Jakob und die Angst

Online seit dem 13.05.2014, Bibelstellen: 1. Mose 28,17; 31,31; 32,8.12;

Jakob war ein ängstlicher Mann. Sehen wir uns einmal an, bei welchen Gelegenheiten seine Furcht erwähnt wird und was aus seinen Ängsten geworden ist.

Jakob hatte Angst vor Gott. „Und er fürchtete sich und sprach: Wie furchtbar ist dieser Ort! Dies ist nichts anderes als Gottes Haus, und dies ist die Pforte des Himmels“ (1. Mo 28,17). Und was geschah? Er erlebte Gott als den Gott der Treue, der immer zu seiner Seite war.

Jakob hatte Angst vor seinem Schwiegervater Laban. „Da antwortete Jakob und sprach zu Laban: Weil ich mich fürchtete; denn ich sagte mir, du könntest mir deine Töchter entreißen“ (1. Mo 31,31). Jakob begründete seine hinterlistige Flucht von Laban mit seiner Angst vor ihm. Doch was geschah? Gott erschien Laban, dass er Jakob nichts antun, sondern einen Bund schließen solle. Zum Abschied aßen sie zusammen.

Jakob hatte Angst vor seinem Bruder Esau. „Da fürchtete sich Jakob sehr, und ihm wurde angst; und er teilte das Volk, das bei ihm war, und das Kleinvieh und die Rinder und die Kamele in zwei Züge … Ich fürchte ihn, dass er kommen und mich schlagen könne, die Mutter samt den Kindern“ (1. Mo 32,8.12). Jakob hatte Angst vor seinem Bruder Esau, den er betrogen hatte. Doch was geschah, als sie sich sahen? Sie umarmten und küssten sich, und Esau bot sich an, als Geleitschutz für Jakobs Zug zu fungieren.

Jakob hatte Angst, Benjamin zu verlieren. „Aber Benjamin, Josephs Bruder, sandte Jakob nicht mit seinen Brüdern; denn er sprach: Dass ihm nicht etwa ein Unfall begegne“ (1. Mo 42,4). Jakob wollte Benjamin nicht nach Ägypten ziehen lassen, weil er Angst vor einem Unfall hatte. Und was geschah? Benjamin verunglückte nicht, er sah sogar seinen Bruder Joseph wieder!

Jakob hatte Angst vor Joseph. „Und es geschah, als sie ihre Säcke leerten, siehe, da hatte jeder sein Geldbündel in seinem Sack; und sie sahen ihre Geldbündel, sie und ihr Vater, und sie fürchteten sich“ (1. Mo 42,35). Jakob war sich natürlich nicht bewusst, dass die Gaben, die seine Söhne aus Ägypten mitbrachten, von Joseph waren – aber jedenfalls fürchtete er sich mit seinen Söhnen. Und wie ging die ganze Sache aus? Er durfte mit Freuden Joseph einige Zeit wiedersehen und es passierte ihm nichts.

Jakob hatte Angst, nach Ägypten zu ziehen. Deshalb erschien ihm Gott ja: „Und er sprach: Ich bin Gott, der Gott deines Vaters; fürchte dich nicht, nach Ägypten hinabzuziehen; denn zu einer großen Nation will ich dich dort machen“ (1. Mo 46,2). Und was geschah in Ägypten? Jakob wurde fürstlich von Joseph versorgt, und er verbrachte die letzten 17 Jahre seines Lebens im Kreis seiner großen Familie.

Jakob ängstigte sich viel. Doch seine Angst war völlig umsonst. Gott wandte alles zum Guten. Könnte es bei dir nicht auch so sein?

Gerrid Setzer