Drei Stationen im Leben Jakobs

Online seit dem 24.10.2011, Bibelstellen: 1. Mose 27,36; 1. Mose 32,23-33; 1. Mose 35,1.21; Hosea 12,4-5

„Im Mutterleib hielt er die Ferse seines Bruders, und in seiner Manneskraft kämpfte er mit Gott: Er kämpfte mit dem Engel und überwand, er weinte und flehte zu ihm; in Bethel fand er ihn, und dort redete er mit uns“ (Hos 12,4.5).

In diesen zwei Versen im Propheten Hosea wird uns ein kurzer Abriss über das Leben Jakobs gegeben. Drei Stationen werden herausgestellt: Geburt, Pniel und Bethel.

Geburt: Er hielt die Ferse seines Bruders fest, was zu seinem Namen Jakob führte (Fersenhalter, Überlister). Und dieser Name war Programm für seine früheren Lebensjahre: Er ergaunerte sich das Erstgeburtsrecht und den Segen seines Vaters (1. Mo 27,36).

Pniel: In Pniel kämpfte er in seiner Manneskraft mit Gott. Er wollte sich von dem fremden Mann nicht unterkriegen lassen (1. Mo 32). Darum musste seine Hüfte, der Sitz seiner Kraft, verrenkt werden. Als das geschah, kämpfe er mit neuen „Waffen“ – mit Tränen der Reue und ernstem Gebet.

Bethel: Gott wartete in Bethel auf seinen Knecht Jakob. Nach vielen Jahren fand er ihn dort. Jakob durfte erfahren, dass Gott sich ihm offenbart und einen Segen schenkt, der auch für seine Nachkommen gilt. In Bethel bekam Jakob zum zweiten Mal den Namen Israel (“Kämpfer Gottes“), weil er sich bisher nicht wie ein Kämpfer Gottes verhalten hatte. Das änderte sich jetzt. Und so wird in der Berichterstattung über Jakob nach dem Ereignis von Bethel zum ersten Mal von Israel gesprochen (1. Mo 35,21). Was nach Bethel kommt, ist nicht mehr zuerst die Geschichte Jakobs, sondern die Geschichte Israels.

Die erste Station im Leben Jakobs zeigt seine Bosheit, seine krummen Taten. Die zweite Station macht klar, dass er mit seiner eigenen Kraft nicht weiterkommen kann; er lernt sich selbst in seiner Ohnmacht kennen. Die dritte Station schließlich zeigt, dass er Gott besser verstehen und kennenlernen darf. Nun kann ein Leben zur Ehre Gottes beginnen!

Wo stehst du, wo stehe ich? Gehen wir noch unbeirrt auf eigenwilligen Wegen? Oder sind wir schon einen Schritt weiter, indem wir die Nutzlosigkeit unserer List und Kraft erkannt haben? Gott möchte uns aber noch weiter führen und uns ein wahres „Bethel“ erleben lassen, wo er sich offenbart. „Ziehe hinauf, nach Bethel“ (1. Mo 35,1).

Gerrid Setzer