, das das Königtum „unter dem [ganzen] Himmel“, d.h. auf dieser Erde besitzen wird. Und natürlich ist Israel dieses Volk.

Dieser kurze Abriss über den Weg der Regierungen unter den Menschen sollte reichen, um zu zeigen, dass sich ein Merkmal durch alle Formen hindurchzieht: die letztgültige Autorität ist immer Gott – und Gott allein.

Kein Mensch hat irgendein Recht, Macht auszuüben über seine Mitmenschen, es sei denn, dass sie ihm von Gott verliehen ist. Und deshalb wird in Stellen wie Römer 14,1–6 und 1. Petrus 2,13–15 den Christen Gehorsam gegenüber der herrschenden Obrigkeit auferlegt. Der Apostel Paulus belehrt uns: „... denn es gibt keine Obrigkeit, außer von Gott, diejenigen aber, die bestehen, sind von Gott eingesetzt“ (Rö 13,1).

Wenn wir nun von der Regierung, wie sie uns von der Schrift gezeigt wird, zu der Praxis derer kommen, denen sie auf der Erde anvertraut wurde, so sehen wir sofort, dass die Macht – wie alles andere, was dem gefallenen Menschen anvertraut wurde – auf furchtbare Weise missbraucht wurde.    

Überall hatten Tyrannei und Selbstsucht ihre Blütezeit, und die Geschichte ist auch deshalb das Protokoll langer und schmerzhafter Kämpfe, ein Protokoll des Versagens, indem die Nationen von einer Regierungsform zur anderen wechselten oder Änderungen in ihre verschiedenen Regierungssysteme einbrachten, in der vagen Hoffnung, ideale Bedingungen schaffen zu können. Die Demokratie ist nun die letzte all dieser Änderungen, und ihr Aufkommen ist für niemanden überraschend, der mit dem Missbrauch vertraut ist, der zu ihrer Geburt geführt hat.

Wenn wir die Demokratie nicht mit den vorausgehenden Regierungsformen vergleichen, sondern mit den Idealen der Schrift, die im Tausendjährigen Reich vollständig verwirklicht werden, dann sehen wir zuerst, dass sie noch hoffnungsloser als untauglich verworfen ist als jede andere Regierungsform, die es bisher gab; und zwar deshalb, weil sie Gott freimütig und unverblümt als Grundlage und Quelle aller Autorität beiseitesetzt und den Menschen – d.h. „das Volk“ – an Seinen Platz stellt. Die Kluft zwischen diesen beiden ist ebenso groß wie zwischen Himmel und Hölle.

Für den überzeugten Demokraten zählt in Wirklickeit nur eine Frage, und die lautet: Was ist der Wille des Volkes? Zu fragen, was recht ist – was, anders gesagt, der Wille Gottes sein mag, ist völlig irrelevant. Was das Volk wünscht, ist als richtig zu beachten, und die Aufgabe einer wirklich demokratischen Regierung ist, die Wünsche des Volkes auszuführen, bescheidene Diener des Volkeswillens zu sein – egal ob richtig oder falsch.

In dieser Sache, wie in allen anderen, liefert das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus dem Christen die absolute Testfrage. In jener finsteren Stunde war Pontius Pilatus als Landpfleger der Repräsentant des Kaisers, und Christus wurde vor seiner unumschränkten Macht vor Gericht gestellt. Und doch verlor die Autokratie in einem ungewöhnlichen Augenblick der Schwäche ihre Wirkung. Der Bericht sagt so:

„Als aber Pilatus sah, dass er nichts ausrichtete, sondern vielmehr ein Tumult entstand, nahm er Wasser, wusch sich die Hände vor der Volksmenge und sprach: Ich bin schuldlos an dem Blut dieses Gerechten, seht ihr zu“ (Mt 27,24).

