Vergebung für die Erde

Online seit dem 05.06.2019, Bibelstellen: Matthäus 18,21-35

Um das Gleichnis in Matthäus 18,23–35 richtig einordnen zu können, ist es notwendig, zu verstehen, dass es hier nicht um die Vergebung für die Ewigkeit geht. Es geht nicht um das ewige Gericht in der anderen Welt. Es geht um die Regierung Gottes auf dieser Erde.

Im Reich der Himmel, das auf der Erde besteht, haben wir es mit jemand zu tun, der gnädig ist (Mt 18,27). Jeder Knecht in diesem Reich hat etwas von der göttlichen Gnade gehört oder erfahren. Die Frage ist aber, ob man diese Gnade von Herzen verstanden hat und darum auch seinen Mitknechten vergibt.

Wenn wir nicht vergeben wollen (Mt 18,28), handeln wir nicht in Übereinstimmung mit der offenbarten Gnade und nötigen den himmlischen Vater, uns zur Besinnung zu bringen, indem wir seine Strenge kennenlernen. Wir bekommen keine Ruhe mehr, bis wir die Sache in Ordnung gebracht haben (Mt 18,34).

Der Ausdruck „böser Knecht“ (Mt 18,32) einerseits und die Ausdrücke „Bruder vergeben“ und „himmlischer Vater“ (Mt 18,21.35) andererseits machen klar, dass wir diesen Grundsatz der Regierung im Reich der Himmel sowohl auf bloße Namenschristen als auch auf echte Kinder Gottes beziehen sollten.

Bedenken wir gut: „So wird auch mein himmlischer Vater euch tun, wenn ihr nicht jeder seinem Bruder von Herzen vergebt“ (Mt 18,35).

Gerrid Setzer