Sich über alles freuen

Online seit dem 09.03.2013, Bibelstellen: Philipper 1,7

Es ist bemerkenswert, dass der „Brief der Freude“ – der Philipperbrief – in einem Gefängnis verfasst wurde. Was für ein Grund hat ein Gefangener, sich zu freuen? Natürlich bleibt die Freude im Herrn allezeit. Und von dieser Freude handelt der Philipperbrief (Kap. 3,1 und 4,4). Aber nicht nur diese Freude wird vorgestellt – sondern Paulus war in der Lage, sich auch über Kleingkeiten zu freuen! Sehen wir uns das mal etwas an:

Ein Gefangener kann sich erinnern. Und wenn Paulus sich an die Philipper erinnerte, hatte er viel, worüber er sich freuen konnte (Phil 1,4; 4,1). Die Philipper waren seine Freude und Krone, auch wenn es manches gab, was nicht in Ordnung war. Dennoch freute Paulus sich über das Gute.

Ein Gefangener kann Nachrichten empfangen. So hörte Paulus davon, dass Brüder Christus predigten. Viele predigten zwar aus Neid und Streit – aber sie predigten den Christus der Schriften. Und darüber freute sich Paulus, und diese Freude wollte er sich von niemand rauben lassen (Phil 1,18)!

Ein Gefangener kann an die Freilassung denken. Das tat Paulus auch. Er war zuversichtlich, frei werden zu können. Und er erwähnt in diesem Zusammenhang die Freude (Phil 1,15). Aber, und das ist bemerkenswert, er denkt daran, dass er dann durch seine persönliche Gegenwart andere zu Freude führen könnte!

Ein Gefangener kann auch an seinen Tod denken. Paulus wehrte sich nicht gegen den Gedanken an den Tod. Sein Tod war für ihn wie ein Trankopfer, das über das große Opfer der Philipper gegossen werden könnte. Und das wäre für ihn eine Freude gewesen (Phil 2,17.18).

Ein Gefangener kann eine Gabe empfangen. Paulus bekam im Kerker eine materielle Gabe von den Philippern (Phil 2,1; 4,10). Das löste bei ihm tiefe Freude und Dankbarkeit aus. Er hat vieles nicht; aber über das, was er hatte, wollte er sich freuen!

Ein Gefangener kann Besuch empfangen. Paulus bekam auch Besuch im Gefängnis. Wir denken an Timotheus und Epaphroditus, den Abgesandten der Philipper. Diese waren ein Trost für ihn. Wenn er nun Epaphroditus zu den Philippern zurücksandte, dann sollten die Philipper ihn freudig aufnehmen, so wie er es sicher getan hatte (Phil 2,17.18).

Paulus war so geistlich, dass er sich an dem Wenigen erfreuen konnte, was es in einem Gefängnis gibt! An dieser geistlichen Kraft mangelt es uns; und deshalb sind wir auch oft nicht so glücklich, wie wir es sein könnten.

Gerrid Setzer