Gott führt alles zum Guten

Online seit dem 01.01.2015, Bibelstellen: Römer 8,28

Es ist eine gewaltige Aussage, die der Geist Gottes in Römer 8,28 niederschreiben ließ: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach Vorsatz berufen sind.“ Diese Worte sind vielen von uns gut vertraut; aber welchen Einfluss haben sie auf unser Leben? Es ist sicher gut, wenn wir diese weitreichende Aussage Gottes neu überdenken und sie mit in das Gedränge des Alltagslebens nehmen.

Wir wissen aber

Gerade in schwierigen Situationen wissen wir oft nicht, „was wir bitten sollen, wie es sich gebührt“ (Rö 8,26), weil wir den Plan Gottes für unser Leben nicht durchschauen. Aber dies wissen wir: dass uns alle Dinge zum Guten mitwirken! Wir wissen zwar nicht, wie Gott uns führt, aber wir wissen, dass Er uns führt.

Denen, die Gott lieben

Denen, die Gott lieben, wirken alle Dinge zum Guten mit. Damit sind zweifellos alle Kinder Gottes gemeint. „Wir lieben“, schreibt der Apostel Johannes, „weil er uns zuerst geliebt hat“ (1. Joh 4,19). Vielleicht ist unsere Liebe so mikroskopisch klein, dass allein die Allwissenheit des Herrn sie erkennen kann (vgl. Joh 21,17). Aber sie ist vorhanden, weil wir das Leben Christi geschenkt bekommen haben und die Liebe Gottes in unsere Herzen ausgegossen wurde. Und wir nun, die wir Gott lieben, dürfen damit rechnen, dass Er uns in Seiner Liebe auf guten Wegen führen wird, auch wenn wir das in unserer oft so eingeschränkten Sicht nicht (sofort) verstehen.

Alle Dinge

Ohne jede Ausnahme wirken uns alle Dinge zum Guten mit: das Mobbing am Arbeitsplatz, die zerbrochene Vase, der verlegte Autoschlüssel, die unerwartet schwer verlaufende Krankheit oder auch die freundliche Hilfe unseres Nachbarn. Was uns auch begegnen mag: Es gehört zum guten Plan Gottes für unser Leben.

Zum Guten

Das „Gute“ ist offenbar nicht unbedingt das, was wir als angenehm und schön empfinden. Gott gibt uns das auch, aber Gesundheit, geregeltes Einkommen und Frieden im Land sind uns nicht garantiert. Gott geht es zuerst um das Wohl unserer Seelen. Er möchte, dass wir dem Herrn Jesus immer ähnlicher werden. Dementsprechend lenkt die Umstände unseres Lebens. Und die Bewährung unseres Glaubens soll befunden werden zu Lob und Herrlichkeit und Ehre in der Offenbarung Jesu Christi (1. Pet 1,7).

Mitwirken

Wenn Gott in unserem Leben handelt, dann sind das, mit Ehrfurcht gesprochen, keine wahllosen Einzelaktionen. Gottes Wirken ist ein harmonisches Ganzes. Eins fügt sich zum anderen. Wir mögen die Zusammenhänge in den Wegen Gottes nicht erkennen und manches mag uns sogar widersinnig erscheinen. Aber so wie ein Uhrwerk nur dann funktioniert, wenn Zahnräder in unterschiedliche Richtungen laufen, so lässt Gott auch in dem scheinbaren Durcheinander unseres Lebens alles zu unserem Guten mitwirken.

Die nach Vorsatz berufenen

Alle Dinge wirken denen zum Guten mit, die Gott nach Seinem Vorsatz berufen hat. Alle wahren Kinder Gottes wissen: Der Gott, der mich schon in der Ewigkeit zu ewigem Segen und Herrlichkeit bestimmt hat, wird auch in der Zeit nur Gutes für mich bewirken.

