Geburt ohne Schmerzen

Online seit dem 12.08.2006, Bibelstellen: Jesaja 66,7-9; Offenbarung 12,1-17

„Bevor sie Wehen hatte, hat sie geboren; bevor Schmerzen sie ankamen, wurde sie von einem Knaben entbunden. Wer hat so etwas gehört, wer hat dergleichen gesehen? Kann ein Land an einem Tag zur Welt gebracht werden oder eine Nation mit einem Mal geboren werden? Denn Zion hat Wehen bekommen und zugleich ihre Kinder geboren. Sollte ich zum Durchbruch bringen und nicht gebären lassen?, spricht der Herr“ (Jesaja 66,7–9).

Der Traum jeder Mutter: Eine Geburt ohne Wehen und Schmerzen. Auf wen trifft das zu? Auf die Nation Israel, die den „Knaben“ Christus (Vers 7) hervorgebracht hat (vgl. Jesaja 9,6; Micha 5,1; Römer 9,5 usw.). Als der Messias zur Welt kam, waren die Hirten friedlich auf dem Feld; Israel war nicht in Schmerzen und Geburtswehen. Die werden aber noch kommen. Ungefähr 2000 Jahre später: in der kommenden Drangsalszeit. Wenn diese „Wehen“ eintreten, wird Israel Kinder (Mehrzahl!) – nach Vers 8 – zur Welt bringen. Das ist der gläubige Überrest, der sich in diesen schweren Tagen durch die Wirksamkeit des Geistes Gottes bilden wird.

In Offenbarung 12 finden wir etwas Ähnliches. (Ab Kapitel 12 lässt Gott uns gleichsam einen Blick hinter die Kulissen tun und zeigt uns wichtige Prinzipien, die nicht an der Oberfläche liegen; darum finden wir auch drei Zeichen: 12,1+3; 13,13–14; 15,1). Israel wird dort als Königin und Mutter vorgestellt, die einen männlichen Sohn gebiert, der einmal alle Nationen mit eiserner Rute weiden soll (Vers 1, 4 und 5). Das, was diese Frau so herausragend macht, ist die Tatsache, dass Christus aus ihr hervorgegangen ist – „dieser ist dort geboren“ (Psalm 87,6). Diese Frau hat Geburtswehen, befindet sich in Drangsal  – denn es geht um das „gläubige Israel“ in der Zeit der großen Drangsal, wenn der Überrest in eine Wüste fliehen und dort von Gott versorgt werden wird (Vers 2 und 6).

Warum wird nun die Geburt des Herrn Jesus so eng mit dem Geschehen in der Endzeit verknüpft? Die Antwort ist sehr schön: Christus ist in die Umstände des Überrests eingetreten, um sie völlig verstehen und ihnen völlig helfen zu können. In all ihrer Bedrängnis war er bedrängt (Jesaja 63,9). So wollte der Drache, als der Herr geboren wurde, ihn verschlingen (Offenbarung 12,2), und dieser Drache wird auch die Frau verfolgen, die das männliche Kind geboren hat (Vers 13). Daneben zeigt die Schrift natürlich noch viele andere Beispiele.

Wer sich mal intensiver mit dem Gedanken vertraut machen möchte, dass Christus in die Umstände des jüdischen Überrest in der kommenden Drangsalszeit eintrat, sollte die Betrachtungen über das Wort Gottes (die Psalmen), von John Nelson Darby lesen oder „Die Leiden Christ“ von demselben Autor. Das Buch „Die Leiden Christi“ sollte jeder Christ ohnehin einmal lesen. Keine leicht verdauliche Kost – aber es lohnt sich, dieses kleine Buch zu studieren.

Gerrid Setzer