„Sie aber bedrängten ihn mit großem Geschrei und forderten, dass er gekreuzigt würde. Und ihr und der Hohenpriester Geschrei nahm überhand. Und Pilatus urteilte, dass ihre Forderung geschehe“ (Lk 23,23–24)

Als Repräsentant des Kaisers wusch Pilatus seine Hände in dieser ganzen Angelegenheit, während er als Vollstrecker des für einen kurzen Moment Einfluss erlangenden demokratischen Willens handelte; er „urteilte, dass IHRE FORDERUNG GESCHEHE.“

Aus Sicht der Verwirklichung demokratischer Prinzipien würde dies als rechtens durchgehen. Von jedem anderen Standpunkt aus betrachtet war es das gräulichste Unrecht in der Geschichte dieser Welt.  

Wenn wir noch einmal auf Nebukadnezars Traum zurückkommen, wie er uns in Daniel 2 berichtet wird, dann können wir jetzt besser begreifen, was der Ton bedeutet, von dem bei dem Bild gesprochen wird, dessen Füße zermalmt werden (Dan 2,34).

Daniels Vision in Kap. 7 setzt den Bericht über die vier heidnischen Königreiche und ihr Handeln unter den Menschen fort, und sie werden in ihrer Zerstörungskraft als wilde Tiere beschrieben. Andererseits berichtet er aber auch von der Qualität und dem Charakter der vier Weltreiche und ihrer jeweiligen Regierungsform; und was sie kennzeichnet, ist ständiger Niedergang, was durch die Art der Metalle, die dort beschrieben werden, ausgedrückt wird.

Gott begann die „Zeiten der Nationen“ mit einer vollkommenen Regierungsform, wenn auch der Mensch, der die Macht verwaltete, weit von davon entfernt war, vollkommen zu sein. Dass es eine ideale Regierungsform war, wird dadurch bewiesen, dass Gott für das Tausendjährige Reich darauf zurückkommen wird, wenn der vollkommene Mensch erscheinen wird, durch den Er „den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit“(Apg 17,31); alles wird dann bald von Frieden und Segen geprägt sein.

Als die Weltreiche sich entwickelten, irrten die Menschen immer mehr von dem goldenen Ideal (Dan 2,32) ab und führten menschliche Modifizierungen ein; und die Regierungen wurden zu Silber, Kupfer und Eisen, weil die Gedanken Gottes mehr und mehr in Vergessenheit gerieten und menschliche Politik zum Vorschein kam.

Im letzten Stadium des letzten Weltreichs – des Römischen Reiches – wird jedoch zum ersten Mal Ton, ein nicht-metallischer Stoff, eingeführt. Das ist eine offensichtliche Vorhersage, dass vor dem Ende in das dann vorherrschende Regierungssystem ein Prinzip eingeführt wird, das nicht mehr sosehr eine Modifikation des alten Systems darstellt, sondern etwas radikal und fundamental anderes ist. Deshalb wird es „ein geteiltes Königreich sein“, „teils aus Töpferton, teils aus Eisen“ (Dan 2,41) – spröde wie Ton, „zerbrechlich“ (Vers 42). Daniels Interpretation der Mischung von Ton und Eisen ist: „... sie werden sich mit den Nachkommen der Menschen vermischen, aber sie werden nicht aneinander haften: so wie sich Eisen nicht mit Ton vermischt“ (Vers 43).

Das „sie“ in diesem Abschnitt scheint auf die hinzuweisen, in deren Händen die Macht für jene Zeit verbleiben wird.

Wir zögern nicht, in dieser Vorhersage das Aufkommen und die Vorherrschaft einer Demokratie in den letzten Tagen zu sehen. Autorität, die ihren Ursprung in Gott hat, und solche, die ihren Ursprung im Menschen hat, unterscheiden sich so sehr voneinander wie Eisen oder irgendein anderes Metall von Töpferton (Vers 41). Beide Dinge mögen vermischt werden – und sie sind teilweise in unseren modernen Theorien und in der Regierungspraxis unentwirrbar miteinander vermischt; aber sie sind nur von Schwäche und „Sprödigkeit“ geprägt; und bald wird dieser Regierungsform der Todesstoß verpasst, hier dargestellt durch den „Stein, der sich losriss ohne Hände“ (Vers 34).