Beispiele aus dem Alten Testament

Schon im Leben der Gläubigen des Alten Testaments sehen wir das gute Handeln Gottes. Wenn sie auch keine Söhne Gottes waren, die zur Gleichförmigkeit mit dem Herrn Jesus gebracht werden, so sehen wir doch deutlich die Führung Gottes in ihrem Leben.

Joseph

Joseph wurde von seinen Brüdern nach Ägypten verkauft. Er wurde dort zum zweitmächtigsten Mann, der Jahre später auch seinen hungernden Brüder Versorgung und eine Bleibe gewährte. Als der Vater Jakob gestorben war, fürchteten die Brüder, Joseph könnte doch noch Rache nehmen. Aber Joseph sagte zu ihnen: „Ihr zwar hattet Böses gegen mich im Sinn; Gott aber hatte im Sinn, es gut zu machen, damit er täte, wie es an diesem Tag ist, um ein großes Volk am Leben zu erhalten“ (1. Mo 50,20.21). Joseph sah nicht die Sünde seiner Brüder, sondern er dachte an Gottes gute Hand, die hinter allem wirkte. Das gab ihm inneren Frieden und Kraft, Gutes zu tun.

Hiob

Als Gott den Besitz Hiobs und ihn selbst in die Hand Satans gab, erlebte Hiob sehr schwere Stunden (Hiob 1,12; 2,6). Klagte er nun darüber, dass der Teufel sein Leben zerstört habe? Nein, er rief: „Der HERR hat gegeben, und der HERR hat genommen, der Name des Herrn sei gepriesen!“ (Hiob 1,21). Und zu seiner Frau sagte er: „Wir sollten das Gute von Gott annehmen, und das Böse sollten wir nicht auch annehmen?“ (Hiob 2,10). Hiob machte sich bewusst, dass alles, was ihn getroffen hatte, an Gott selbst „vorbeigegangen“ war. So war er in diesem Moment fähig, Gott auch noch in größter Not zu preisen.

Esther

Das Buch Esther ist das einzige Bibelbuch, in dem Gott nicht erwähnt wird. Aber gerade dort wird deutlich, wie Gott im Verborgenen wirkt. Der Unglaube sieht in der Geschichte des Buches Esther eine Verkettung von Zufällen, aber der Glaubende weiß, dass Gott alles zum Wohl seines Volkes führt: die Verstoßung Vastis und die Wahl Esthers zur Frau des Ahasveros (Est 1 – 2); die Aufdeckung einer Intrige gegen den Monarchen durch Mordokai (Est 2); das Los Hamans, das die Vernichtung der Juden spät im Jahr „terminierte“ (Est 3); die große Gunst, die Esther vor dem König erlangte (Est 4 – 5); die passende Lektüre, als der König vor dem entscheidenden zweiten Gastmahl mit Esther nicht schlafen konnte (Est 6); das Auftauchen des stolzen Haman am nächsten Tag (Est 6) … Wie die Geschichte weiterging, ist bekannt. Der böse Haman musste Mordokai ehren und hing schließlich an dem Galgen, den er für Mordokai hatte aufrichten lassen. Mordokai kam zu Ehren, und dem Volk der Juden wurde Licht und Freude und Wonne und Ehre zuteil. Wir dürfen sicher sein, dass Mordokai und Esther hinter allem Gott sahen und Ihm von Herzen dankten.

Schlussgedanken

Wir sind nicht den Machenschaften der Menschen oder den Gemeinheiten des Teufels ausgeliefert und sind auch kein Spielball der Umstände. Wir stehen in der Hand Gottes, der alle Dinge zum Guten Seiner Kinder benutzt. Wenn wir uns dieser großartigen Tatsache mehr bewusst wären – was für eine frohe Zuversicht und heilige Gelassenheit würde unser Leben prägen!

Das, was Gott tut, ist so gut, wie Er selbst gut ist. Der Psalmdichter sagte schon: „Du bist gut und tust Gutes“ (Ps 119,68). Wollen wir diese Wahrheit nicht stärker ins Herz fassen und mehr darauf vertrauen, dass Sein Tun mit uns wirklich gut ist?

Gerrid Setzer