Wenn jemand Probleme hat, sich damit abzufinden, was in den oben erwähnten Prophetien über das von Satan inspirierte Haupt des wiedererstandenen Römischen Weltreichs gesagt wird, dann würde ich ihn auffordern, sich daran zu erinnern, dass in der Praxis der Übergang von einer demokratischen zu einer imperialistischen Regierungsform sehr leicht vollzogen wird. Nehmen wir einmal an, dass ein Mensch mit großem Charisma erscheint1, der in sich selbst den klaren Geist „des Volkes“ zu verkörpern scheint, dann ist für diesen nichts leichter als die gesamte Macht auf sich zu vereinigen, die theoretisch nur dem Volk zusteht; und das Volk, wankelmütig und leicht zu beeinflussen, wird glücklich sein, ihn zu haben. Die Karriere von Napoleon I, der aus der französischen Revolution hervorging, ist das beste Beispiel. Das zukünftige „Tier“ (Off 13,1) steigt „aus dem Meer“: „das Meer“ ist ein Bild des Volkes in einem Stadium von Agitation und Unruhe.

Es ist deshalb mehr als offensichtlich, dass der zukünftige „Supermann“ eifrig bemüht sein wird, in der Theorie demokratische Institutionen aufrechtzuerhalten, während er in der Praxis autokratisch herrscht – Eisen, vermischt mit Ton.

Der Leser, der uns bis zu diesem Punkt geduldig gefolgt ist, mag geneigt sein zu fragen, was wir zu erreichen hoffen, indem wir alle diese Dinge schreiben, da wir doch – wie wir behaupten – keinerlei politische Ziele verfolgen. Und deshalb gestehen wir ohne Zögern ein, dass unser Ziel darin besteht,  für uns selbst und für alle Gläubigen zu einer weit gründlicheren Absonderung der Herzen von der gegenwärtigen bösen Welt aufzurufen.

Es ist uns sehr bewusst, dass nichts anderes als ein Festhalten an der Vorzüglichkeit des Wissens über unseren Herrn Jesus Christus unsere Seelen wirksam über das Niveau dieser Welt und ihre Gedanken heben kann, wenn auch die Entlarvung der weltlichen Politik und ihrer Methoden im Licht der Heiligen Schrift ihren Wert hat; und das war unser gegenwärtiges Anliegen.

Und welch klares Licht wirft die Schrift auf die leidige Frage, ob ein Christ wählen und sich generell für politische Fragen interessieren sollte. Wir sind aufgefordert zu akzeptieren, dass wir nur ein kleines Rädchen in dieser Maschine, die man „das Volk“ nennt, das jene Funktionen im Bereich der Regierungen an sich gerissen hat, die einzig Gott zustehen. Sollen wir das tun? JA! – sofern wir an die moderne humanistische Botschaft glauben, die Jesus vermenschlicht und den Menschen vergöttert. Aber wenn wir glauben, dass die Rettung nicht vom Volk, sondern vom Herrn kommt: NEIN!

Das System dieser Welt wird sein Schicksal ereilen. Lasst uns nicht zögern, diese Tatsache immer wieder zu bezeugen. Durch die überreiche Gnade unseres Herrn werden noch viele Seelen gerettet. An uns ist es, sie zu suchen, indem wir Zeugnis ablegen von unserem Herrn Jesus Christus. Lasst uns doch nicht die Zeit vergeuden in dem vergeblichen Bemühen, einen wackeligen Bau zu stützen; lasst uns eifrig wirken in dem, was der Herr uns als eine große Arbeit zugewiesen hat. Völlig Ihm und Seinen Interessen zur Verfügung zu sein, heißt völlig außerhalb der Welt und ihrer Hoffnungen zu sein.

Wir streben nicht nach einem perfekten demokratischen System, sondern wir warten auf „den Herrn Jesus Christus als Heiland …, der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird zur Gleichförmigkeit mit seinem Leib der Herrlichkeit“ (Phil 3,20–21); und was diese Erde betrifft, erwarten wir die Errichtung des Königreichs des Christus durch den Gott im Himmel, eines Königreichs, dass nie zerstört  wird und für immer Bestand haben wird.

Fußnote1 Dieser Text wurde etwa 10 Jahre vor Aufkommen des Nationalsozialismus geschrieben! (der Übersetzer)

F.B. Hole